Detailansicht
The Austrian nuclear paradox
neutrality and activism in global disarmament
Alma Neubauer
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang für Internationale Studien (M.A.I.S.-Lehrgang)
Betreuer*in
Harald Edinger
DOI
10.25365/thesis.81637
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19215.63441.780892-7
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die klassische Neutralität wird regelmäßig mit Bündnisfreiheit, Zurückhaltung und einer nur geringen Beteiligung an der Sicherheitspolitik in Verbindung gebracht. Österreichs permanente Neutralität ist ein grundlegender Faktor seiner staatlichen und außenpolitischen Identität. Gleichzeitig hat sich Österreich als einer der engagiertesten Verfechter der nuklearen Abrüstung etabliert. Im Vergleich zu anderen neutralen Staaten wie der Schweiz oder Schweden zeigt sich jedoch, dass Neutralität allein dieses Engagement nicht erklären kann. Vielmehr fungiert sie als Katalysator für umfassendere Themen der österreichischen außenpolitischen Identität, wie humanitäre Prinzipien oder Multilateralismus. Aufbauend auf konstruktivistischen Ansätzen, Rollentheorie, Normenunternehmertum und der Forschung zum Einfluss kleiner Staaten argumentiert diese Arbeit, dass Neutralität nicht nur ein verfassungsrechtlicher Status, sondern auch ein sozial konstruierter Bestandteil der österreichischen außenpolitischen Identität ist. Insbesondere seit dem Ende des Kalten Krieges wurde Neutralität zunehmend politisch interpretiert und mit aktivem Multilateralismus sowie der Förderung internationaler Normen verknüpft. Dies trägt dazu bei zu erklären, warum Österreich trotz begrenzter materieller Ressourcen eine prominente Rolle in der nuklearen Abrüstungsdiplomatie einnimmt. Die Arbeit basiert auf eine qualitative Inhaltsanalyse offizieller österreichischer diplomatischer Erklärungen, parlamentarischer Dokumente, Konferenzberichte und Materialien zur Strategie der nuklearen Abrüstung. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Beteiligung Österreichs an der Humanitären Initiative und den Verhandlungen, die zum TPNW führten. Die Ergebnisse zeigen, dass eine starke humanitäre Ausrichtung, eine umfassende Beteiligung an multilateralen Organisationen, aktives Normenunternehmertum und Strategien zum Aufbau von Koalitionen in Verbindung mit dem Einfluss kleiner Staaten prägende Merkmale des österreichischen Engagements für nukleare Abrüstung sind. Obwohl Neutralität in den analysierten Quellen weniger häufig vorkommt, erweist sich dies als entscheidende Erkenntnis. Neutralität dient als förderlicher Rahmen, der Österreichs Legitimität, Glaubwürdigkeit und diplomatische Flexibilität in der internationalen Abrüstungsdiplomatie stärkt, anstatt das außenpolitische Verhalten Österreichs explizit vorzugeben. Mit anderen Worten: Sie schafft günstige Rahmenbedingungen, die den Aktivismus im Bereich der nuklearen Abrüstung erleichtern. Somit leistet diese Arbeit einen Beitrag zur Debatte über Neutralität, Normentreprenariat und den Einfluss kleiner Staaten, indem sie aufzeigt, wie Staaten mit begrenzten materiellen Ressourcen internationale Agenden durch humanitäres Engagement, multilaterale Zusammenarbeit und die Förderung internationaler Normen beeinflussen können.
Abstract
(Englisch)
Classical neutrality is regularly associated with non-alignment, restraint and marginal involvement in security politics. Austria’s permanent neutrality is fundamental factor of its state and foreign policy identity. Simultaneously, she has emerged as one of the most outspoken and proactive advocates of global nuclear disarmament in international forums. Compared to other neutrals, such as Switzerland or Sweden, Austria highlights that neutrality alone cannot account for this outcome. Rather, it functions as a catalyst for broader themes of Austrian foreign policy identity, such as humanitarian principles or multilateralism. Basing it in the context of constructivist approaches, scholarship on norm entrepreneurship and role theory, as well as small states influence, this thesis demonstrates that Austrian neutrality is not only a constitutional, unchanging status but also a socially produced aspect of national identity. Especially since the end of the Cold War its reinterpretation has taken a different route from solely military terms to political ones. Instead of insisting on its passivity, neutrality has been utilized to advocate active participation in multilateral diplomacy and the advancement of international norms. This understanding contributes to explain why Austria has consistently adopted positions that challenge the legitimacy of nuclear weapons despite lacking the material assets often associated with influence in international security concerns. The thesis uses qualitative content analysis of official Austrian diplomatic declarations, parliamentary documents, conference reports, and nuclear disarmament strategy materials. Austria's participation in the Humanitarian Initiative and the negotiations that resulted in the TPNW are given special consideration. The findings show that strong humanitarian framing, extensive participation in multilateral organizations, active norm entrepreneurship, and coalition-building strategies linked to small state influence are defining features of Austria’s nuclear disarmament activism. While neutrality appears less frequently in analyzed sources, this proves a crucial finding. Neutrality serves as an enabling framework that improves Austria's legitimacy, credibility, and diplomatic flexibility in international disarmament diplomacy rather than explicitly dictating Austrian foreign policy behavior. In other words, it creates permissive conditions that facilitate nuclear disarmament activism. Thus, this thesis contributes to discourse on neutrality, norm entrepreneurship and small state influence by showing how states with limited material resources can influence international agendas through humanitarian advocacy, multilateral engagement, and the advancement of international norms.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Österreichische Neutralität Nukleare Abrüstung Einfluss kleiner Staaten Normen Außenpolitische Identität Rollentheorie TPNW
Schlagwörter
(Englisch)
Austrian neutrality Nuclear disarmament Norm entrepreneurship Small state influence Foreign policy identity Role theory TPNW
Autor*innen
Alma Neubauer
Haupttitel (Englisch)
The Austrian nuclear paradox
Hauptuntertitel (Englisch)
neutrality and activism in global disarmament
Paralleltitel (Deutsch)
Das österreichische Nuklearparadoxon
Paralleluntertitel (Deutsch)
Neutralität und Aktivismus in der globalen Abrüstung
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
69 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Harald Edinger
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein. Allgemeines
AC Nummer
AC17956774
Utheses ID
81563
Studienkennzahl
UA | 992 | 940 | |
