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Divergent development outcomes in oil-rich developing countries
a comparative multi-case study
Mátyás Kohán
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Alejandro Cunat
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81721
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24408.72367.912899-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Warum erzielen erdölproduzierende Länder, die denselben globalen Rohstoffmärkten ausgesetzt sind, deutlich unterschiedliche Entwicklungsoutcomes? Diese Arbeit untersucht Entwicklungsergebnisse sowie die unterschiedlichen Governance-Strukturen und politikökonomischen Entwicklungsarchitekturen, mit denen sie koexistierten, in sechs ölreichen Ländern mittleren Einkommens im Zeitraum von 1991 bis 2025: Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan als postsowjetische Fälle sowie Algerien, Angola und Gabun als postkoloniale afrikanische Fälle. Aufbauend auf der Theorie des Ressourcenfluchs, der Neuen Institutionenökonomik sowie staatlich gelenkten Entwicklungsansätzen verwendet die Studie ein Most Similar Systems Design (MSSD) und eine vergleichende Mehrfallstudie, um Politikarchitekturen zu identifizieren, die mit erwünschenswerteren Ergebnissen hinsichtlich Wirtschaftswachstum, wirtschaftlicher Diversifizierung und sozialer Entwicklung verbunden sind. Die Analyse kombiniert Indikatoren makroökonomischer Leistung, der Exportdiversifizierung und der sozialen Entwicklung mit einer Untersuchung von Governance-Strukturen, Systemen des Ressourcenrentenmanagements und industriepolitischen Entwicklungsstrategien. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Diversifizierung und strukturelles Upgrading nicht notwendigerweise zusammenfallen. Mehrere Länder diversifizierten ihre Exporte weg von Kohlenwasserstoffen, doch nur Kasachstan entwickelte eine hinreichend diversifizierte und qualitativ aufgewertete Exportstruktur, die in der Lage war, die Volatilität der Kohlenwasserstoffpreise in nennenswertem Maße abzufedern. Die Ergebnisse legen ferner nahe, dass gute Ressourcen-Governance allein keine guten Entwicklungsergebnisse garantiert, da Länder mit vergleichsweise starken Indikatoren der Ressourcen-Governance ihre Vergleichsfälle nicht zwangsläufig auch hinsichtlich umfassenderer Entwicklungsindikatoren übertrafen. Stattdessen scheinen günstigere Ergebnisse mit einem langfristig orientierten und antizyklischen Management von Ressourcenrenten, nachhaltigen Investitionen in Humankapital, der Fähigkeit zur Anziehung ausländischer Direktinvestitionen sowie einer entwicklungsorientierten Rolle des Staates verbunden zu sein, die über die bloße Verteilung von Ressourcenrenten hinausgeht. Die Arbeit beteuert, dass weder die Theorie des Ressourcenfluchs noch institutionelle Erklärungsansätze oder Theorien staatlich gelenkter Entwicklung an sich die Unterschiede in den Entwicklungsergebnissen von Kohlenwasserstoffproduzenten hinreichend erklären können. Vielmehr scheinen Entwicklungspfade durch das Zusammenspiel von Ressourcen-Governance, institutionellen Konfigurationen, Humankapitalpolitik und staatlicher Entwicklungskapazität geprägt zu werden. Aufgrund ihres vergleichenden Fallstudiendesigns erhebt die Studie keinen Anspruch auf den Nachweis formaler Kausalität, sondern formuliert Hypothesen für zukünftige Forschung zur politischen Ökonomie der Entwicklung ressourcenreicher Staaten.
Abstract
(Englisch)
Why do oil-producing countries exposed to the same global commodity markets achieve markedly different development outcomes? This thesis examines development outcomes, as well as the divergent governance structures and policy architectures they have coexisted with, in six hydrocarbon-rich middle-income countries between 1991 and 2025: Azerbaijan, Kazakhstan and Turkmenistan as post-Soviet cases, and Algeria, Angola and Gabon as postcolonial African cases. Drawing on resource curse theory, New Institutional Economics, and state-led development approaches, the study employs a most similar systems design (MSSD) and comparative multi-case methodology to identify policy architectures associated with more favorable outcomes in economic growth, economic diversification and social development. The analysis combines indicators of macroeconomic performance, export diversification and social development with the examination of governance structures, resource revenue management systems and industrial development strategies. The study finds that diversification and structural upgrading do not necessarily coincide. Several countries diversified exports away from hydrocarbons, but only Kazakhstan developed a sufficiently diversified and upgraded export structure capable of meaningfully cushioning hydrocarbon price volatility. The findings further suggest that strong resource governance alone does not guarantee favorable development outcomes, as countries with comparatively strong resource governance indicators did not necessarily outperform peers in broader development terms. Instead, more favorable outcomes appear to be associated with long-term and countercyclical resource revenue management, sustained investment in human capital, the ability to attract foreign direct investment, and a developmental state role that extends beyond the distribution of resource rents. The thesis argues that neither resource curse theory, institutional explanations nor state-led development approaches alone adequately explain variation in outcomes among hydrocarbon producers. Rather, development trajectories appear to be shaped by the interaction of resource governance, institutional configurations, human capital policies and state developmental capacity. Given its comparative case-study design, the study does not claim formal causality but generates hypotheses for future research on the political economy of development in resource-rich states.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Ressourcenfluch Ölstaaten Entwicklungsökonomie wirtschaftliche Diversifizierung staatlich gelenkte Entwicklung ökonomische Institutionen Kasachstan Aserbaidschan Turkmenistan Algerien Angola Gabun
Schlagwörter
(Englisch)
resource curse oil-producing countries development economics economic diversification state-led development economic institutions Kazakhstan Azerbaijan Turkmenistan Algeria Angola Gabon
Autor*innen
Mátyás Kohán
Haupttitel (Englisch)
Divergent development outcomes in oil-rich developing countries
Hauptuntertitel (Englisch)
a comparative multi-case study
Paralleltitel (Deutsch)
Abweichende Entwicklungsoutcomes in ölreichen Entwicklungsländern
Paralleluntertitel (Deutsch)
eine vergleichende Mehrfallstudie
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
157 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Alejandro Cunat
Klassifikation
83 Volkswirtschaft > 83.39 Wirtschaftsentwicklung, Wirtschaftsstruktur. Sonstiges
AC Nummer
AC17969654
Utheses ID
81702
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1