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Neutrality under pressure
Austria's security strategy in a weakening rules-based order
Jannik Bachmann
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang für Internationale Studien (M.A.I.S.-Lehrgang)
Betreuer*in
Robert Schuett
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81691
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29520.61263.804654-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht, warum sich Österreichs Konzeption der Neutralität weiterentwickeln muss, um als tragfähige Sicherheitsstrategie in der gegenwärtigen internationalen Ordnung bestehen zu können. Ausgehend vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Jahr 2022 und der daraus resultierenden Neuordnung der europäischen Sicherheitsarchitektur als empirischem Ankerpunkt, verfolgt die Studie den Verlauf der österreichischen Neutralität von ihrer verfassungsrechtlichen Verankerung im Jahr 1955 über die Integration in die Europäische Union bis in die gegenwärtige Phase ihrer umstrittenen Relevanz. Das zentrale Argument lautet, dass Österreichs Neutralität in einem strukturellen Missverhältnis zu dem sicherheitspolitischen Umfeld steht, in dem sie wirken muss. Die Doktrin wurde in einem bipolaren Kontext geprägt, der Pufferstaaten begünstigte und eine funktionierende regelbasierte internationale Ordnung voraussetzte. Beide Voraussetzungen sind erodiert. Hybride Bedrohungen, die partielle Lähmung multilateraler Institutionen, die Militarisierung der Sicherheitsarchitektur der EU sowie die strategische Isolation Österreichs infolge des NATO-Beitritts Finnlands und Schwedens haben den Schutzwert der Doktrin von 1955 gemeinsam gemindert. Dennoch ist die Neutralität verfassungsrechtlich verankert und genießt breite Unterstützung in der Bevölkerung, wobei mehr als drei Viertel der Bevölkerung sich für ihre Beibehaltung aussprechen. Die Arbeit argumentiert, dass die Auflösung dieses Spannungsverhältnisses nicht die Aufgabe der Neutralität erfordert, sondern eine substanzielle Neudefinition: eine Doktrin, die glaubwürdige nationale Verteidigung, vertiefte europäische Zusammenarbeit in nicht bündnisbindenden Bereichen, hybride Resilienz und einen ehrlicheren öffentlichen Diskurs über das, was Neutralität leisten kann und was nicht, miteinander verbindet. Die Arbeit stützt sich auf Abschreckungstheorie, Konstruktivismus, hybride Bedrohungstheorie sowie Institutionalismus und wendet eine Einzelfallstudie mit Dokumentenanalyse an. Sie kommt zu dem Schluss, dass eine adaptive, bewaffnete und vernetzte Neutralität die einzige Konfiguration darstellt, in der Österreichs gewählter Status weiterhin tragfähige Sicherheit gewährleisten kann.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines why Austria's conception of neutrality must evolve in order to remain a viable security strategy in the contemporary international order. Taking Russia's full-scale invasion of Ukraine in 2022 and the subsequent reordering of European security as the empirical anchor, the paper traces the trajectory of Austrian neutrality from its constitutional adoption in 1955 through its integration into the European Union and into the present period of contested relevance. The argument advanced is that Austria's neutrality has become structurally misaligned with the security environment in which it must operate. The doctrine was forged in a bipolar context that rewarded buffer status and presupposed a functioning rules-based international order. Both conditions have eroded. Hybrid threats, the partial paralysis of multilateral institutions, the militarization of the EU's security architecture and the strategic isolation of Austria following Finnish and Swedish accession to NATO have together reduced the protective value of the 1955 doctrine. Yet, neutrality remains constitutionally entrenched and overwhelmingly popular, supported by more than three-quarters of the population. The thesis argues that resolving this tension does not require abandoning neutrality but rather a substantive redefinition: a doctrine that combines credible national defense, deepened European cooperation in non-alliance- binding domains, hybrid resilience and a more honest public discourse about what neutrality can and cannot do. This paper draws on deterrence theory, constructivism, hybrid threat theory as well as institutionalism, and applies a single-case study methodology with document analysis. It concludes that an adaptive, armed and networked neutrality is the only configuration in which Austria's chosen status can continue to provide viable security.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Österreichische Neutralität Europäische Sicherheitsarchitektur Sicherheitsstrategie Hybride Bedrohungen Multilaterale Institutionen NATO
Schlagwörter
(Englisch)
Austrian Neutrality European Security Security Strategy Hybrid Threats Multilateral Institutions NATO
Autor*innen
Jannik Bachmann
Haupttitel (Englisch)
Neutrality under pressure
Hauptuntertitel (Englisch)
Austria's security strategy in a weakening rules-based order
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
54 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Robert Schuett
Klassifikation
89 Politologie > 89.70 Internationale Beziehungen. Allgemeines
AC Nummer
AC17967611
Utheses ID
81808
Studienkennzahl
UA | 992 | 940 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1