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Die Plattform DuDa als digitaler Third Place gegen Einsamkeit?
eine qualitative Untersuchung aus der Perspektive von Menschen mit Behinderung
Annalena Eisfeld
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Petra Herczeg
DOI
10.25365/thesis.82051
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22473.60266.681726-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Menschen mit Behinderung sind häufiger von Einsamkeit betroffen, während sie aufgrund struktureller Hürden weniger Möglichkeiten haben, niederschwellig auf Begegnungsangebote zurückzugreifen. Gleichzeitig sind ihre Perspektiven in der Forschung weiterhin unterrepräsentiert. „DuDa“ ist ein an Menschen mit Behinderung gerichteter digitaler Kommunikationsraum. Diese Masterarbeit analysiert, wie die in DuDa aktiven Personen ihre Beziehungen innerhalb des digitalen Raumes gestalten und inwiefern sich die regelmäßige Teilnahme am Angebot auf das Einsamkeitserleben der Teilnehmenden auswirken kann. Zudem wird ein Vergleich mit den Charakteristika von Third Places gezogen. Methodisch basiert die Arbeit auf leitfadengestützten Interviews mit zehn erwachsenen DuDaNutzer*innen. Die anschließende qualitative Analyse erfolgte entlang von drei Forschungsfragen zur Beziehungsgestaltung im Online-Raum, zu den potenziellen Auswirkungen auf das Einsamkeitserleben und zur Einordnung von DuDa als digitaler Third Place. Die Ergebnisse zeigen, dass DuDa unter seinen regelmäßigen Besuchenden unterschiedlich enge soziale Bindungen ermöglicht. Die hohe Nutzungsfrequenz lässt eine erfahrungsbasierte Gemeinschaft entstehen, in der Selbstbestimmung und gegenseitige Wertschätzung zentral sind. Die Beziehungen reichen dabei allerdings selten über den Online-Kontext hinaus. Dennoch wird DuDa als sozialer Bezugs- und Ankerpunkt erlebt, der Sicherheit und Struktur im Alltag bietet. Dadurch kann relationale Einsamkeit abgeschwächt werden. Die Abhängigkeit von technischer Infrastruktur und sprachbasierter Kommunikation zeigt jedoch Grenzen auf. Hinsichtlich der Third-Place-Charakteristika wird deutlich, dass zielgruppenspezifische Anpassungen die Wahrnehmung als Third Place fördern können. Dazu zählen Schutz statt vollständiger Offenheit und aktive Moderation statt völliger Rollenfreiheit. Kritisch bleibt die Gefahr, durch voraussetzungsreiche digitale Anwendungen Ausschlüsse zu reproduzieren, ohne die bestehenden systemischen Exklusionstendenzen herauszufordern. Daran zeigt sich, dass digitale Begegnungsräume reale Teilhabe nicht ersetzen können. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zum Verständnis digitaler sozialer Räume im Kontext von Behinderung und Einsamkeit und zeigt Potenziale sowie Grenzen digitaler Teilhabeformate auf.
Abstract
(Englisch)
People with disabilities experience loneliness more frequently, while structural barriers limit their opportunities for accessible opportunities for social participation. At the same time, they remain underrepresented in research. “DuDa” is a digital communication platform aimed at people with disabilities. This master’s thesis explores how the users of DuDa shape their relationships within the digital space and in what way their regular participation affects their experience of loneliness. It also examines, to what extent it can function as a Third Place. Methodologically, the study is based on semi-structured interviews with ten adult DuDa users. The subsequent qualitative analysis followed three research questions regarding relationship formation in the online space, the potential effects on the experience of loneliness, and the classification of DuDa as a digital Third Place. The results show that DuDa fosters social connections of varying degrees of closeness among its regular users. Using the platform frequently fosters an experience-based community in which self-determination and mutual appreciation are key aspects. However, these relationships rarely extend beyond the online context. Nevertheless, DuDa is experienced as a social reference point and anchor that offers security and structure in everyday life. This can help alleviate relational loneliness. However, its dependence on technical infrastructure and language-based communication reveals certain limitations. With regard to Third Place characteristics, target-group-specific adaptations can enhance the perception of DuDa as a Third Place. These include security rather than complete openness and active moderation rather than complete freedom from roles. A critical risk remains that digital applications with high entry barriers may reproduce exclusion without challenging existing systemic exclusionary tendencies. This demonstrates that digital social spaces cannot replace real-world participation. Overall, this thesis contributes to the understanding of digital social spaces in the context of disability and loneliness, while highlighting both potentials and limitations of digital participatory formats.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Menschen mit Behinderung Einsamkeit Third Place digitale Third Places soziale Teilhabe inklusive Forschung
Autor*innen
Annalena Eisfeld
Haupttitel (Deutsch)
Die Plattform DuDa als digitaler Third Place gegen Einsamkeit?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine qualitative Untersuchung aus der Perspektive von Menschen mit Behinderung
Paralleltitel (Englisch)
DuDa as a digital third place against loneliness?
Paralleluntertitel (Englisch)
a qualitative study from the perspective of people with disabilities
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
1, 131 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Petra Herczeg
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.20 Kommunikation und Gesellschaft
AC Nummer
AC18041381
Utheses ID
81633
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
