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Elfriede Jelinek in der Slowakei
Übersetzungskritik des Romans "Die Liebhaberinnen" nach Margret Ammann und Anton Popovič
Simona Mikulas
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Französisch
Betreuer*in
Waltraud Kolb
DOI
10.25365/thesis.82002
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14093.80458.161996-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek gilt als eine der streitbarsten und kontroversesten zeitgenössischen Autorinnen. Sie greift in ihren Werken mit ihrer direkten und scharfzüngigen Art heikle Themen auf und stellt bestehende gesellschaftliche Tabus und vorherrschende ideologische Positionen infrage, die weit über Österreich hinausreichen. Während Jelinek im österreichischen Diskurs häufig als „Nestbeschmutzerin“ (Janke 2024: 16) wahrgenommen wird, stellt sich die Frage, wie ihre Texte in der benachbarten Slowakei rezipiert werden. Im Rahmen der Masterarbeit wird untersucht, wie sich Jelineks poetischer Gestus – insbesondere ihre sprachliche Radikalität und Dekonstruktion – ins Slowakische übertragen lässt und welche translatorischen Herausforderungen sich dabei ergeben. Trotz der Tatsache, dass Die Liebhaberinnen (1975) in einen bestimmten soziokulturellen und zeitgeschichtlichen Voraussetzungssystem eingebettet sind und der Roman bereits am Ende des 20. Jahrhunderts die Rezipient*innen „eher befremdet“ (Janz 1995: 22), spiegelt er stets aktuelle gesellschaftliche Strukturen wider. Der Fokus der vorliegenden Masterarbeit liegt auf der übersetzungskritischen Analyse des Romans Die Liebhaberinnen (1975) und seiner slowakischen Übersetzung (Milenky 1999). Im Blickpunkt der Analyse steht die Frage, inwiefern die stilistische und literarästhetische Umsetzung der zentralen Motive des Romans im slowakischen kulturellen Kontext Jelineks gesellschaftskritischen Absichten gerecht wird. Das Werk wird nach dem Modell von Margret Ammann (1990) und nach Anton Popovičs Typologie System of Expressive Changes (Popovič 1975; vgl. auch Šavelová 2025) analysiert. Im Zuge der Analyse wird auf Ansätze der funktionalen sowie der deskriptiven Translationsforschung zurückgegriffen. Basierend auf dem funktionalen Analysemodell von Margret Ammann wird aufgezeigt, auf welche Weise Jana Bžochová-Wilds Übersetzungsstrategien die intratextuelle Translatkohärenz sowie die intertextuelle Kohärenz zwischen Ausgangstext und Translat gewährleisten. In Anlehnung an die Erkenntnisse der textuellen Analyse wird der Zusammenhang zwischen den vermuteten stilistischen Abweichungen (expressive changes) und der Rezeption des Werkes in der slowakischen Zielkultur erörtert. Es wird auf das rezeptionsgeschichtliche Modell nach Hans Robert Jauß (1967, 1982), auf Wolfgang Isers impliziten Leser (1970, 1972, 1994) und auf die rezeptionsästhetischen Ansätze von Hannelore Link (1973, 1976, 1980) Bezug genommen.
Abstract
(Englisch)
The Nobel laureate Elfriede Jelinek is one of the most controversial female authors in Austria. With her direct and sharp-tongued narration, she uncovers delicate themes, tackles social taboos and prevailing ideological position that reach well beyond Austria. While Jelinek is often perceived in Austrian discourse as a “traitor to her own country” (Janke 2024: 16, own translation), the question of how her texts are received in neighboring Slovakia comes into view. This master’s thesis examines how Jelinek’s poetic style—in particular her linguistic radicalism and deconstruction—can be rendered into Slovak and what translational challenges this process entails. Despite the fact that Die Liebhaberinnen (1975) is set within a specific sociocultural and historical context, and that by the end of the 20th century it already “tended to alienate” its readers (Janz 1995: 22), it consistently reflects current social structures. This master’s thesis conducts a critical analysis of the novel Die Liebhaberinnen (1975) and its Slovak translation (Milenky 1999). The analysis examines the extent to which the stylistic and literary-aesthetic rendering of the novel’s central themes within the Slovak cultural context does justice to Jelinek’s socially critical intentions. The work is analyzed according to Margret Ammann’s model (1990) and Anton Popovič’s typology System of Expressive Changes (Popovič 1975; see also Šavelová 2025). The analysis draws on approaches from both functional and descriptive translation studies. Building on Ammann’s functional analytical model, it is shown in what way Jana Bžochová-Wild’s translation strategies ensure intratextual translational coherence as well as intertextual coherence between the source text and the target text. In line with the findings of the textual analysis, the relationship between the assumed expressive changes and the reception of the work in the Slovak target culture is discussed. Reference is made to Hans Robert Jauss’s model of reception history (1967, 1982), Wolfgang Iser’s concept of the implied reader (1970, 1972, 1994), and Hannelore Link’s approaches to reception aesthetics (1973, 1976, 1980).
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Elfriede Jelinek Übersetzungskritik Margret Ammann Anton Popovič Die Liebhaberinnen Milenky Rezeption
Schlagwörter
(Englisch)
Elfriede Jelinek translation criticism Margret Ammann Anton Popovič Women as Lovers Milenky reception
Autor*innen
Simona Mikulas
Haupttitel (Deutsch)
Elfriede Jelinek in der Slowakei
Hauptuntertitel (Deutsch)
Übersetzungskritik des Romans "Die Liebhaberinnen" nach Margret Ammann und Anton Popovič
Paralleltitel (Englisch)
Elfriede Jelinek in Slovakia
Paralleluntertitel (Englisch)
a critical analysis of the novel "Die Liebhaberinnen" based on the model of Margret Ammann and Anton Popovič
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
148 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Waltraud Kolb
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.95 Literarische Übersetzung
AC Nummer
AC18039071
Utheses ID
81925
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 345 |
