Detailansicht

Zur Gesellschaft über-setzen
Impulse aus der Übersetzungstheorie zur Kommunikation in der Migrationsforschung
Helena Segarra
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Französisch
Betreuer*in
Cornelia Zwischenberger
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81903
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14093.86542.488870-7
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht das Potenzial von Übersetzungstheorien für die Wissenschaftskommunikation in der Migrationsforschung. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass migrationswissenschaftliche Erkenntnisse häufig in politisierten und emotionalisierten gesellschaftlichen Debatten zirkulieren, während Fragen ihrer Vermittlung bislang nur begrenzt systematisch reflektiert werden. Ziel der Arbeit ist es daher zu analysieren, welche theoretischen Impulse die Übersetzungswissenschaft für eine zugängliche und machtkritische Kommunikation migrationsbezogener Forschung liefern kann. Als theoretischer Rahmen dienen drei zentrale Perspektiven der Übersetzungswissenschaft: die funktionalistischen Ansätze rund um die Skopostheorie, die Critical Translation Studies sowie Mona Bakers Narrative Theory. Diese werden auf drei analytische Ebenen der Wissenschaftskommunikation übertragen: Adressat:innen, Inhalte und Prozesse. Untersucht wird, wie migrationswissenschaftliches Wissen für unterschiedliche Öffentlichkeiten aufbereitet wird, welche Narrative und Bedeutungen dabei entstehen und unter welchen institutionellen und gesellschaftlichen Bedingungen diese Kommunikationsprozesse stattfinden. Die Analyse zeigt, dass Wissenschaftskommunikation als vielschichtiger Übersetzungsprozess verstanden werden kann, der weit über die sprachliche Übertragung von Wissen hinausgeht. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden in kulturellen, institutionellen und diskursiven Kontexten transformiert und unterschiedlich interpretiert. Übersetzungstheorien ermöglichen es, diese Prozesse sichtbar zu machen und Fragen nach Zielgruppen, Machtverhältnissen, Wissenszugängen und narrativen Konstruktionen systematisch zu reflektieren. Die Arbeit argumentiert, dass eine stärkere Auseinandersetzung mit Übersetzungsprozessen dazu beitragen kann, die gesellschaftliche Vermittlung migrationswissenschaftlicher Forschung bewusster zu gestalten. Übersetzung erscheint dabei nicht als nachgelagerter Kommunikationsschritt, sondern als integraler Bestandteil wissenschaftlicher Wissensproduktion und gesellschaftlicher Verständigung.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis explores the potential of translation theories for science communication in migration research. It is motivated by the observation that findings from migration research frequently circulate within highly politicized and emotionally charged public debates, while the question of how such knowledge is communicated has received comparatively little systematic attention. The thesis therefore aims to examine the theoretical contributions that Translation Studies can offer to accessible and critically reflective communication of migration-related research. The theoretical framework draws on three key perspectives from Translation Studies: functionalist approaches centered on Skopos Theory, Critical Translation Studies, and Mona Baker's Narrative Theory. These approaches are applied to three analytical dimensions of science communication: audiences, content, and processes. The study investigates how knowledge from migration research is communicated to different publics, which narratives and meanings emerge in this process, and under which institutional and societal conditions these communicative processes take place. The analysis demonstrates that science communication can be understood as a complex process of translation that extends far beyond the linguistic transfer of knowledge. Scientific findings are transformed and reinterpreted within cultural, institutional, and discursive contexts. Translation theories provide valuable conceptual tools for making these processes visible and for systematically reflecting on questions of target audiences, power relations, access to knowledge, and narrative construction. The thesis argues that greater engagement with processes of translation can contribute to a more conscious and reflective communication of migration research in society. Translation thus emerges not as a subsequent step in the dissemination of scientific knowledge, but as an integral component of both scientific knowledge production and societal understanding.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Migrationsforschung Wissenschaftskommunikation Übersetzungswissenschaft Skopostheorie Critical Translation Studies Narrative Theory Knowledge Translation Wissenschaftstransfer
Schlagwörter
(Englisch)
Migration Research Science Communication Translation Studies Skopos Theory Critical Translation Studies Narrative Theory Knowledge Translation
Autor*innen
Helena Segarra
Haupttitel (Deutsch)
Zur Gesellschaft über-setzen
Hauptuntertitel (Deutsch)
Impulse aus der Übersetzungstheorie zur Kommunikation in der Migrationsforschung
Paralleltitel (Englisch)
Translating to society
Paralleluntertitel (Englisch)
insights from translation theory for science communication in migration research
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
93 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Cornelia Zwischenberger
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.03 Methoden und Techniken der geisteswissenschaftlichen Forschung ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.03 Methoden, Techniken und Organisation der sozialwissenschaftlichen Forschung
AC Nummer
AC18018121
Utheses ID
81927
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 345 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1