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Dieser Puzzlestein war anscheinend ein Meilenstein
zur Beteiligung von Pflegefachpersonen an der klinischen Ethikberatung
Jacob Roth
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Pflegewissenschaft
Betreuer*in
Sabine Pleschberger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81579
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12339.75409.883723-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Hintergrund: Ethisch herausfordernde Situationen kommen im klinischen Alltag häufig vor. Formate der klinischen Ethikberatung wie moderierte multiprofessionelle Ethik-Fallbesprechungen bieten einen strukturierten Rahmen, um mit diesen ethisch herausfordernden Situationen umzugehen und konsensuale Lösungen zu erarbeiten. Pflegefachpersonen nehmen darin konzeptionell eine zentrale Rolle ein. Über ihre Wahrnehmungen und das Verständnis ihrer Rolle ist noch wenig bekannt. Ziel: Der Zweck dieser Studie ist es, die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Handlungsspielräume von Pflegefachpersonen, die an klinischen Ethik-Fallbesprechungen teilnehmen, zu erfassen und die Bedingungen, Barrieren sowie Potenziale ihrer Beteiligung zu analysieren. Design: Qualitative Interviewstudie unter Anwendung der Interpretive Description Methodologie. Methoden: Zehn Pflegefachpersonen, die bereits an einer klinischen Ethik-Fallbesprechung teilgenommen hatten, wurden mittels problemzentrierter Interviews zu ihren Wahrnehmungen und ihrem Verständnis ihrer Beteiligung an solchen Fallbesprechungen befragt. Der Forscher stützte sich auf die Methoden der Interpretive Description, um die Interviewdaten zu analysieren. Ergebnisse: Pflegefachpersonen verstehen unter ihrer Beteiligung an klinischen Ethik-Fallbesprechungen die Einnahme spezifischer Rollen, insbesondere als Fürsprecher*innen und Vermittler*innen, sowie als Einbringen von Beiträgen, die auf ihrem exklusiven Patient*innenwissen basieren. Sie nehmen Einfluss auf den Verlauf und die Ergebnisse der Fallbesprechungen und bewerten ihre Beteiligung daran überwiegend positiv. Ihre Beteiligung empfinden Pflegefachpersonen dann als besonders wirksam, wenn sie einen klaren Bezug zu ihrem professionellen Selbstverständnis herstellen können. Die Moderation wird als entscheidender Faktor für gesicherte Gesprächsräume und aktive Teilhabe hervorgehoben. Der Raum für pflegerische Beiträge in Ethik-Fallbesprechungen wird als ausreichend wahrgenommen. Pflegerische Beiträge werden jedoch teilweise als epistemisch nachrangig gerahmt. Aus pflegewissenschaftlicher Sicht ist der Bericht über eine Privilegierung der formalisierten, faktenbasierten Medizinsprache in Ethik-Fallbesprechungen bemerkenswert. Angemerkt wird, dass Ethik-Fallbesprechungen teils zu spät einberufen werden. Schlussfolgerung: Pflegefachpersonen erweitern den ethischen Diskurs durch ihre praktische Urteilserfahrung, professionsspezifische Werte und alltagsnahe Wahrnehmungen. Sie tragen maßgeblich zur ethischen Entscheidungsfindung in klinischen Ethik-Fallbesprechungen bei und halten die Patient*innenperspektive konsequent im Mittelpunkt der Besprechungen. Damit sich das pflegerische Potenzial noch stärker entfalten kann, sind sowohl unterstützende Rahmenbedingungen als auch die professionelle Anerkennung und Sichtbarkeit pflegespezifischer Kompetenzen notwendig.
Abstract
(Englisch)
Background: Ethically challenging situations are common in everyday clinical practice. Formats of clinical ethics consultation, such as moderated multi-professional ethics case discussions, provide a structured forum to address these challenges and work toward consensus. Nurses are conceptualized as playing a central role in these processes, yet little is known about their perceptions and how they understand their role. Aim: To explore nurses’ perceptions, experiences, and scope for action in clinical ethics case discussions, and to analyze the conditions, barriers, and potentials of their participation. Design: Qualitative interview study using the Interpretive Description methodology. Methods: Ten nurses with prior participation in a clinical ethics case discussion were interviewed using problem-centered interviews. The researcher applied Interpretive Description to analyze the interview data. Results: Nurses understand their participation as taking on specific roles, particularly as patient advocates and mediators, and as contributing insights based on their unique, close-to-the-patient knowledge. They influence the course and outcomes of ethics case discussions and generally evaluate their involvement positively. Nurses find their participation particularly effective when they can establish a clear link to their professional identity. Facilitation is identified as a critical element in creating safe spaces for discussion and encouraging active participation. While the space for nursing contributions in ethical case discussions is considered sufficient, these contributions are sometimes considered to have lower epistemic value. From a nursing science perspective, it is interesting to note that fact-based, formalised medical language is said to be favoured in such discussions. It was also noted that ethics case conferences are sometimes convened too late. Conclusion: Nurses enrich ethical discourse by contributing their practical judgment, profession-specific values, and everyday clinical observations. They make a substantial contribution to ethical decision-making in clinical ethics case conferences and consistently center the patient perspective. In order to realise the full potential of nursing, it is necessary to create supportive structural conditions and to recognise and make visible the professional competencies specific to nursing.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Klinische Ethikberatung Klinische Ethik-Fallbesprechungen Pflegeethik Pflegefachpersonen Fürsprache Interpretive Description
Schlagwörter
(Englisch)
Clinical Ethics Consultation Clinical Ethics Discussions Nursing Ethics Nurses Bedside-Nurses Advocacy Interpretive Description
Autor*innen
Jacob Roth
Haupttitel (Deutsch)
Dieser Puzzlestein war anscheinend ein Meilenstein
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Beteiligung von Pflegefachpersonen an der klinischen Ethikberatung
Paralleltitel (Englisch)
That puzzle piece turned out to be a milestone
Paralleluntertitel (Englisch)
nursing participation in clinical ethics consultation
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
137 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sabine Pleschberger
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.38 Ethik ,
44 Medizin > 44.63 Krankenpflege
AC Nummer
AC17945969
Utheses ID
81441
Studienkennzahl
UA | 066 | 330 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1