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"Ich schicke dir meine Stimme"
ein Audiobrief zwischen der Türkei und Österreich als Kommunikationsmedium und Erinnerungsobjekt
Konstantina Maria Serjannis
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Europäische Ethnologie
Betreuer*in
Claudius Ströhle
DOI
10.25365/thesis.82132
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15848.85470.200914-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Im Kontext der Arbeitsmigration aus der Türkei nach Österreich ab den 1960er-Jahren entwickelten sich Audiobriefe auf Kassette zu einem wichtigen Kommunikationsmedium für Familien über Grenzen hinweg. Die räumliche und physische Trennung zwischen Herkunft- und Ankunftsort konnte häufig lange Kontaktlücken und anhaltende Sehnsucht bedeuten. Kassetten, auf die mehrmals und in verschiedenen Zusammenschnitten Botschaften und Stimm(ung)en aufgenommen und an Familienmitglieder gesendet wurden, ermöglichte es, Distanzen in gewissem Maße kommunikativ zu überbrücken. Diese Masterarbeit widmet sich einem Fallbeispiel eines Hörbriefs, der im Jahr 1977 aus der Türkei nach Österreich gesendet wurde, um dessen mehrschichtige Bedeutungen und Funktionen als Kommunikationsmittel und Erinnerungsobjekt herauszuarbeiten. In den einführenden Kapiteln werden zunächst historische Kontexte zum ‚Gastarbeiter:innenabkommen‘ zwischen Österreich und der Türkei sowie der Stand der Erforschung transnationaler Kommunikation und materieller Kultur- und Erinnerungskulturforschung im Kontext von Arbeitsmigration dargelegt. Theoretische Anknüpfungspunkte bilden Konzepte transnationaler sozialer Felder, medialer und kommunikativer Praktiken sowie materieller Kultur zu Migration in Museum und Archiv. Geleitet von einem objektzentrierten Ansatz wurde das Fallbeispiel mit einem Methodenmix aus Objektinterview und biografischer Kontextualisierung, Höranalyse, Expert:innen-Interview und unter Einbezug bestehender Archivquellen untersucht. Die Analyse stellt heraus, wie über Audiobriefe familiäre Beziehungen – etwa in den Bereichen Fürsorge, finanzielle Versorgung oder Zugehörigkeit – ausgehandelt wurden, welche Funktion den darin aufgenommenen Stimm(ung)en und klanglichen Transfers zukam sowie zuletzt, welche Bedeutung diesem Hörbrief auf Kassette heute als familiäres, museales und archivisches Objekt zugeschrieben werden kann.
Abstract
(Englisch)
In the context of labour migration from Turkey to Austria from the 1960s onwards, audio letters on cassette tapes became an important communication medium for families across borders. The spatial and physical separation often meant prolonged gaps in contact and a lasting sense of longing. The cassette, onto which messages, voices and moods were recorded multiple times and in various compilations before being sent to family members, made it possible, to a certain extent, to bridge distances through verbal communication. This master’s thesis examines a case study of one such audio letter, sent from Turkey to Austria in 1977, with the aim of exploring its multi-layered meanings and functions as both a communication medium and an object of remembrance. The introductory chapters first outline the historical contexts of the ‘guest worker’ agreement between Austria and Turkey, as well as the state of research on transnational communication, material and memory culture in the context of labour migration. Theoretical points of reference are provided by concepts of transnational social fields, medial and communicative practices, and material culture relating to migration in museums and archives. Guided by an object-centred and mixed methods approach, the case study was examined through an object interview and biographical contextualisation, audio analysis, an expert interview, and existing archival sources. The analysis highlights how family relationships – including aspects such as care, financial support or belonging – were negotiated through audio letters; what function the recorded voices and tonal transfers played in this; and, finally, what significance is attributed to this audio letter on cassette today as a familial, museum and archival object.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Audiobrief Arbeitsmigration Transnationale Kommunikation Transnationale Familie Materielle Kultur Kassette Gastarbeiter:innen Erinnerungskultur Dokumentationsarchiv Migration Tirol Museum Türkei - Österreich
Schlagwörter
(Englisch)
Audio letter Labour Migration Transnational Communication Transnational Family Material Culture Cassette Guest Workers Memory Culture Documentation Archive Tyrol Museum Turkey - Austria
Haupttitel (Deutsch)
"Ich schicke dir meine Stimme"
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Audiobrief zwischen der Türkei und Österreich als Kommunikationsmedium und Erinnerungsobjekt
Paralleltitel (Englisch)
"I'm sending you my voice"
Paralleluntertitel (Englisch)
an audio letter between Turkey and Austria as a communication medium and memory object
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
III, 165 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Claudius Ströhle
AC Nummer
AC18052741
Utheses ID
82020
Studienkennzahl
UA | 066 | 823 | |
