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Das Experiment der ästhetischen Freiheit
eine Untersuchung von Christoph Menkes ästhetischem Materialismus
Marie Lisa Sailer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Arno Böhler
DOI
10.25365/thesis.81829
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22599.60323.646732-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Christoph Menke entwickelt in seiner Theorie der Befreiung (2022) eine Konzeption der Befreiung, die ihren Ausgangspunkt in der ästhetischen Erfahrung nimmt. Auffällig ist jedoch, dass der Begriff des Experiments in diesem Werk kaum eine Rolle spielt, obwohl Menke ihm bereits neun Jahre zuvor in Die Kraft der Kunst (2013) eine zentrale Funktion als Technik der ästhetischen Erfahrung zuschreibt. Vor diesem Hintergrund geht die vorliegende Arbeit der Frage nach, welche Bedeutung das Experiment für Menkes Theorie der Befreiung besitzt und ob sich das Experiment der Kunst als ein konstitutives, wenn auch unausgesprochenes Element seiner Befreiungstheorie rekonstruieren lässt. Die Arbeit zeigt, dass das Experiment der Kunst den dezidierte Ort dieser ästhetischen Erfahrung bildet. Im Moment der ästhetischen Erfahrung werden bestehende Formen der Selbst- und Weltbeziehung suspendiert und neue Möglichkeiten des Denkens, Wahrnehmens und Handelns eröffnet. Das Experiment der Kunst fungiert somit als Technik der ästhetischen Erfahrung, in der Freiheit als Zustand erfahrbar wird und Prozesse der Befreiung angestoßen werden können. Zur weiteren Bestimmung des Experimentbegriffs werden Verbindungen zu Friedrich Nietzsches Experimentalphilosophie sowie zu Hans-Jörg Rheinbergers Konzeption des Experimentalsystems hergestellt. Dabei wird das Experiment als ein offener Raum der Erfahrbarkeit und Widerfahrbarkeit verstanden, in dem Unvorhergesehenes hervortritt und Verborgenes in die Unverborgenheit gelangt. Kunst erscheint so als materielle Praxis der Welterkundung und als tätiges Hervorbringen des Wahren. Abschließend wird Menkes ästhetischer Materialismus kritisch mit Positionen der Neuen Materialismen konfrontiert – hier insbesondere mit Karen Barads agentiellen Realismus. Es zeigt sich, dass Menke zwar die Bedeutung von Materialität für ästhetische Erfahrung und Befreiung hervorhebt, letztlich jedoch an der Zentralität des Subjekts festhält. Die Arbeit argumentiert daher, dass Menkes Theorie der Befreiung als subjektzentrierter Materialismus zu verstehen ist, dessen Kern im Experiment der Kunst als Ort ästhetischer Freiheit und möglicher Befreiung liegt.
Abstract
(Englisch)
In A Theory of Liberation (2022), Christoph Menke develops a conception of liberation that takes aesthetic experience as its point of departure. Strikingly, however, the concept of the experiment plays only a marginal role in this work, despite the fact that nine years earlier, in The Power of Art (2013), Menke had assigned it a central function as the technique of aesthetic experience. Against this background, the present thesis investigates the significance of the experiment for Menke’s theory of liberation and asks whether the experiment of art can be reconstructed as a constitutive, albeit implicit, element of his theory. The thesis argues that the experiment of art constitutes the privileged site of aesthetic experience. In the moment of aesthetic experience, established forms of self-relation and world-relation are suspended, opening up new possibilities for thinking, perceiving, and acting. The experiment of art thus functions as the technique of aesthetic experience through which freedom as a state becomes accessible and processes of liberation can be initiated. To further specify the concept of the experiment, connections are drawn to Friedrich Nietzsche’s experimental philosophy and Hans-Jörg Rheinberger’s conception of the experimental system. From this perspective, the experiment is understood as an open space of experience and eventfulness in which the unforeseen can emerge and what was previously concealed can come into unconcealment. Art thus appears as a material practice of world-exploration and as an active production of truth. Finally, Menke’s aesthetic materialism is critically contrasted with positions within the New Materialisms, in particular Karen Barad’s agential realism. While Menke emphasizes the importance of materiality for aesthetic experience and liberation, he ultimately retains the centrality of the subject. The thesis therefore argues that Menke’s theory of liberation is best understood as a subject-centered materialism whose core lies in the experiment of art as a site of aesthetic freedom and possible liberation.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Ästhetik Experiment Freiheit Befreiung Christoph Menke ästhetischer Materialismus Neue Materialismen
Schlagwörter
(Englisch)
Aesthetics Freedom Liberation Christoph Menke New Materialism Aesthetic Materialism
Haupttitel (Deutsch)
Das Experiment der ästhetischen Freiheit
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Untersuchung von Christoph Menkes ästhetischem Materialismus
Paralleltitel (Englisch)
The experiment in aesthetic freedom
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
105 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Arno Böhler
Klassifikation
08 Philosophie > 08.41 Ästhetik
AC Nummer
AC18007003
Utheses ID
81657
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
