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Digital labour and double taxation
the limits of the OECD model convention in the platform economy and possible reform approaches
Laura Kõdar
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
außerordentliches Masterstudium Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht [Vollzeit Englisch]
Betreuer*in
Dimitar Hristov
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81481
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14031.77306.195060-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der geltende internationale Steuerrahmen, insbesondere die Artikel 5, 7 und 15 des OECD-Musterabkommens, geeignet ist, eine effektive Vermeidung der Doppelbesteuerung für Plattformarbeitnehmer im grenzüberschreitenden digitalen Arbeitsbereich zu gewährleisten. Die Analyse gliedert sich in vier Schritte: Zunächst wird die Natur digitaler Plattformen und der Plattformarbeit erfasst, anschließend werden die bestehenden Anknüpfungsregeln für die Besteuerung untersucht, danach werden die strukturellen Ursachen von Doppelbesteuerungsrisiken identifiziert, und schließlich werden aktuelle Reforminitiativen sowie mögliche rechtliche Lösungsansätze bewertet. Die Arbeit vertritt die These, dass der bestehende Rechtsrahmen strukturell nicht in der Lage ist, den Realitäten plattformvermittelter Arbeit gerecht zu werden. Es werden drei wesentliche Defizite herausgearbeitet: Erstens erzeugt die Unsicherheit bei der Arbeitnehmerklassifikation, die aus divergierenden nationalen Abgrenzungsstandards zwischen Arbeitnehmern und selbstständigen Auftragnehmern resultiert, systematische Qualifikationskonflikte unter den Artikeln 7 und 15, die das Verständigungsverfahren gemäß Artikel 25 lediglich reaktiv lösen kann. Zweitens bildet die im OECD-Musterabkommen verankerte binäre Einkommensklassifikation den hybriden Charakter der Plattformarbeit nicht ab, der Flexibilität mit erheblicher algorithmischer Kontrolle verbindet. Drittens schließt das Betriebsstättenkonzept gemäß Artikel 5, das auf physischer Präsenz beruht, grenzüberschreitende digitale Arbeit systematisch von der Quellenbesteuerung aus, während unilaterale Ausdehnungsversuche der Staaten das Risiko überlappender Besteuerungsansprüche bergen. Die Methodik ist rechtsdogmatisch und analytisch-kritisch ausgerichtet und stützt sich auf primäre Rechtsquellen, darunter das OECD-Musterabkommen und seinen Kommentar, EU-Rechtsakte und die Rechtsprechung des EuGH sowie rechtsvergleichende nationale Judikatur. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass aktuelle internationale Reformbemühungen, einschließlich der Zwei-Säulen-Lösung der OECD, DAC7 und der europäischen Digitalsteuer, primär auf multinationale Unternehmen ausgerichtet sind und die grundlegenden Herausforderungen für einzelne Plattformarbeitnehmer nicht lösen. Als kohärentester Lösungsweg werden eine Kombination aus harmonisierten Klassifikationsstandards für Plattformarbeitnehmer auf Abkommensebene, plattformbasierte Quellensteuerabzugspflichten, angepasste digitale Nexus-Regeln sowie Safe-Harbour-Bestimmungen für kleinvolumige grenzüberschreitende Tätigkeiten vorgeschlagen.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines whether the current international tax framework, in particular Articles 5, 7, and 15 of the OECD Model Tax Convention, is capable of effectively preventing double taxation for platform workers engaged in cross-border digital labour. The analysis proceeds in four steps: it maps the nature of digital platforms and platform work, examines the existing nexus rules governing taxation, identifies the structural sources of double taxation risk, and evaluates both current reform initiatives and potential legal solutions. The thesis argues that the existing framework is structurally not equipped to address the realities of platform-mediated labour. Three principal deficiencies are identified. First, worker classification uncertainty, arising from divergent domestic standards for distinguishing employees from independent contractors, generates systematic qualification conflicts under Articles 7 and 15, which the mutual agreement procedure under Article 25 can only address reactively. Second, the binary income classification embedded in the OECD Model Convention does not accommodate the hybrid character of platform work, which combines flexibility with significant algorithmic control. Third, the permanent establishment concept under Article 5, anchored in physical presence, systematically excludes cross-border digital labour from source taxation, while unilateral attempts by states to extend taxing rights risk producing overlapping claims. The methodology is doctrinal and analytical-critical, drawing on primary sources including the OECD Model Tax Convention and its Commentary, EU legislation and CJEU case law, and comparative national jurisprudence. The thesis concludes that current international reform efforts, including the OECD Two-Pillar Solution, DAC7, and the EU Digital Services Tax, remain primarily directed at multinational enterprises and do not resolve the fundamental challenges facing individual platform workers. A combination of harmonized worker classification standards at the treaty level, platform-based withholding obligations, adapted digital nexus rules, and safe harbour provisions for small-scale cross-border activity is proposed as the most coherent path forward.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Steuerrecht
Schlagwörter
(Englisch)
Tax Law
Autor*innen
Laura Kõdar
Haupttitel (Englisch)
Digital labour and double taxation
Hauptuntertitel (Englisch)
the limits of the OECD model convention in the platform economy and possible reform approaches
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
64 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Dimitar Hristov
Klassifikation
86 Recht > 86.73 Steuerrecht
AC Nummer
AC17918688
Utheses ID
81474
Studienkennzahl
UA | 999 | 082 | |
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