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Problems concerning the practical implementation of current CJEU jurisprudence on church labour law
Magdalena Maria Schermaier
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
außerordentliches Masterstudium Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht [Vollzeit Englisch]
Betreuer*in
Stefan Köck
DOI
10.25365/thesis.82038
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17469.71648.995653-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht das praktische Problem, das sich aus der Europäisierung des kirchlichen Arbeitsrechts ergibt: die Umsetzung der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) in der Realität kirchlicher Beschäftigungsverhältnisse. Zentral für diesen Konflikt ist die in den Urteilen Egenberger und IR aufgestellte Forderung des EuGH, dass jede auf der Religion basierende berufliche Anforderung „wesentlich, rechtmäßig und gerechtfertigt“ sein muss. Diese Arbeit untersucht die Praktikabilität der daraus resultierenden Differenzierung des EuGH zwischen „verkündigungsnahen“ und „verkündigungsfernen“ Tätigkeiten. Sie geht außerdem der Frage nach, ob diese rechtliche Zweiteilung in der Realität über verschiedene Arbeitsbereiche hinweg konsequent angewendet werden kann. Der erste Teil der Untersuchung analysiert den Übergang von einem traditionellen deutschen Modell, das den Kirchen auf der Grundlage ihres religiösen Selbstverständnisses eine weite Einschätzungsprärogative einräumte, hin zu dem unionsrechtlichen Modell der „wirksamen gerichtlichen Kontrolle“. Unter diesem neuen Paradigma sind nationale Gerichte nicht mehr auf eine bloße Plausibilitätskontrolle beschränkt, sondern müssen objektiv feststellen, ob eine spezifische religiöse Anforderung für die betreffenden beruflichen Aufgaben tatsächlich notwendig und objektiv geboten ist. Der Kern der Arbeit widmet sich den praktischen Herausforderungen, die diese objektive Prüfung mit sich bringt. Durch die Untersuchung verschiedener Berufsbilder – von klerikalen bis hin zu erzieherischen und administrativen Positionen – bewertet die Untersuchung die Schwierigkeit, unterschiedliche Aufgaben auf einem Spektrum der Nähe zum „Verkündungsauftrag“ der Kirche einzuordnen. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da der EuGH nahelegt, dass bestimmte Anforderungen für verkündigungsnahe Rollen gerechtfertigt sein können, für als „verkündigungsfern“ eingestufte Rollen jedoch nicht. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die „Verkündigungsnähe“ zwar einen klaren theoretischen Rahmen bietet, ihre praktische Anwendung jedoch mit erheblicher Rechtsunsicherheit behaftet ist. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die starre Differenzierung zwischen verkündigungsnahen und -fernen Aufgaben durch weltliche Gerichte den Eigenheiten verschiedener Kirchen nicht gerecht wird. Zum Beispiel wird das Konzept der kirchlichen „Dienstgemeinschaft“ in der katholischen Kirche nicht mehr beachtet. Das führt zu erheblichen Umsetzungslücken und einer ständigen Notwendigkeit einzelfallbezogener, oft widersprüchlicher gerichtlicher Kontrolle.
Abstract
(Englisch)
This Master’s thesis explores the practical problem arising from the Europeanisation of church labour law: the implementation of the jurisprudence of the Court of Justice of the European Union (CJEU) within the reality of ecclesiastical employment. Central for this legal conflict is the CJEU’s requirement, established in the Egenberger and IR rulings, that any occupational requirement based on religion must be "essential, legitimate, and justified". This thesis investigates the feasibility of the CJEU’s resulting differentiation between "proclamation-close" and "proclamation-distant" activities and questions whether this legal division can be consistently applied across diverse areas of work. The first part of the research analyses the shift from a traditional German model, which granted churches a broad margin of appreciation based on their religious self-understanding, to a model of effective judicial review mandated by Union law. Under this new paradigm, national courts are no longer limited to a mere plausibility check but must objectively determine if a specific religious requirement is truly necessary for the professional duties in question. The core of the thesis is dedicated to the practical challenges this objective test creates for both church employers and secular courts. By examining various occupational profiles – ranging from clerical roles to educational and administrative positions – the research evaluates the difficulty of placing diverse tasks on a spectrum of proximity to a church’s "mission of proclamation". This distinction is critical, as the CJEU suggests that membership requirements may be justified for roles close to the proclamation but are nearly impossible to maintain for roles deemed "proclamation-distant". The research concludes that while the "proclamation" proximity provides a clear theoretical framework, its practical application is impacted by legal uncertainty. The findings suggest that the rigid differentiation between proclamation-close and -distant tasks by secular courts often fails to account for churches’ characteristics. For example, the concept of ecclesiastical community of service in the Catholic Church is widely disregarded. This leads to significant implementation gaps and a continuous need for case-specific, often contradictory, judicial scrutiny.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
kirchliches Arbeitsrecht Egenberger Katholische Schwangerschaftsberatung Kirchenautonomie
Schlagwörter
(Englisch)
church labour law church autonomy Egenberger Katholische Schwangerschaftsberatung IR v JQ
Autor*innen
Magdalena Maria Schermaier
Haupttitel (Englisch)
Problems concerning the practical implementation of current CJEU jurisprudence on church labour law
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
XII, 52 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Stefan Köck
Klassifikationen
86 Recht > 86.75 Individualarbeitsrecht ,
86 Recht > 86.90 Europarecht. Sonstiges
AC Nummer
AC18041206
Utheses ID
81496
Studienkennzahl
UA | 999 | 082 | |
