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Nurture and punish
how Soviet nationality policy shaped the path to the first Chechen war (1994)
Fedor Agapov
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang für Internationale Studien (M.A.I.S.-Lehrgang)
Betreuer*in
Thomas Row
DOI
10.25365/thesis.81524
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22464.62054.229412-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht die Ursachen des Ersten Tschetschenienkrieges (1994). Sie argumentiert, dass die sowjetische Nationalitätenpolitik zugleich die Grundlagen einer modernen tschetschenischen Nation schuf und die Integration der Region in den sowjetischen Staat untergrub. Durch Repressionen, Kollektivierung, politische Säuberungen sowie die Deportation der Tschetschenen und Inguschen im Jahr 1944 verstärkten sich diese Widersprüche über Jahrzehnte hinweg und traten erst mit dem Zusammenbruch der UdSSR in vollem Ausmaß zutage. Auf Grundlage konstruktivistischer Ansätze zum Nationalismus sowie Erkenntnissen des historischen Institutionalismus untersucht die Arbeit mithilfe von Process Tracing, wie sowjetische Politiken sowohl die tschetschenische Identität als auch das Verhältnis der Region zu Moskau prägten. Besonderes Augenmerk gilt den langfristigen Folgen der Deportation, die nicht nur als Quelle kollektiver Traumata verstanden wird, sondern auch als Prozess, der die gesellschaftliche Entwicklung störte, lokale Institutionen schwächte und jene Vermittlungseliten zerstörte, die als Bindeglied zwischen der tschetschenischen Gesellschaft und dem sowjetischen Staat fungieren konnten. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Erste Tschetschenienkrieg weder das Ergebnis eines einzelnen historischen Konflikts noch einer kurzfristigen politischen Krise war. Vielmehr entstand er aus Widersprüchen, die im sowjetischen Projekt selbst angelegt waren und nach dem Zusammenbruch der sowjetischen Institutionen politisch eskalierten und zum Kriegsausbruch im Jahr 1994 beitrugen.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the origins of the First Chechen War (1994). It argues that Soviet nationality policy simultaneously created the foundations of modern Chechen nationhood and undermined the region’s integration into the Soviet state. Through repression, collectivization, political purges, and the 1944 deportation of the Chechen and Ingush peoples, these contradictions accumulated over decades and became fully visible only after the collapse of the U.S.S.R. Using the constructivist approach, this thesis examines how Soviet policies shaped both Chechen identity and the region’s relationship with Moscow. Particular attention is paid to the long-term consequences of deportation, not only as a source of collective trauma but also as a process that disrupted social development, weakened local institutions, and destroyed intermediary elites capable of linking Chechen society to the Soviet state. The thesis concludes that the First Chechen War was not the product of a single historical grievance or political crisis. Rather, it emerged from contradictions embedded in the Soviet project itself, which became politically explosive following the collapse of Soviet institutions and contributed to the outbreak of war in 1994.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Erster Tschetschenienkrieg Sowjetische Nationalitätenpolitik Deportation Sowjetische Institutionen Tschetschenische Identität
Schlagwörter
(Englisch)
First Chechen War Soviet Nationality Policy Deportation Chechen Identity Soviet Institutions Deportation
Autor*innen
Fedor Agapov
Haupttitel (Englisch)
Nurture and punish
Hauptuntertitel (Englisch)
how Soviet nationality policy shaped the path to the first Chechen war (1994)
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
114 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Thomas Row
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
89 Politologie > 89.22 Nationalismus
AC Nummer
AC17927580
Utheses ID
81630
Studienkennzahl
UA | 992 | 940 | |
