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Para-fiscalism in the European Union
the role of the European Investment Bank in reshaping fiscal sovereignty
Máté Mokrai
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang für Internationale Studien (M.A.I.S.-Lehrgang)
Betreuer*in
Martin Feldkircher
DOI
10.25365/thesis.81521
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19188.60084.156184-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit geht von der Prämisse aus, dass die unvollständige fiskalische Architektur der Europäischen Union weiterhin eine zentrale Spannung der europäischen Integration darstellt. Für diese Studie ist die Europäische Investitionsbank besonders relevant, da sie politische Prioritäten der EU mit Finanzinstrumenten verbindet, die außerhalb gewöhnlicher nationaler Haushaltskanäle wirken. Auf dieser Grundlage wird die EIB als parafiskalischer Akteur verstanden, da sie ausgewählte fiskalähnliche Funktionen übernimmt, ohne eine Finanzverwaltung oder zentrale Haushaltsbehörde zu sein. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die parafiskalische Tätigkeit der EIB die fiskalpolitischen Entscheidungen und die wirtschaftliche Souveränität der EU-Mitgliedstaaten beeinflusst. Die Analyse umfasst die Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets im Zeitraum von 2010 bis 2024 und unterscheidet zwischen der Vor-EFSI-Phase, EFSI und InvestEU. Das empirische Design nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz, der quantitative Panelanalysen mit qualitativer Prozessverfolgung kombiniert. Die quantitativen Modelle prüfen, ob verzögerte, garantiebasierte EIB-Exposition mit öffentlichen Investitionen, gemessen anhand der staatlichen Bruttoanlageinvestitionen, und staatlichen Finanzierungsbedingungen, gemessen anhand der Spreads gegenüber deutschen Bundesanleihen, zusammenhängt. Zusätzlich wird geprüft, ob der relative Wert EIB-gestützter Finanzierung in fiskalisch oder finanziell eingeschränkten Mitgliedstaaten höher ist. Für den qualitativen Teil werden Italien und Spanien als Fälle mit höherer Exposition und stärkeren Einschränkungen untersucht, während die Niederlande als Kontrastfall mit größerem fiskalpolitischem Spielraum dienen. Die Ergebnisse zeigen schwache durchschnittliche Effekte auf öffentliche Investitionen und Spreads. Dies deutet darauf hin, dass EIB-gestützte Exposition nicht in allen Mitgliedstaaten einheitlich wirkt. Die Interaktionsmodelle liefern jedoch stärkere Hinweise darauf, dass EIB-Exposition in stärker eingeschränkten Mitgliedstaaten mit niedrigeren Spreads verbunden ist. Die qualitativen Ergebnisse stützen diese bedingte Interpretation. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die EIB fiskalpolitische Entscheidungen und Souveränität indirekt beeinflusst, indem sie Finanzierungsbedingungen und sektorale Prioritäten verändert. Damit leistet die Studie einen Beitrag zur Debatte über fiskalische Governance in der EU und zeigt, wie parafiskalische Kapazität durch garantiebasierte und delegierte Mechanismen entstehen kann.
Abstract
(Englisch)
The thesis builds on the premise that the European Union's incomplete fiscal architecture remains one of the central tensions of European integration. For this study, the European Investment Bank is particularly relevant because it connects EU policy priorities with financial instruments that operate beyond ordinary national budgetary channels. On that basis, the study conceptualises the EIB as a para-fiscal actor because it carries out selected fiscal-like functions without becoming a treasury or central budgetary authority. The central research question asks to what degree the para-fiscal activity of the EIB affects the fiscal policy choices and economic sovereignty of EU member states. The analysis covers Euro area member states from 2010 to 2024 and distinguishes between the pre-EFSI, EFSI and InvestEU periods. The empirical design uses a mixed-methods approach combining quantitative panel analysis with qualitative process tracing. The quantitative models test whether lagged guarantee-backed EIB exposure is associated with public investment, measured through general government gross fixed capital formation, and sovereign financing conditions, measured through spreads over the German Bund. The analysis further tests whether the relative value of EIB-backed support is higher in fiscally or financially constrained member states. For the qualitative leg, Italy and Spain are used as higher-exposure and more constrained cases, while the Netherlands serves as a contrast case with stronger fiscal space. The findings show weak average effects for public investment and sovereign spreads, suggesting that EIB-backed exposure does not operate uniformly across all member states. However, the interaction models provide stronger evidence that EIB exposure is associated with lower sovereign spreads in more constrained member states. The qualitative findings support this conditional interpretation. The thesis concludes that the EIB affects fiscal policy choices and sovereignty indirectly, by reshaping financing conditions and sectoral priorities. The study contributes to debates on EU fiscal governance by showing how para-fiscal capacity can develop through guarantee-backed and delegated mechanisms.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Parafiskalische Tätigkeit Europäische Investitionsbank Wirtschaftliche Souveränität Garantiebasierte EIB-Exposition InvestEU EFSI
Schlagwörter
(Englisch)
Para-fiscal activity European Investment Bank Economic sovereignty Guarantee-backed EIB exposure InvestEU EFSI
Autor*innen
Máté Mokrai
Haupttitel (Englisch)
Para-fiscalism in the European Union
Hauptuntertitel (Englisch)
the role of the European Investment Bank in reshaping fiscal sovereignty
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
v, 66 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Martin Feldkircher
Klassifikation
83 Volkswirtschaft > 83.52 Finanzwissenschaft
AC Nummer
AC17927516
Utheses ID
81558
Studienkennzahl
UA | 992 | 940 | |
