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Pëtr Michailovič Bicilli
wissenschaftliches Wirken und pädagogisches Engagement im bulgarischen Exil
Ivajlo Danielov Kostov
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Psychologie und Philosophie Unterrichtsfach Russisch
Betreuer*in
Fedor Poljakov
DOI
10.25365/thesis.81526
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12231.65590.468180-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht das wissenschaftliche Wirken von Pëtr M. Bicilli im Kontext der russischen Emigration in Bulgarien. Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle Bicilli als russischer Philologe, Literaturwissenschaftler und Kulturvermittler im bulgarischen Exil spielte und welchen Beitrag er zur Entwicklung der russischen Philologie, Literaturwissenschaft und emigrantischen Bildungsarbeit leistete. Besonderes Augenmerk gilt dabei seinen wissenschaftlichen Netzwerken, seiner methodischen Arbeitsweise, seiner Tätigkeit im russischen Emigrantenschulwesen sowie seinen literaturdidaktischen Lehrwerken. Die Arbeit versteht sich als Beitrag zur Schließung einer Forschungslücke, da Bicillis Werk insbesondere im deutschsprachigen Raum bislang kaum systematisch untersucht wurde.Während russisch- und bulgarischsprachige Forschungen bereits wichtige Grundlagen geschaffen haben, fehlt bis heute eine umfassendere deutschsprachige wissenschaftliche Einordnung seines Wirkens. Ziel der Arbeit ist daher nicht eine vollständige Gesamtdarstellung seines Werkes, sondern eine analytische Rekonstruktion seines wissenschaftlichen Arbeitens unter den Bedingungen des Exils. Methodisch basiert die Untersuchung auf einer philologischen und literaturwissenschaftlichen Analyse russisch-, ukrainisch-, bulgarisch-, deutsch- und englischsprachiger Quellen. Neben wissenschaftlichen Publikationen werden Briefe, Erinnerungen, Archivmaterialien sowie Bicillis eigene Texte und Lehrwerke herangezogen. Die Arbeit verbindet biographische, kulturhistorische, rezeptionsgeschichtliche und didaktische Perspektiven miteinander und untersucht Bicillis Tätigkeit sowohl im universitären als auch im schulischen Kontext der russischen Emigration. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Bicillis Rolle innerhalb der russischen Emigrantenschulen in Bulgarien. Analysiert werden die institutionellen Strukturen des russischen Bildungswesens im Exil, die ideellen Grundlagen der emigrantischen Pädagogik sowie Bicillis Beteiligung an schulischen und literaturdidaktischen Projekten. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere seine Chrestomathien zur russischen Literatur, deren Aufbau, Auswahlprinzipien, Vermittlungsstrategien und didaktische Zielsetzungen ausführlich untersucht werden. Dabei wird gezeigt, dass Bicillis Lehrwerke nicht nur der Wissensvermittlung dienten, sondern zugleich kulturelle Kontinuität und russische Identität im Exil sichern sollten. Darüber hinaus beleuchtet die Arbeit Bicillis wissenschaftliche Netzwerke innerhalb der russischen Emigration sowie seine Beziehungen zu russischen und bulgarischen Wissenschaftler:innen. Untersucht werden unter anderem seine Beteiligung am geplanten „Gogolevskij sbornik“, seine Rolle im Aufbau der Russistik in Sofia sowie seine Position innerhalb der philologischen Debatten der 1920er und 1930er Jahre. Die Analyse zeigt, dass Bicilli als Vermittler zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Traditionen und kulturellen Räumen wirkte. Die Ergebnisse der Arbeit verdeutlichen, dass Bicilli weder als marginale Randfigur noch ausschließlich als Emigrant verstanden werden darf. Vielmehr erscheint er als eigenständiger Gelehrter mit methodischer Offenheit und interdisziplinärer Arbeitsweise. Seine wissenschaftlichen Ansätze verbinden historische, philologische und kulturtheoretische Perspektiven und zeichnen sich durch eine vergleichende sowie heuristische Herangehensweise aus. Gleichzeitig wird deutlich, dass seine lange Zeit begrenzte Rezeption weniger auf mangelnde wissenschaftliche Qualität als vielmehr auf politische, institutionelle und ideologische Rahmenbedingungen zurückzuführen ist. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass das bulgarische Exil für Bicilli nicht nur einen biographischen Aufenthaltsort darstellte, sondern einen zentralen Denk- und Arbeitsraum, in dem wissenschaftliche, pädagogische und kulturelle Prozesse eng miteinander verbunden waren. Bicillis Werk leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis russischer Exilkultur, emigrantischer Wissensproduktion und transnationaler Wissenschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Pëtr Michailovič Bicilli Bicilli Exil Bulgarien Weißemigration Russisches Emigrantenschulwesen Lehrwerkanalyse
Schlagwörter
(Englisch)
Pëtr Michailovič Bicilli Bicilli Exile Bulgaria White émigré Russian emigrant school system Textbook analysis
Autor*innen
Ivajlo Danielov Kostov
Haupttitel (Deutsch)
Pëtr Michailovič Bicilli
Hauptuntertitel (Deutsch)
wissenschaftliches Wirken und pädagogisches Engagement im bulgarischen Exil
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
vii, 141 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Fedor Poljakov
Klassifikationen
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.51 Ostslawische Sprachen und Literaturen. Allgemeines ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.53 Russische Literatur
AC Nummer
AC17927815
Utheses ID
81425
Studienkennzahl
UA | 199 | 525 | 526 | 02
