Detailansicht
Belastungen und Bewältigungsstrategien im dolmetschgestützten psychotherapeutischen Setting
eine qualitative Untersuchung der Perspektiven von Dolmetscher*innen und Psychotherapeut*innen
Tatiana Slavetc
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Russisch Deutsch
Betreuer*in
Mira Kadric-Scheiber
DOI
10.25365/thesis.81853
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15848.80810.580674-7
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der dolmetschgestützten Psychotherapie ermöglichen Dolmetscher*innen die Kommunikation zwischen Klient*innen und Psychotherapeut*innen und bilden gemeinsam mit diesen eine Triade. Die vorliegende Arbeit verdeutlicht anhand der Befragungen von Dolmetscher*innen und Psychotherapeut*innen, dass dieses Setting ein empfindlicher triadischer Mechanismus ist. Es erfordert bestimmte Rahmenbedingungen, um Dolmetscher*innen zu entlasten und die Zusammenarbeit mit Psychotherapeut*innen produktiv zu gestalten. Werden diese Bedingungen nicht transparent kommuniziert oder nicht erfüllt, können Belastungen verstärkt werden. Belastungsfaktoren wie emotionale oder biographische Nähe sowie Rollenunklarheiten treten nicht einzeln auf. Vielmehr überschneiden sie sich häufig und können bei Dolmetscher*innen sowohl emotionale als auch physische Probleme hervorrufen. Außerdem ist die Zusammenarbeit zwischen Dolmetscher*innen und Psychotherapeut*innen mit unterschiedlichen Belastungsrisiken verbunden, eröffnet jedoch gleichzeitig großes Potenzial, sofern Vertrauen, Reflexion, Rollenklarheit, Verständnis und gegenseitige Wertschätzung gegeben sind. Die Rollen- und Verantwortungsverteilung in der Triade erscheint ebenfalls ambivalent. Einerseits kann sie bestehende Belastungen verschärfen oder gar zu neuen führen. Andererseits können klare Zuständigkeiten Orientierung bieten und zu einer Entlastung der Beteiligten beitragen. Darüber hinaus erleichtern Bewältigungsstrategien die Arbeit von Dolmetscher*innen. Austausch, Psychohygiene und praktische Maßnahmen während der Sitzung sollten daher nicht außer Acht gelassen werden. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Arbeit sowie der theoretischen Erkenntnisse wird deutlich, dass zukünftige Ausbildungen, Fortbildungen und methodische Konzepte die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Teams stärker berücksichtigen und gezielt weiterentwickeln sollten. Auch Sensibilisierungsmaßnahmen und Unterstützungsangebote durch Organisationen können Dolmetscher*innen bei ihrer Tätigkeit unterstützen. Auf diese Weise kann die Zusammenarbeit nicht nur stabiler, sondern auch bewusster und schützender gestaltet werden, wodurch zusätzliche Belastungen vermieden werden können.
Abstract
(Englisch)
In interpreter-assisted psychotherapy, interpreters facilitate communication between clients and psychotherapists and, together with them, form a triad. Based on interviews with interpreters and psychotherapists, this thesis illustrates that this setting is a delicate triadic mechanism. It requires specific conditions to relieve interpreters’ workload and to ensure productive collaboration with psychotherapists. If these conditions are not communicated transparently or are not fulfilled, burdens can be increased. Burdening factors such as emotional or biographical closeness, as well as role ambiguities, do not occur in isolation. Rather, they often overlap and can cause both emotional and physical problems for interpreters. Furthermore, collaboration between interpreters and psychotherapists is associated with various risks of stress, yet at the same time offers great potential, as long as trust, reflection, role clarity, understanding, and mutual respect are present. The distribution of roles and responsibilities within the triad also appears ambivalent. On the one hand, it can intensify existing stressors or even lead to new ones. On the other hand, clear responsibilities can provide guidance and help alleviate stress for those who are involved. Furthermore, coping strategies facilitate the work of interpreters. Communication, mental health, and practical measures during the session should therefore not be overlooked. Based on the findings of this thesis and theoretical insights, it becomes clear that future training programs, continuing education, and methodological concepts should give greater consideration to interdisciplinary collaboration within the team and develop it in a targeted manner. Awareness-raising measures and support services provided by organizations can also assist interpreters in their work. In this way, collaboration can be made not only more stable but also more mindful and protective, helping to avoid additional stress.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
dolmetschgestützte Psychotherapie dolmetschen in der Psychotherapie Triade Belastungen Bewältigungsstrategien Anforderungen interdisziplinäre Zusammenarbeit
Schlagwörter
(Englisch)
interpreter-assisted psychotherapy interpreting in psychotherapy triad stressors demands coping strategies interdisciplinary collaboration
Autor*innen
Tatiana Slavetc
Haupttitel (Deutsch)
Belastungen und Bewältigungsstrategien im dolmetschgestützten psychotherapeutischen Setting
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine qualitative Untersuchung der Perspektiven von Dolmetscher*innen und Psychotherapeut*innen
Paralleltitel (Englisch)
When words become difficult: challenges and coping strategies in an interpretation-supported psychotherapeutic setting
Paralleluntertitel (Englisch)
a qualitative study of the perspectives of interpreters and psychotherapists
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
167 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Mira Kadric-Scheiber
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC18013477
Utheses ID
82018
Studienkennzahl
UA | 070 | 360 | 331 |
