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Smart habits for conference interpreters
how professionals stay at the top of their game
Ioana Klammer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Rumänisch Deutsch
Betreuer*in
Sonja Pöllabauer
DOI
10.25365/thesis.81940
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15830.88282.953763-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Dolmetschdidaktik greift zunehmend auf Konzepte der Expertiseentwicklung von Ericsson et al. (1993) zurück und erachtet das systematische Üben als zentral für den Expertiseerwerb. Studierende verbringen einen erheblichen Teil ihrer Ausbildungszeit mit praktischen Übungen, sowohl im Unterricht als auch im Selbststudium. Dabei erwerben sie die Fähigkeit, sowohl ihre eigene Dolmetschleistung systematisch zu evaluieren als auch ihren Kolleg*innen konstruktives Feedback zu geben (Tiselius 2018). Trotz der anerkannten Bedeutung des gezielten Übens ist das lebenslange Lernen als Bestandteil der professionellen Entwicklung im Curriculum von Dolmetschstudiengängen bislang nur unzureichend verankert. Zudem bietet die vorhandene Literatur nur wenige praktische Ansätze dafür, wie gezieltes Üben über die formale Ausbildung hinaus in den Berufsalltag von Dolmetscher*innen integriert werden kann. Anstatt dem Modell von Ericsson et al. (1993) zu folgen, um zu untersuchen, wie erfahrene Dolmetscher*innen nach ihrem Abschluss gezielt üben, zielt die vorliegende Studie darauf ab, das Thema aus der Perspektive von Foggs (2020) „Tiny Habits Method“ neu zu beleuchten. Zu diesem Zweck wurden fünf sehr erfahrene Konferenzdolmetscher*innen – AIIC-Mitglieder, EU-akkreditierte Dolmetscher*innen oder beides – eingeladen, an halbstrukturierten Interviews teilzunehmen und über die Gewohnheiten zu berichten, die sie im Laufe ihrer Karriere entwickelt haben, um ihre Leistung in Bezug auf Sprachkompetenz, Dolmetschkompetenz, die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen, Selbstpräsentation und Kundenakquise sowie Gesundheit und Lebensstil aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Die Interviewdaten wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet, wobei die Zusammenhänge zwischen diesen Gewohnheiten und die Faktoren, die deren Aufrechterhaltung unterstützen, untersucht wurden. Ausgehend von der Annahme, dass diese Gewohnheiten zielgerichtet, effizient und an die Bedürfnisse von Dolmetscher*innen angepasst sind, werden sie in dieser Studie als Smart Habits bezeichnet. Alle identifizierten Gewohnheiten wurden in „Tiny Habits Recipes“ umgesetzt, wodurch veranschaulicht wird, wie diese Verhaltensweisen in die Routinen sowohl erfahrener als auch unerfahrener Dolmetscher*innen integriert werden können. In Übereinstimmung mit den Forschungsergebnissen von Tiselius (2013) und Albl-Mikasa (2013) zeigen die Ergebnisse dieser Studie, dass Dolmetscher*innen, sobald sie den Akkreditierungstest bestanden oder ihre Sprachkombination um eine neue Arbeitssprache erweitert haben, ihre Bemühungen in der Regel auf die Förderung des Wortschatzaufbaus und den kontinuierlichen Wissenserwerb ausrichten. Die fachliche Kompetenz steht bei akkreditierten Dolmetscher*innen vergleichsweise wenig im Fokus, und die Bedeutung der mentalen und körperlichen Fitness für die Leistungssteigerung muss in den Weiterbildungsangeboten noch intensiver thematisiert werden. Die vorliegende Arbeit bietet einen neuen Blickwinkel auf das Phänomen des gezielten Übens in der Dolmetschforschung und vertritt die These, dass die Methode von Fogg (2020) einen praktikablen Mechanismus für die Gewohnheitsbildung darstellt, der das Potenzial hat, sowohl das berufliche als auch das private Leben von Dolmetscher*innen zu verbessern.
Abstract
(Englisch)
Interpreting pedagogy is strongly rooted in Ericsson et al.’s (1993) framework on expert performance, regarding practice as a cornerstone of interpreter competence development. Students spend much of their training time doing interpreting exercises, both in class and independently, and are taught how to evaluate their performance and provide feedback to their peers (Tibelius 2018). However, despite the recognised importance of deliberate practice, lifelong learning appears to be missing from the curriculum of interpreting programs, and the existing literature offers little practical guidance on how deliberate practice can be incorporated into interpreters’ everyday lives beyond formal training. Instead of following Ericsson et al.’s (1993) expertise theory to explore how interpreting experts engage in deliberate practice after graduation, the present study aims to revisit the topic through the lens of Fogg’s (2020) Tiny Habits Method. To this end, five highly experienced conference interpreters – AIIC members, EU-accredited, or both – were invited to participate in semi-structured interviews and share the habits they had built over the course of their careers to help them maintain and enhance their performance in regard to language proficiency, interpreting proper, staying abreast of current affairs, self-presentation and client acquisition, as well as health and lifestyle. The interview data were analysed using qualitative content analysis, examining the relationships among these habits and the factors supporting their maintenance. On the assumption that these habits would be targeted, efficient, and adapted to interpreters’ needs, this study refers to them as smart habits. All identified behaviours were translated into Tiny Habits Recipes, thereby illustrating how these behaviours can be embedded into the routines of both seasoned and novice interpreters. Consistent with the research of Tiselius (2013) and Albl-Mikasa (2013), the findings of this study indicate that once interpreters have passed the accreditation test or added a new working language to their combination, they tend to direct their efforts toward supporting vocabulary development and ongoing knowledge acquisition. Business competence receives comparatively little focus among accredited interpreters, and the importance of mental and physical fitness for performance enhancement is yet to be adequately addressed in CPD offerings. The present thesis offers a renewed angle on the phenomenon of deliberate practice in interpreting studies and contends that Fogg’s (2020) method provides a viable mechanism for habit design, with the potential to improve interpreters’ both professional and personal lives.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Konferenzdolmetschen gezieltes Üben Gewohnheiten
Schlagwörter
(Englisch)
conference interpreting deliberate practice habits
Autor*innen
Ioana Klammer
Haupttitel (Englisch)
Smart habits for conference interpreters
Hauptuntertitel (Englisch)
how professionals stay at the top of their game
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
117 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Sonja Pöllabauer
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.69 Sprachwissenschaft. Sonstiges
AC Nummer
AC18027245
Utheses ID
82015
Studienkennzahl
UA | 070 | 354 | 331 |
