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Geocriminality
hybrid threats and the strategic role of organised crime
Sonja Mayr
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang für Internationale Studien (M.A.I.S.-Lehrgang)
Betreuer*in
Robert Schuett
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81598
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24444.74131.387065-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es zu untersuchen, warum Staaten Elemente organisierter Kriminalität als Instrumente der Konfliktführung einsetzen, ein Phänomen, welches als Geokriminalität konzeptualisiert wird. Im Kontext des sich kontinuierlich wandelnden Sicherheitsumfeld, das sich tendenziell von konventioneller Kriegsführung hin zur Konkurrenz in der Grauzone bewegt, greifen Staaten zunehmend auf indirekte und abstreitbare Formen der Einflussnahme zurück, die unterhalb der Schwelle bewaffneter Konflikte operieren. Während die bisherige Forschung hinsichtlich hybriden Bedrohungen und organisierter Kriminalität weitgehend separat verlief, wurde die strategische Logik hinter der Instrumentalisierung krimineller Netzwerke durch Staaten bislang theoretisch unzureichend beleuchtet. Diese Arbeit verschriftlicht das Bestreben diese Lücke durch die Entwicklung eines mechanismenbasierten Erklärungsrahmens zu schließen. Methodisch kommt ein qualitatives Small-N-Fallstudiendesign zur Anwendung, das umfassende Literaturrecherche mit Prozessverfolgung (Process Tracing) im Rahmen zweier illustrativer Fallstudien – Nordkorea und Iran – verbindet. Die Analyse gliedert sich demnach in drei Ebenen: die Erarbeitung eines konzeptionellen und theoretischen Rahmens auf Grundlage des Realismus, der Englischen Schule, der Spieltheorie und der Prinzipal-Agent-Theorie; die Identifikation der strategischen Logik und Anreizstrukturen; sowie die empirische Überprüfung der Mechanismen durch die Fallstudienanalyse. Diesbezüglich werden fünf Kernmechanismen identifiziert: glaubhafte Abstreitbarkeit und strategische Ambiguität, Eskalationskontrolle durch Schwellenmanagement, Auslagerung an bestehende illegale Kapazitäten, Ausbeutung illegaler Infrastrukturen sowie iterative Destabilisierung mit kaskadierenden Effekten. Die Ergebnisse zeigen, dass Geokriminalität eine rationale strategische Wahl darstellt, insbesondere für Staaten, die mit Sanktionen, diplomatischer Isolation, militärischer Asymmetrie oder Ressourcenknappheit konfrontiert sind. Nordkorea weist eine institutionalisierte Form der Geokriminalität auf, die auf Regimeüberleben abzielt, während der Iran ein flexibleres Muster verfolgt, das auf Einflussprojektion und asymmetrische Konkurrenz ausgerichtet ist. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Überbrückung von Kriminologie und Sicherheitsforschung und verortet organisierte Kriminalität nicht nur als Problem der Strafverfolgung, sondern als strategische Sicherheitsfrage mit weitreichenden Implikationen für die internationale Ordnung.
Abstract
(Englisch)
This thesis investigates why states employ elements of organised crime as instruments of conflict, a phenomenon conceptualised as geocriminality. As the contemporary security environment is in a stage of transformation from conventional warfare towards grey zone competition, states increasingly rely on indirect and deniable methods of coercion that operate below the threshold of armed conflict. While hybrid threat research and organised crime scholarship have developed largely in parallel, the strategic logic behind the instrumentalisation of criminal networks by states remains undertheorised. This thesis addresses that gap by developing a mechanism-based explanatory framework. Methodologically, the study adopts a qualitative, small-N case study design combining extensive literature research with process tracing across two illustrative cases: North Korea and Iran. The analysis proceeds in three layers: establishing a conceptual and theoretical framework drawing on realism, the English School, game theory, and the principal-agent theory; identifying the strategic logic and incentive structures that make organised crime attractive to states; and empirically testing the proposed mechanisms through case study analysis. Five core mechanisms are identified in order to explain why states turn to organised crime as a strategic tool: plausible deniability and strategic ambiguity, escalation control through threshold management, outsourcing to pre-existing illicit capacity, exploitation of illicit infrastructures, and iterative disruption leading to cascading destabilisation. The findings demonstrate that geocriminality is a rational strategic choice particularly for states facing sanctions, diplomatic isolation, military asymmetry, or resource constraints. North Korea exhibits an institutionalised form of geocriminality centred on regime survival, while Iran employs a more flexible pattern oriented towards influence projection and asymmetric competition. The thesis contributes to bridging criminology and security studies, reframing organised crime not merely as a law enforcement concern but as a fundamental strategic security issue with profound implications for the international order.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Geokriminalität hybride Bedrohungen organisierte Kriminalität Grauzonenkonflikt Staat-Kriminalität-Nexus
Schlagwörter
(Englisch)
geocriminality hybrid threats organised crime grey zone conflict state-crime nexus
Autor*innen
Sonja Mayr
Haupttitel (Englisch)
Geocriminality
Hauptuntertitel (Englisch)
hybrid threats and the strategic role of organised crime
Paralleltitel (Deutsch)
Geokriminalität
Paralleluntertitel (Deutsch)
hybride Bedrohungen und die strategische Rolle organisierter Kriminalität
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
79 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Robert Schuett
Klassifikation
89 Politologie > 89.79 Internationale Konflikte. Sonstiges
AC Nummer
AC17947122
Utheses ID
81718
Studienkennzahl
UA | 992 | 940 | |
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