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The state, global production networks, and the "green" mining boom
a case study of copper mining in Bor, Serbia
Lucia Steinwender
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Felix Malte Dorn
DOI
10.25365/thesis.81548
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11403.61222.863778-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die globale Dekarbonisierung führt derzeit zu hochdynamischen geopolitischen und geoökonomischen Verschiebungen. So steigt beispielsweise die Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen, deren Abbau und Weiterverarbeitung meist in globale Produktionsnetzwerke (GPNs) eingebettet ist. Gewinne und Kosten werden innerhalb dieser Netzwerke geografisch und sozial ungleich verteilt: Wertschöpfungsintensive Tätigkeiten sind in den Zentren der globalen Ökonomie angesiedelt, der Abbau selbst hingegen in postkolonialen und (semi )peripheren Ländern. Diese Arbeit zielt darauf ab, einen bislang wenig beachteten Aspekt der GPN Forschung hervorzuheben: die politökonomischen Rahmenbedingungen, in die GPNs eingebettet sind. Dabei kommt dem Staat eine zentrale Rolle zu: Er reguliert unternehmerisches Handeln und steuert die Verteilung von Gewinnen und Produktionskosten. Oft fungiert die Integration in GPNs als Teil einer übergeordneten Akkumulationsstrategie. Die Rolle des Staates in GPNs wird anhand einer Fallstudie des Kupferkomplexes im ostserbischen Bor untersucht. Die 2018 vom chinesischen Konzern Zijin Mining übernommene Mine zählt zu den größten Europas und steht beispielhaft für den aktuellen Rohstoffboom auf dem Balkan. Vor diesem Hintergrund analysiert diese Arbeit, wie regionale politische Besonderheiten, etwa klientelistische Regierungsstrukturen, mit den Strategien multinationaler Leitunternehmen zusammenwirken und welche sozialen und ökologischen Risiken sich daraus für Beschäftigte, die lokale Bevölkerung und die nationale Ökonomie ergeben. Die vorliegende qualitative Untersuchung, gestützt auf Interviews und ergänzende Daten, zeigt, dass der serbische Staat im untersuchten GPN vor allem drei zentrale Funktionen erfüllt: (1) Vermittlung, (2) Verteilung und (3) Deregulierung. Er schafft dabei günstige Produktionsbedingungen für das Leitunternehmen Zijin Mining, während für Beschäftigte, die lokale Bevölkerung und die nationale Ökonomie kaum substanzielle Vorteile entstehen. Umgekehrt trägt die Integration der lokalen Kupferindustrie in extraktive globale Produktionsnetzwerke zum hegemonialen Projekt der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) bei. Der Bergbau Boom stützt ein auf ausländischen Direktinvestitionen und billigen Lohnkosten basierendes Akkumulationsregime und befördert die hegemoniale Erzählung von allgemeinem Fortschritt. Meine Arbeit legt nahe, dass der derzeitige Bergbauboom Serbiens semiperiphere Stellung in der Weltwirtschaft verfestigt und skizziert alternative industriepolitische Pfade, die nicht zu Lasten der Beschäftigten und der lokalen Umwelt gehen.
Abstract
(Englisch)
Geopolitical and geoeconomic shifts driven by the global transition to low carbon technologies show that the sharply increasing extraction and processing of raw materials is organized largely within global production networks (GPNs), which distribute costs and profits unevenly. Global lead firms strategically locate their extractive projects in postcolonial and (semi )peripheral countries. This study seeks to realize a central promise of GPN literature: to demonstrate how states and their specific political-economic environments shape firms’ capacities to capture value and externalize costs within their networks. I present a case study of the Bor copper complex: one of Europe’s largest mines which was acquired in 2018 by the Chinese lead firm Zijin Mining Group. Because a resource boom is currently emerging in the Balkans, my case study aims to show how political and national particularities – such as clientelist governments – in the region’s semi peripheral economies interact with the dynamics of lead firms and how these interactions may produce new ‘green sacrifice zones’. Drawing on qualitative interviews and data research, my findings show the state plays a crucial role in the GPN through (1) facilitation, (2) distribution, and (3) deregulation, offering the lead firm Zijin Mining favorable conditions while poorly capturing value for workers, local populations and the national economy. Conversely, GPN integration shapes the state’s mode of regulation, accumulation regime and a hegemonial narrative of progress. My thesis suggests that the current mining boom enforces Serbia’s semi-peripheral position in the global economy and sheds a light on possible industrial policy pathways aimed at upgrading and protecting local populations, workers and environments.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Globale Produktionsnetzwerke GPN Grüner Extraktivismus Dekarbonisierung Industriepolitik Industrielles Upgrading Semiperiphere Entwicklung
Schlagwörter
(Englisch)
global production networks GPN green extractivism decarbonization industrial policy industrial upgrading semi-peripheral development
Autor*innen
Lucia Steinwender
Haupttitel (Englisch)
The state, global production networks, and the "green" mining boom
Hauptuntertitel (Englisch)
a case study of copper mining in Bor, Serbia
Paralleltitel (Deutsch)
Der Staat, globale Produktionsnetzwerke und der "grüne" Bergbau-Boom
Paralleluntertitel (Deutsch)
eine Fallstudie zum Kupferabbau in Bor, Serbien
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
131 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Felix Malte Dorn
AC Nummer
AC17929776
Utheses ID
81411
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
