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Die Rezeption der österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition 1872-1874 bis zum Tod der beiden Expeditionsleiter Payer und Weyprecht
Christina Weigl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Globalgeschichte und Global Studies
Betreuer*in
Friedrich Edelmayer
DOI
10.25365/thesis.81791
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28683.65956.681818-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die österreichisch-ungarische Nordpolex-pedition von 1872 bis 1874 genauer unter die Lupe zu nehmen, besonders hin-sichtlich der Rezeption und öffentlichen Wirkung, indem ein Fokus auf die Ana-lyse von Zeitungsberichten gelegt wird. Die Mannschaft wurde kurz nach Start der Expedition vom Eis eingeschlossen und das ursprüngliche Ziel, den Nordpol oder die Beringstraße zu erreichen, konnte somit nicht erreicht werden. Durch einen glücklichen Zufall trieb das Schiff namens „Tegethoff“ jedoch samt seiner Eisscholle zu einem bis dato unbekannten Land, welches die Mannschaft „Franz-Josefs-Land“ taufte. In dieser Arbeit fasse ich kurz die Ereignisse der Expedition zusammen und lege meinen Fokus dann auf die Pressestimmen diverser Zeitungen, vor, während und nach der Expedition. Das Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, dass es diverse Gründe dafür gibt, warum nahezu niemand in Österreich in der heutigen Zeit über diese Errungenschaft Bescheid weiß, und warum niemand die Helden kennt, die diese, wenn auch zufällige, Entdeckung gemacht haben, insbesondere, da das Landstück bis heute „Franz-Josef-Land“ genannt wird. Auch wenn relativ knapp nach der Entdeckung der Erste Weltkrieg, sowie später der Zweite Weltkrieg, einen großen Schatten über diese Entdeckung legten, und diese Errungenschaft im Vergleich zu anderen auch relativ klein ist, ist meine These, dass weitere Umstände dazu führten, dass das Franz-Josef-Land nahezu vergessen wurde. Ein Aspekt könnten die beiden Expeditionsleiter und ihre unterschiedlichen Per-sönlichkeiten sein: Carl Weyprecht und Julius Payer leiteten diese Expedition und hätten unterschiedlicher nicht sein können. Weyprecht war eher von ruhiger Natur und wollte weder Ruhm noch Ehre, vielmehr interessierte ihn die Wissen-schaft und die Erforschung des Eises. Er war es auch, der das internationale Po-larjahr und die Erbauung von Forschungsstationen am Nordpol forcierte, um diese Welt des Eises weiter zu erforschen. Payer war eher der künstlerische Typ und liebte es, im Rampenlicht zu stehen. Er war derjenige, der direkt nach der Expedition einen absoluten Bestseller ver-fasste, zeichnete Bilder von der Expedition und war für die Kartografie zustän-dig und versuchte immer so viel mediale Präsenz wie möglich aus seinen Errun-genschaften herauszuschlagen. Als Österreich-Ungarn ihn in weiterer Folge nicht in diesem Ausmaß ehrte, wie Payer sich dies vorgestellt hatte, war er zu-tiefst verletzt. Besonders, da es einige kritische Stimmen gab, die die Existenz des Franz-Josef-Landes anzweifelten. Die Frage, die ich daher innerhalb der Arbeit zu klären versuche ist, ob diese sehr konträren Persönlichkeiten der Expeditionsleiter auch ihren Beitrag zum langsamen „Vergessen“ der Expedition geleistet haben. Meine Hauptthese ist weiters, dass das bereits schwankende Österreich-Ungarn diese Erfolgsgeschichte nutzte, um Stabilität und vor allem Einigkeit zu verbrei-ten, indem die wundersame Geschichte von tapferen Österreichern erzählt wur-de, die trotz widrigster Bedingungen ein neues Land entdeckt haben und dem sicheren Tod entronnen sind. Als die Monarchie dann zerbrach, war es nicht mehr notwendig, diese Geschichte medial weiter zu inszenieren und durch den Ersten und den Zweiten Weltkrieg ging die Entdeckung des Franz-Josef-Landes komplett unter. Für diese Arbeit dienen mir hauptsächlich Primärquellen wie das Tagebuch von Teilnehmern, sowie Zeitungsartikel als Basis. Ich vergleiche unterschiedliche Quellen, um einen Überblick darüber zu geben, wie die Expedition von statten ging und wie das Leben der beiden Expeditionsleiter aussah, um in weiterer Fol-ge meine Hauptthesen zu stützen.
Abstract
(Englisch)
This work aims to describe the expedition to the North Pole of Austria-Hungary from 1872 until 1874 and takes a closer look at the general opinion towards it by looking at newspaper articles. During this expedition the crew got stuck in ice and therefore was not able to reach the North Pole or the Beringstreet, which they originally tried to do. But through lucky circumstances, the ship called “Tegethoff” got stranded on an until unknown island which the crew called “Franz-Josefs-Land”. In this work I give a brief overview over this expedition and take a look at how the newspapers wrote about this expedition before, dur-ing and after it. The aim of this paper is to show, that there are different reasons as to why almost nobody in Austria remembers about this expedition, it’s heroes and the discovery, even though the land is still called “Franz-Josef-Land” to this day. Although both world wars which followed soon after the discovery certainly threw a big shadow over this achievement, which was little, compared to others, my thesis is, that there were other circumstances, which led to an almost forgot-ten Franz-Josef-Land. One aspect might be the leaders and their personalities: Carl Weyprecht and Jul-ius Payer, the leaders of this expedition, had very different personalities. Weyprecht was the calm one, he wasn’t keen on standing in the spotlight and was very interested in science. He was the person who was the driving force to establish international polar years and install research stations all over the north pole, in order to get to know this landscape more. Payer on the other hand was more of the artist-type and loved the spotlight. He was the one who wrote the exciting best seller about the expedition, he drew pictures and maps of the island and always tried to make the most out of the fame he got because of his achievements. He was therefore deeply hurt, as Aus-tria-Hungary didn’t acknowledge him as the big hero in regards of lifelong hero-ism. As some critics said, that the island wouldn’t even exist, he was deeply hurt by his home-country. The underlying question of this thesis is therefore, if the leaders and their different personalities contributed to the slow but steady forget-ting of their really astounding achievements. The key thesis I gathered is, that this expedition was used by the struggling Aus-tria-Hungary to maintain stability and unification by telling heroic tales of the great men who conquered death and found a new land. Soon after the monarchy shattered, there was no use to keep this heroic tales alive and the wars did the rest to completely wipe out what happened in the Austro-Hungarian expedition from 1872 until 1874. The methods of this work rely solely on first hand sources, for example the diary of crew members and newspaper articles. I take a closer look on different sources and try to present the reader an overview of the expedition as well as the life of both leaders in order to support my main thesis.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Nordpolexpedition Julius Payer Carl Weyprecht österreichisch-ungarische Nordpolexpedition 1872-1874
Autor*innen
Christina Weigl
Haupttitel (Deutsch)
Die Rezeption der österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition 1872-1874 bis zum Tod der beiden Expeditionsleiter Payer und Weyprecht
Paralleltitel (Englisch)
The reception of the Austro-Hungarian North Pole expedition of 1872-1874 up until the deaths of the two expedition leaders, Payer and Weyprecht
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
59 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friedrich Edelmayer
Klassifikation
15 Geschichte > 15.22 Geschichte der Entdeckungen
AC Nummer
AC17986529
Utheses ID
81786
Studienkennzahl
UA | 066 | 805 | |
