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Feministische Perspektiven auf Translation
zur Wahrnehmung von Geschlechterrollen in der Dolmetschpraxis
Dana Soprunyuk
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Russisch
Betreuer*in
Mira Kadric-Scheiber
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81784
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15893.79274.638325-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Gegenstand der vorliegenden Masterarbeit ist die Wahrnehmung von Geschlechterrollen in der Dolmetschpraxis und deren Einfluss auf das professionelle Handeln von Dolmetscherinnen. Die Arbeit geht von der Beobachtung aus, dass geschlechtsspezifische Fragestellungen in der Dolmetschwissenschaft trotz der starken Feminisierung des Berufs bislang unzureichend untersucht wurden, insbesondere im Hinblick auf die gelebte Berufspraxis von Dolmetscherinnen im NGO-Kontext. Im theoretischen Teil wird zunächst die historische Entwicklung der Rolle von Frauen im Dolmetschberuf nachgezeichnet, gefolgt von einer Auseinandersetzung mit der Feminisierung und dem damit verbundenen Prestigewandel im 20. Jahrhundert sowie zentralen Konzepten der Gender Studies. Darauf aufbauend wird der gegenwärtige genderspezifische Forschungsstand in der Dolmetschwissenschaft dargestellt, darunter zu Machtsymmetrien, Vertrauensaufbau und emotionaler Belastung im Community Interpreting. Methodisch stützt sich die Arbeit auf fünf teilstrukturierte Leitfadeninterviews mit Dolmetscherinnen der Sprachkombinationen Deutsch-Russisch und/oder Deutsch-Ukrainisch, die in einer der größten österreichischen NGOs in den Bereichen Asylberatung, psychosoziale Begleitung und Gewaltschutz tätig sind oder waren. Die erhobenen Daten wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse kategorisiert. Aus den Interviews geht hervor, dass Geschlecht keine neutrale, demographische Eigenschaft darstellt, sondern eine dynamische Variable ist, die den Berufsalltag der Befragten auf mehreren Ebenen zugleich prägt: von der Auftragsvergabe über den Vertrauensaufbau bis zur Konfrontation mit Mikroaggressionen und männlichen Privilegien. Während im direkten Kontakt mit KlientInnen und spezialisiertem NGO-Personal ein hohes Maß an Dankbarkeit und Respekt erfahren wird, dominiert auf gesellschaftlicher und institutioneller Ebene weiterhin ein Narrativ der Abwertung. Zudem ist das Geschlecht der Dolmetscherinnen untrennbar mit Faktoren wie Herkunft und Alter verschränkt. Daraus lassen sich abschließend konkrete Empfehlungen für eine gendersensible, trauma-informierte Ausbildung im Community Interpreting ableiten.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis addresses how female interpreters perceive gender roles in their professional practice and how these perceptions shape their professional conduct, addressing an existing research gap concerning gender-specific issues in interpreting studies, particularly within NGO settings. The theoretical part traces the historical development of women's roles in the interpreting profession, the feminization of the profession and the associated shift in prestige during the 20th century, and key concepts from gender studies. Building on this, the current state of gender-specific research in interpreting studies is examined, with particular attention to power asymmetries, trust-building, and emotional strain in community interpreting. The empirical part consists of five semi-structured guided interviews with female interpreters working in the German-Russian and/or German-Ukrainian language combinations, employed at one of Austria's largest NGOs active in asylum counseling, psychosocial support, and protection from violence. The data was coded and categorized using qualitative content analysis. The findings reveal that gender is not a neutral, demographic attribute but a dynamic variable that shapes the interpreters' professional reality on multiple levels: from assignment allocation to trust-building with clients to exposure to microaggressions and male privilege. While direct interactions with clients and specialized NGO staff are marked by appreciation and respect, a narrative of devaluation continues to dominate at the societal and institutional level. The interpreters' gender is also inseparably intertwined with factors such as origin and age. Based on these findings, concrete recommendations are derived for gender-sensitive, trauma-informed training in community interpreting.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Community Interpreting feministische Translationswissenschaft Geschlechterrollen NGO-Dolmetschen
Schlagwörter
(Englisch)
Community Interpreting feminist translation studies gender roles NGO Interpreting
Autor*innen
Dana Soprunyuk
Haupttitel (Deutsch)
Feministische Perspektiven auf Translation
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Wahrnehmung von Geschlechterrollen in der Dolmetschpraxis
Paralleltitel (Englisch)
Feminist perspectives on translation
Paralleluntertitel (Englisch)
on the perception of gender roles in interpreting practice
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
149 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Mira Kadric-Scheiber
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC17986310
Utheses ID
82038
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 360 |
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