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Zwischen Vernehmung, Hausdurchsuchung und Kommunikationsüberwachung
ein Einblick in den Alltag von Polizeidolmetscher:innen in Österreich
Danijela Milovanović
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Bosnisch/Kroatisch/Serbisch
Betreuer*in
Mira Kadric-Scheiber
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81890
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14138.79932.801662-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die zentralen Settings des Polizeidolmetschens in Österreich und die damit verbundenen Belastungsdimensionen. Im Fokus stehen insbesondere polizeiliche Vernehmungen, die geheime Kommunikationsüberwachung sowie weitere Einsatzkontexte wie Hausdurchsuchungen und Festnahmen. Ziel der Arbeit ist es, einen Einblick in den Arbeitsalltag von Polizeidolmetscher:innen zu geben, diesen differenziert darzustellen sowie emotionale beziehungsweise psychische, rollenbezogene, organisatorische und verantwortungsbezogene Belastungen systematisch zu analysieren. Die Arbeit verbindet die Aufarbeitung des bisherigen Forschungsstands mit einer qualitativen empirischen Untersuchung. Grundlage der Analyse bilden semistrukturierte Leitfadeninterviews mit Polizeidolmetscher:innen, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Polizeidolmetscher:innen in allen untersuchten Settings mit spezifischen Anforderungen und Belastungen konfrontiert sind. Während im Vernehmungssetting insbesondere die direkte Interaktion mit emotional belasteten Personen, widersprüchliche Rollenerwartungen und hoher Verantwortungsdruck im Vordergrund stehen, ist die geheime Kommunikationsüberwachung stärker durch langandauernde konzentrierte Auswertungstätigkeit, technische Anforderungen und die wiederholte Konfrontation mit belastenden Inhalten geprägt. Darüber hinaus wird deutlich, dass Belastungen in der beruflichen Praxis nicht isoliert auftreten, sondern sich durch den Wechsel zwischen verschiedenen Einsatzbereichen gegenseitig verstärken können. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Polizeidolmetschen in Österreich ein hochspezialisiertes, zugleich jedoch bislang wenig sichtbares Tätigkeitsfeld darstellt, das mehr institutionelle Unterstützung benötigt. Insbesondere Supervision, psychologische Begleitung, gezielte Schulungsangebote, verbesserte Arbeitsbedingungen sowie eine stärkere institutionelle Anerkennung erscheinen als zentrale Ansatzpunkte. Zugleich zeigt sich, dass Polizeidolmetschen nicht auf einzelne Settings reduziert werden sollte, sondern in seiner Gesamtheit als berufliche Praxis betrachtet werden muss.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis examines the main settings of police interpreting in Austria and the related dimensions of strain. It focuses in particular on police interviews, covert communication surveillance, and further operational contexts such as house searches and arrests. The aim of the thesis is to provide insight into the everyday professional reality of police interpreters, to describe this field in a differentiated manner, and to systematically analyse emotional and psychological, role-related, organisational, and responsibility-related burdens. The thesis combines a review of the existing research with a qualitative empirical study. The analysis is based on semi-structured interviews with police interpreters, which were examined by means of Mayring's qualitative content analysis. The findings show that police interpreters face specific demands and burdens across all examined settings. While police interviews are mainly characterised by direct interaction with emotionally distressed persons, conflicting role expectations, and a high level of responsibility, covert communication surveillance is more strongly shaped by prolonged concentrated analytical work, technical demands, and repeated exposure to distressing content. In addition, the study shows that burdens in professional practice do not occur in isolation but may intensify through frequent shifts between different areas of activity. The thesis concludes that police interpreting in Austria is a highly specialised yet still insufficiently visible field of work that requires greater institutional support. Supervision, psychological support, targeted training opportunities, improved working conditions, and stronger institutional recognition appear to be key areas for future development. At the same time, the study suggests that police interpreting should not be reduced to individual settings but rather be understood in its entirety as a professional field of practice.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Polizeidolmetschen polizeiliche Vernehmung Kommunikationsüberwachung psychische Belastung sekundäre Traumatisierung Rollenkonflikte
Schlagwörter
(Englisch)
Police interpreting police interviews communication surveillance psychological strain secondary traumatisation
Autor*innen
Danijela Milovanović
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Vernehmung, Hausdurchsuchung und Kommunikationsüberwachung
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Einblick in den Alltag von Polizeidolmetscher:innen in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Between police interviews, house searches, and communication surveillance
Paralleluntertitel (Englisch)
insights into the everyday work of police interpreters in Austria
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
200 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Mira Kadric-Scheiber
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC18017218
Utheses ID
81941
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 363 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1