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Arbeitsgedächtnis und Dolmetschen
Forschungsstand und Perspektiven im Bereich des Gebärdensprachdolmetschens
Chiara Aprea
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Italienisch Deutsch
Betreuer*in
Franz Pöchhacker
DOI
10.25365/thesis.81826
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-31320.63298.789714-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit bietet einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Zusammenhang zwischen Arbeitsgedächtnis und Gebärdensprachdolmetschen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass das Arbeitsgedächtnis eine wesentliche kognitive Ressource für Dolmetschprozesse darstellt. Während seine Bedeutung für das Lautsprachdolmetschen bereits umfassend untersucht wurde, befindet sich die Forschung zum Arbeitsgedächtnis im Gebärdensprachdolmetschen noch in einer frühen Entwicklungsphase. Ziel der Arbeit ist es, theoretische Ansätze und methodische Zugänge zu identifizieren, die sich für die Erforschung des Arbeitsgedächtnisses im Gebärdensprachdolmetschen besonders eignen. Hierzu werden Erkenntnisse aus der Kognitionswissenschaft, der Gebärdensprachlinguistik und der Dolmetschwissenschaft im Rahmen einer interdisziplinären Literaturarbeit zusammengeführt und kritisch eingeordnet. Die Analyse der empirischen Studien zum Arbeitsgedächtnis im Gebärdensprachdolmetschen zeigt, dass das Mehrkomponentenmodell von Baddeley und Hitch (1974) den dominierenden theoretischen Bezugsrahmen der bisherigen Forschung bildet, das in einzelnen Studien durch den Ansatz der Sign Loop von Wilson und Emmorey (1997a) ergänzt wird. Im Fokus der Forschung steht nicht mehr die reine Speicherkapazität, sondern die Effizienz von Bindungs- und Integrationsprozessen im episodischen Puffer. Vor diesem Hintergrund erweist sich insbesondere der Einsatz artikulatorischer Suppression nach Van Dijk et al. (2012) als vielversprechender methodischer Zugang zur Untersuchung jener Arbeitsgedächtnisprozesse, die die Koordination und Integration von Informationen während des Dolmetschens ermöglichen. Darüber hinaus wird deutlich, dass die bisherige Forschung hinsichtlich ihrer theoretischen Grundlagen und methodischen Verfahren eine hohe Heterogenität aufweist. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Erforschung des Arbeitsgedächtnisses im Gebärdensprachdolmetschen sowohl für die Weiterentwicklung der Dolmetschwissenschaft als auch für ein vertieftes Verständnis der menschlichen Gedächtnisarchitektur in der Kognitionswissenschaft von zentraler Bedeutung ist. Gleichzeitig zeigt sich ein erheblicher weiterer Forschungsbedarf, der idealerweise in einem interdisziplinären Rahmen adressiert werden sollte.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis provides an overview of the current state of research on the relationship between working memory and sign language interpreting, based on the assumption that working memory is a key cognitive resource for interpreting processes. While its role in spoken-language interpreting has been extensively investigated, research on working memory in sign language interpreting is still at an early stage of development. This thesis aims to identify theoretical approaches and methodological frameworks that are particularly suitable for investigating working memory in sign language interpreting. To this end, findings from cognitive science, sign language linguistics, and interpreting studies are brought together and critically examined within the framework of an interdisciplinary literature review. The analysis of empirical studies on working memory in sign language interpreting shows that the multi-component model proposed by Baddeley and Hitch (1974) constitutes the dominant theoretical framework in the existing literature and is complemented in some studies by the sign loop approach developed by Wilson and Emmorey (1997a). The focus of re-search has shifted from the mere storage capacity of memory systems to the efficiency of binding and integration processes within the episodic buffer. Against this background, articulatory suppression as proposed by Van Dijk et al. (2012) emerges as a particularly promising methodological approach for investigating the working-memory processes that enable the coordination and integration of information during interpreting. Furthermore, the review highlights the considerable heterogeneity of existing research concerning both theoretical foundations and methodological procedures. The thesis concludes that investigating working memory in sign language interpreting is of central importance both for the advancement of interpreting studies and for a deeper understanding of human memory architecture within cognitive science. At the same time, the findings point to a substantial need for further research, ideally conducted within an interdisciplinary framework.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Gebärdensprachdolmetschen Bimodales Dolmetschen Intermodales Dolmetschen Kognitives Paradigma Effort-Modelle Arbeitsgedächtnis Mehrkomponentenmodell Sign Loop Artikulatorische Suppression Binding
Schlagwörter
(Englisch)
Sign Language Interpreting Bimodal Interpreting Intermodal Interpreting Cognitive Paradigma Effort Models Working Memory Multicomponent Model Sign Loop Articulatory Suppression Binding
Autor*innen
Chiara Aprea
Haupttitel (Deutsch)
Arbeitsgedächtnis und Dolmetschen
Hauptuntertitel (Deutsch)
Forschungsstand und Perspektiven im Bereich des Gebärdensprachdolmetschens
Paralleltitel (Englisch)
Working memory and interpreting
Paralleluntertitel (Englisch)
state of research and perspectives in the field of sign language interpreting
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
87 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Pöchhacker
AC Nummer
AC18006803
Utheses ID
81867
Studienkennzahl
UA | 070 | 348 | 331 |
