Detailansicht
Georg Simmels Rezeption der Erkenntnisphilosophie Kants
Fragestellungen, Probleme, Lösungsansätze
Olga Bauer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Kurt Walter Zeidler
DOI
10.25365/thesis.81800
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20043.73729.212333-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht Georg Simmels Rezeption und Interpretation der Erkenntnistheorie Immanuel Kants sowie deren Bedeutung für die Entwicklung seines eigenen philosophischen Denkens. Ziel der Arbeit ist es, Simmels Stellung innerhalb der Kant-Rezeption zu bestimmen, die methodologischen Grundlagen seines Interpretationsverständnisses zu rekonstruieren, Simmels Beitrag zu Deutung des Kantischen Gedankenguts zu beleuchten, sowie den Einfluss der kantischen Philosophie auf sein Hauptwerk Philosophie des Geldes nachzuzeichnen. Die Untersuchung zeigt, dass Simmel aufgrund seiner lebenslangen Beschäftigung mit Kant und seiner engen Verbindung zum intellektuellen Umfeld des Neukantianismus als ein besonders qualifizierter Kant-Interpret gelten kann. Zugleich lässt sich sein Denken keiner einzelnen philosophiegeschichtlichen Strömung eindeutig zuordnen. Vielmehr verbindet es Elemente des Neukantianismus, des Pragmatismus, des Relativismus sowie der Kulturphilosophie und Soziologie. Die Rekonstruktion von Simmels Interpretationstheorie macht deutlich, dass er philosophische Interpretation als schöpferische und weltanschaulich geprägte Tätigkeit versteht. Vor diesem Hintergrund deutet er Kant im Horizont eines weltanschaulichen Intellektualismus und charakterisiert dessen Erkenntnistheorie zugleich als subjektivistisch und objektivistisch, fundamentalistisch und kohärentistisch. Trotz seiner Kritik an der zirkulären Begründung der Aprioritätslehre insbesondere und der Erkenntnis im Allgemeinen und an den einzelnen Prämissen der Aprioritätslehre erkennt Simmel in Kants Philosophie einen bleibenden Beitrag zur Begründung wissenschaftlicher Erkenntnis. Darüber hinaus wird gezeigt, dass Simmel zentrale Motive seiner Interpretation der Kantischen Erkenntnistheorie in der Philosophie des Geldes weiterentwickelt. Insbesondere seine Auffassung epistemischer Rechtfertigung, die zirkuläre und infinitistische Rechtfertigungsstrategien mit dem kantischen Prinzip des „Als ob“ verbindet, bildet die Grundlage seines erkenntnistheoretischen Relativismus. Die Arbeit gelangt damit zu dem Ergebnis, dass Simmels Kant-Rezeption nicht nur einen eigenständigen Beitrag zur Interpretation Kants darstellt, sondern zugleich einen Schlüssel zum Verständnis seiner eigenen Philosophie bildet.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Simmel Kant Erkenntnistheorie Wissenschaft Relativismus Kohärentismus das historische Apriori Letztbegründung
Autor*innen
Olga Bauer
Haupttitel (Deutsch)
Georg Simmels Rezeption der Erkenntnisphilosophie Kants
Hauptuntertitel (Deutsch)
Fragestellungen, Probleme, Lösungsansätze
Paralleltitel (Englisch)
Georg Simmel's reception of Kant’s theory of knowledge
Paralleluntertitel (Englisch)
questions, problems and proposed solutions
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
103, 1 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Kurt Walter Zeidler
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.20 Geschichte der westlichen Philosophie. Allgemeines ,
08 Philosophie > 08.32 Erkenntnistheorie
AC Nummer
AC17986899
Utheses ID
81620
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
