Detailansicht
Dolmetschen für Minderjährige in der Kinder- und Jugendhilfe
emotionale Belastung aus Sicht der Dolmetschenden
Valerie-Constance Neufeld
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Spanisch
Betreuer*in
Franz Pöchhacker
DOI
10.25365/thesis.81827
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13157.77243.376719-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit der subjektiven Belastungswahrnehmung von Dolmetschenden im Tätigkeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe. Ziel der Untersuchung ist es, das Belastungserleben von Dolmetschenden zu erforschen und festzustellen, ob ein Zusam-menhang mit strukturellen Rahmenbedingungen besteht. Darüber hinaus werden individuelle Bewältigungsstrategien analysiert. Zunächst werden die theoretischen Grundlagen des Dolmetschens im Kommunalbereich und im weiteren Verlauf die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe in Österreich zusammengefasst. Anschließend liefern wissenschaftliche Quellen aus der Dolmetsch- und Sozialwissenschaft Hinweise auf die emotionale Belastung von Dolmetschenden in anspruchsvollen Situationen mit einem besonderen Fokus auf die Beteiligung von Minderjährigen in der Kommunikationstriade. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden leitfadengestützte Interviews mit Dolmetschenden geführt, die im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe regelmäßig für Minderjährige dolmetschen oder dies in der Vergangenheit gemacht haben. Die Interviews dienten dazu, Einblicke in die Dolmetschpraxis zu gewinnen und die empirischen Ergebnisse mit den theoretischen Erkenntnissen zu vergleichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Dolmetschsituationen mit Minderjährigen in anderen Aspekten emotional anspruchsvoll sind als mit erwachsenen Klient:innen. Dabei spielen insbesondere Empathie sowie die institutionellen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle für das Belastungserleben der Dolmet-schenden. Gleichzeitig verdeutlichen die Interviews, dass die Befragten unterschiedliche Strategien entwickeln, um mit emotional belastenden Situationen umzugehen und eine Abgrenzung zwischen dem Berufs- und Privatleben zu schaffen. Darüber hinaus wurden auch Faktoren identifiziert, die von den Dolmetschenden als emotional entlastend wahrgenommen werden. Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Dolmetschen für Minderjährige in der Kinder- und Jugendhilfe überwiegend positiv und sinnstiftend wahrgenommen wird, jedoch mit unterschiedlichen emotionalen Herausforderungen verbunden ist.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis examines the subjective perception of emotional burden among interpreters working in the context of child and youth welfare services. The aim of the study is to explore how interpreters experience emotional strain and to investigate whether there is a connection to institutional conditions. In addition, the study analyzes the individual coping strategies reported by interpreters. The thesis first outlines the theoretical foundations of community interpreting, followed by an overview of the legal framework and the responsibilities of child and youth welfare services in Austria. Drawing on research from interpreting studies and social work, it then discusses factors that might contribute to interpreters' emotional burden, with particular attention to communication involving minors in interpreter-mediated interactions. To answer the research questions, semi-structured interviews were conducted with interpreters who regularly work with minors on behalf of child and youth welfare services or have done so in the past. The interviews provided insights into interpreting practice and allowed for a comparison between empirical findings and the existing literature. The results indicate that interpreting for minors is emotionally demanding in ways that differ from interpreting for adult clients. In particular, empathy and institution-al conditions play a significant role in shaping interpreters' experiences of emotional bur-den. At the same time, the interviews reveal that interpreters develop various strategies to cope with emotionally challenging situations and to maintain a boundary between their professional and personal lives. The findings also highlight several factors that are perceived as emotionally relieving. Overall, the study suggests that interpreting for minors in child and youth welfare services is generally perceived as meaningful, although it is accompanied by a range of emotional challenges.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Dolmetschen für Minderjährige Kommunaldolmetschen Kinder- und Jugendhilfe emotionale Belastung Bewältigungsstrategien Österreich institutionelle Rahmenbedingungen
Schlagwörter
(Englisch)
interpreting for minors child and youth welfare services community interpreting coping strategies emotional burden Austria institutional conditions
Autor*innen
Valerie-Constance Neufeld
Haupttitel (Deutsch)
Dolmetschen für Minderjährige in der Kinder- und Jugendhilfe
Hauptuntertitel (Deutsch)
emotionale Belastung aus Sicht der Dolmetschenden
Paralleltitel (Englisch)
Emotional impact in interpreting for minors in child and youth welfare services
Paralleluntertitel (Englisch)
the perspective of interpreters
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
142 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Pöchhacker
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC18006816
Utheses ID
81903
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 351 |
