Detailansicht

Wirklichkeit als Aufgabe und Selbstüberwindung als Weg
Jonas Cohns Wertethik im Spiegel des Mahāyāna-Buddhismus
Verena Gasser
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theologische Spezialisierungen
Betreuer*in
Fabian Völker
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.82054
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-31329.61574.109368-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die Wertethik und Religionsphilosophie von Jonas Cohn im Spiegel des Mahāyāna-Buddhismus. Ihr zentrales Anliegen besteht darin zu prüfen, ob Cohns Auffassung der Wirklichkeit als ethischer Aufgabe sinnvoll mit zentralen Konzepten der mahāyānistischen Ethik und Metaphysik in Beziehung gesetzt werden kann. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Cohns Philosophie und der Mahāyāna-Buddhismus trotz ihrer unterschiedlichen metaphysischen Voraussetzungen vergleichbare Vorstellungen ethischer Transformation und Selbstüberschreitung aufweisen. Der erste Teil der Arbeit rekonstruiert die erkenntnistheoretischen und wertphilosophischen Grundlagen von Cohns Denken. Besondere Aufmerksamkeit gilt seinem Begriff der Selbstüberschreitung, dem überindividuellen Subjekt sowie der Vorstellung, dass Wirklichkeit nicht bloß gegeben, sondern aktiv zu verwirklichen ist. Anschließend werden zentrale Konzepte des Mahāyāna-Buddhismus dargestellt, insbesondere Mitgefühl (karunā), die Lehre der Pāramitās, Leerheit (śūnyatā), und das Bodhisattva-Ideal. Im vergleichenden Hauptteil werden Gemeinsamkeiten, Unterschiede und mögliche systematische Vergleichspunkte beider Traditionen im Hinblick auf ethische Transformation analysiert. Dabei zeigt sich, dass sowohl Cohns Wertethik als auch die mahāyānistische Praxisethik ethisches Handeln als Prozess innerer Transformation begreifen. Während Cohn von einer objektiven Welt der Werte ausgeht, die durch das ethische Subjekt verwirklicht werden soll, versteht der Mahāyāna-Buddhismus ethische Praxis als Verwirklichung von Mitgefühl unter der Einsicht in die Leerheit aller Dinge. Trotz grundlegender Differenzen hinsichtlich ihrer metaphysischen Voraussetzungen und ihres Verständnisses des Selbst eröffnet der Vergleich eine philosophisch tragfähige Perspektive auf Ethik als Selbstüberschreitung und weltbezogene Praxis. Beide Traditionen begreifen Ethik als einen Prozess der transformativen Auseinandersetzung mit sich selbst und der Welt und nicht primär als Befolgung vorgegebener Regeln.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the value ethics and philosophy of religion of Jonas Cohn in comparison with Mahāyāna Buddhism. Its central aim is to explore whether Cohn’s conception of reality as an ethical task can be meaningfully related to key concepts of Mahāyāna ethics and metaphysics. The study investigates whether Cohn’s philosophy and Mahāyāna Buddhism, despite their different metaphysical assumptions, share comparable conceptions of ethical transformation and self-transcendence. The first part reconstructs the epistemological and ethical foundations of Cohn’s thought, focusing especially on his concepts of self-transcendence, the supra-individual subject, and reality as something to be actively realized rather than passively given. The second part outlines central aspects of Mahāyāna Buddhism, including compassion (karunā), the doctrine of the Pāramitās, emptiness (śūnyatā), and the Bodhisattva ideal. The comparative section examines convergences and divergences between both traditions with regard to ethical transformation. It argues that both Cohn’s value ethics and Mahāyāna Buddhist ethics conceive ethical life as a transformative process. While Cohn presupposes an objective realm of values that must be realized through ethical action, Mahāyāna Buddhism understands ethical practice as the realization of compassion grounded in the insight into emptiness. Despite fundamental differences concerning metaphysics and the concept of the self, the comparison reveals a philosophically productive convergence in understanding ethics as a transformative engagement with oneself and the world rather than as mere rule-following.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Neukantianismus Mahāyāna-Buddhismus Jonas Cohn Bodhisattva Nichtwestliche Philosophie Interkulturelle Religionsphilosophie Ethik Religionsphilosophie Buddhismus
Autor*innen
Verena Gasser
Haupttitel (Deutsch)
Wirklichkeit als Aufgabe und Selbstüberwindung als Weg
Hauptuntertitel (Deutsch)
Jonas Cohns Wertethik im Spiegel des Mahāyāna-Buddhismus
Paralleltitel (Englisch)
Reality as a task and self-overcoming as a path
Paralleluntertitel (Englisch)
Jonas Cohn's ethics of values reflected in Mahāyāna Buddhism
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
92 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Fabian Völker
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.10 Nichtwestliche Philosophie. Allgemeines ,
08 Philosophie > 08.37 Religionsphilosophie ,
11 Theologie > 11.93 Buddhismus
AC Nummer
AC18044754
Utheses ID
81871
Studienkennzahl
UA | 066 | 795 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1