Detailansicht
Behind the mirror
factors affecting mirror inspection behaviour in greylag geese
Alina Döhring
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Zoologie
Betreuer*in
Sonia Kleindorfer
Mitbetreuer*in
Andrew Katsis
DOI
10.25365/thesis.81732
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28692.74882.412585-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Spiegel-Inspektions-Verhaltensweisen, wie das Schauen hinter einen Spiegel, werden häufig als explorative oder kognitiv bedeutsame Reaktionen in Tieren interpretiert. Doch bei Arten, die keine Selbsterkennung im Spiegel zeigen, könnte dieses Verhalten stattdessen die Motivation zur Nahrungssuche, soziale Einschätzung, die Fähigkeit zur Objektpermanenz oder charakterspezifische Exploration widerspiegeln. In dieser Arbeit habe ich untersucht, welche Faktoren das Spiegel-Inspektions-Verhalten von freilebenden Graugänsen (Anser anser) am besten erklären können, einer Art, die keine Selbsterkennung im Spiegel aufweist. Nach einer Gewöhnungsphase habe ich über 8 Versuchstage hinweg den Gänsen ein hölzernes Brett (auf dem ein Spiegel montiert werden konnte) und eine Futterschale in vier Kombinationen präsentiert: Spiegel mit leerer Futterschale, Brett mit gefüllter Futterschale ohne Spiegel, gefüllte Futterschale direkt neben dem Spiegel platziert (simulieren eine einzelne, größere Futterquelle), und gefüllte Futterschale 15 cm vom Spiegel entfernt platziert (simulieren zwei kleinere Futterquellen). Bei jeder Annäherung einer Gans an das Brett habe ich aufgezeichnet, ob diese hinter das Brett schaut und die individuelle Reproduzierbarkeit dieses Verhaltens quantifiziert. Das Spiegel-Inspektions-Verhalten kam fast ausschließlich während der Versuche mit Futter vor, mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu der Nur-Spiegel-Kontrolle ohne Futter. Die Unterschiede zwischen den drei Futter-Versuchen waren minimal, abgesehen von einem leichten Anstieg des Spiegel-Inspektions-Verhaltens, als die Futterschale direkt neben dem Spiegel platziert war. Dies könnte auf einen geringen zusätzlichen Stimulus-Effekt des Spiegels hinweisen. Das Spiegel-Inspektions-Verhalten wies eine geringe, aber signifikante Reproduzierbarkeit innerhalb der Individuen auf, und jüngere Gänse zeigten dieses Verhalten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als ältere Gänse. Diese Ergebnisse zeigen, dass Graugänse vorrangig den Spiegel aus Motivation zur Futtersuche inspizieren. Der Spiegel-Effekt, dass jüngere Gänse es bevorzugten, hinter dem Spiegel nach dem Futter zu „suchen“, als mit anderen Gänsen darum zu konkurrieren, könnte ein Beweis für soziale Konflikt-Vermeidung sein. Die Reproduzierbarkeit dieses Verhaltens deutet darauf hin, dass die Inspektion des Spiegels mit der Explorationsneigung oder charakterspezifischer Informationserfassung zusammenhängen könnte, was es zukünftig noch zu untersuchen gilt.
Abstract
(Englisch)
Mirror inspection behaviours, such as looking behind a mirror, are commonly interpreted as exploratory or cognitively meaningful responses in animals. However, in species that do not show mirror self-recognition, these behaviours may instead reflect foraging motivation, social assessment, capacity for object permanence, or personality-associated exploration. Here, I tested which factors best explain mirror inspection in free-ranging greylag geese (Anser anser), a species that does not exhibit mirror self-recognition. Following a habituation period and across eight treatment days, I presented geese with a wooden board (on which a mirror could be mounted) and a food tray in four conditions: mirror only (mirror with empty food tray), food only (board with full food tray), mirror + food simulated single (mirror with a full food tray pressed up against the mirror, simulating a single larger food source), and mirror + food simulated double (mirror with a full food tray placed 15 cm away, simulating two smaller food sources). For each approach, I recorded whether subjects looked behind the board and quantified the individual repeatability of this response. Looking-behind behaviour occurred almost exclusively during food trials, with significantly higher likelihood in all food conditions relative to the mirror-only control. Differences among the three food treatments were minimal, aside from a modest increase in looking-behind when food was close to the mirror, indicating a small added effect of the mirror stimulus. Looking-behind behaviour was weakly but significantly repeatable among individuals, and younger geese were more likely to exhibit this behaviour. These findings show that geese inspect mirrors primarily when motivated by foraging, with a mirror-mediated effect that may reflect social avoidance, as younger geese preferentially “searched” behind the mirror rather than interact near food. The repeatability of this behaviour suggests that mirror inspection may covary with exploration tendencies or personality-associated information gathering, which remains to be tested.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Tierpersönlichkeit Anser anser Vogel-Kognition Spiegel-Inspektion Spiegel-Experiment
Schlagwörter
(Englisch)
animal personality Anser anser avian cognition mirror inspection mirror test
Autor*innen
Alina Döhring
Haupttitel (Englisch)
Behind the mirror
Hauptuntertitel (Englisch)
factors affecting mirror inspection behaviour in greylag geese
Paralleltitel (Deutsch)
Die Rückseite des Spiegels
Paralleluntertitel (Deutsch)
Untersuchung der Faktoren, die das Spiegel-Inspektions-Verhalten bei Graugänsen beeinflussen
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
64 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Sonia Kleindorfer
Klassifikationen
42 Biologie > 42.66 Ethologie ,
42 Biologie > 42.83 Aves
AC Nummer
AC17973255
Utheses ID
81792
Studienkennzahl
UA | 066 | 831 | |
