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Designing circularity
the upstream regulation, the internal market, and the structural limits of harmonisation in EU circular economy law - with insights from Japan
Yume Araki
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
außerordentliches Masterstudium Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht (LL.M.) [Berufsbegleitend Englisch]
Betreuer*in
Siegfried Fina
DOI
10.25365/thesis.81866
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29601.62608.842184-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht, wie das Binnenmarktrecht der Europäischen Union den Regelungsspielraum für vorgelagerte Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft prägt, wobei die Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Verordnung (EU) 2025/40, PPWR) als zentrale Fallstudie dient. Die Untersuchung basiert auf zwei Arbeitshypothesen. Die erste Hypothese besagt, dass die Artikel 34 bis 36 AEUV die Mitgliedstaaten strukturell daran hindern, vorgelagerte Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft zu erlassen, da Verpflichtungen in der Produktgestaltungsphase Produktanforderungen darstellen, die einer strengen Kontrolle hinsichtlich Marktzugang und Verhältnismäßigkeit unterliegen, während nachgelagerte Maßnahmen der Abfallbewirtschaftung diesen Anforderungen nicht in gleichem Maße unterworfen sind. Die zweite Hypothese geht davon aus, dass die Harmonisierung auf Grundlage von Artikel 114 AEUV durch die PPWR diese Beschränkungen zwar formell überwindet, die Verordnung jedoch trotz rechtlicher Einheitlichkeit weiterhin anfällig für uneinheitliche nationale Durchsetzung, ein erhöhtes Prozessrisiko sowie faktische regulatorische Divergenzen zwischen den Mitgliedstaaten bleibt. Die Arbeit bestätigt die erste Hypothese durch eine Analyse der rechtlichen Architektur des EU-Binnenmarktes, der Rechtsprechung in den Rechtssachen Dassonville und Cassis de Dijon sowie der strukturellen Asymmetrie zwischen vorgelagerten Produktanforderungen und nachgelagerten Maßnahmen der Marktorganisation. Empirisch wird diese Hypothese durch die Untersuchung regulatorischer Fragmentierung unter der Vorgängerregelung, der Verpackungs- und Verpackungsabfallrichtlinie, sowie der Einwegkunststoffrichtlinie untermauert, wobei konkrete Beispiele divergierender nationaler Regelungen herangezogen werden. Die zweite Hypothese wird anhand der Rechtsgrundlage der PPWR in Artikel 114 AEUV, ihrer Entstehungsgeschichte, der Anfälligkeit ihrer vorgelagerten Verpflichtungen für gerichtliche Überprüfungen im Lichte der Verhältnismäßigkeitsrechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union über vier verschiedene Verfahrenswege sowie der Durchsetzungsarchitektur der Verordnung untersucht. Diese ist strukturell von den Verwaltungskapazitäten der Mitgliedstaaten abhängig, die erheblich variieren und dadurch die Wirksamkeit der Umsetzung beeinträchtigen können. Ein vergleichendes Kapitel zum japanischen System der Kreislaufwirtschaft, das auf administrativer Koordination, ministeriellen Beurteilungskriterien und konsensbasierter Standardsetzung beruht, dient als analytische Perspektive, um aufzuzeigen, weshalb das Prozessrisiko der PPWR und die Unterschiede bei ihrer Durchsetzung keine bloßen Folgeerscheinungen gesetzgeberischer Unzulänglichkeiten darstellen, sondern strukturelle Konsequenzen des verfassungsrechtlichen Modells der Europäischen Union sind. Die Arbeit gelangt zu dem Ergebnis, dass die Harmonisierung auf Grundlage von Artikel 114 AEUV die Beschränkungen des freien Warenverkehrs für vorgelagerte Regulierungsmaßnahmen zwar formell beseitigt, den zugrunde liegenden Spannungsbogen jedoch nicht auflöst, sondern lediglich verlagert. Dieser tritt anschließend in neuer Form in der gerichtlichen Anfechtbarkeit der vorgelagerten Verpflichtungen der Verordnung sowie in den Durchsetzungsasymmetrien zwischen Mitgliedstaaten mit unterschiedlich ausgeprägten Verwaltungskapazitäten zutage.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines how EU internal market law shapes the scope of upstream circular economy regulation, using the Packaging and Packaging Waste Regulation (Regulation (EU) 2025/40) as its central case study. It proceeds through two working hypotheses. The first holds that Articles 34 to 36 TFEU structurally constrain Member States from adopting upstream circular economy measures, since design-phase obligations constitute product requirements subject to strict market access scrutiny and proportionality review, from which downstream waste management measures are largely shielded. The second holds that while Article 114 TFEU harmonisation through the PPWR formally overcomes those constraints, the regulation remains exposed to uneven national enforcement, increased litigation risk, and de facto regulatory divergence between Member States despite formal legal uniformity. The thesis establishes the first hypothesis through analysis of the EU internal market's legal architecture, the Dassonville and Cassis de Dijon jurisprudence, and the structural asymmetry between upstream product requirements and downstream market organisation measures. It substantiates the hypothesis empirically through examination of regulatory fragmentation under the predecessor Packaging and Packaging Waste Directive and the Single-Use Plastics Directive, documented through divergence examples. The second hypothesis is examined through analysis of the PPWR's legal basis under Article 114 TFEU, its legislative history, the litigation exposure of its upstream obligations under the Court's proportionality jurisprudence across four procedural routes, and the enforcement architecture's structural dependence on national administrative capacity that varies materially across Member States, risking efficacy of its implementation. A comparative chapter on Japan's circular economy governance framework, built on administrative coordination, ministerial judgment criteria, and consensus-based standard-setting, serves as an analytical lens for illuminating why the PPWR's litigation exposure and enforcement divergence are structural consequences of the EU's constitutional model rather than contingent drafting failures. The thesis concludes that Article 114 TFEU harmonisation formally resolves the free movement constraints on upstream regulation but relocates rather than eliminates the underlying tension, which finds new expression in the litigation exposure of the regulation's upstream obligations, in enforcement asymmetries between Member States of differing administrative capacity.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kreislaufwirtschaft Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung Binnenmarkt Harmonisierung
Schlagwörter
(Englisch)
Circular economy Packaging and Packaging Waste Regulation Internal market Harmonisation
Autor*innen
Yume Araki
Haupttitel (Englisch)
Designing circularity
Hauptuntertitel (Englisch)
the upstream regulation, the internal market, and the structural limits of harmonisation in EU circular economy law - with insights from Japan
Paralleltitel (Deutsch)
Zirkularität gestalten
Paralleluntertitel (Deutsch)
die vorgelagerte Regulierung, der Binnenmarkt und die strukturellen Grenzen der Harmonisierung im EU-Recht der Kreislaufwirtschaft - mit Erkenntnissen aus Japan
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
94 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Siegfried Fina
Klassifikation
86 Recht > 86.90 Europarecht. Sonstiges
AC Nummer
AC18015298
Utheses ID
81825
Studienkennzahl
UA | 999 | 082 | |
