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How WTO member states and arbitrators approach dispute resolution without a functioning appellate body
Beatrice Hendrika Anne Hamburg
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
außerordentliches Masterstudium Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht (LL.M.) [Berufsbegleitend Englisch]
Betreuer*in
Gabriel Lentner
DOI
10.25365/thesis.81932
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16505.79567.445889-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Vereinigten Staaten (US) haben das Berufungsgremium (AB) der World Trade Organization (WTO) lahmgelegt, indem sie die Ernennung aller neuen Mitglieder blockierten, wodurch das Gremium seit Dezember 2019 nicht mehr über das für die Verhandlung von Berufungsverfahren erforderliche Quorum verfügt. Als Reaktion auf diese Krise hat eine Gruppe von WTO-Mitgliedern die „Multi-Party Interim Appeal Arbitration Arrangement“ (MPIA) als alternatives Berufungsverfahren ins Leben gerufen. Die Streitbeilegung ist nun fragmentiert zwischen Mitgliedern, die sich im Voraus dem obligatorischen Berufungsschiedsverfahren unterworfen haben, und solchen, die dies nicht getan haben. Fünf Jahre nach der Lähmung des AB liegt nun eine ausreichende Anzahl von Streitbeilegungsfällen vor, um die die unter den neuen rechtlichen Rahmenbedingungen gewonnenen Erfahrungen zu analysieren. Auf der Grundlage verfügbarer WTO-Daten aus den Jahren 2020 bis 2025 untersucht dieser Beitrag, wie WTO-Mitgliedstaaten und Schiedsrichter die Streitbeilegung ohne ein funktionierendes AB angehen. Er zeigt, dass die Mitgliedstaaten die Blockade von Panel-Entscheidungen durch sogenannte Berufungen ins Leere zur Normalität gemacht haben, und untersucht die Anreize sowie die spieltheoretischen Dynamiken, die dieses Verhalten antreiben. Er zeigt zudem, dass die MPIA-Teilnehmer die Regelung nur unzureichend nutzen, und nennt Gründe für den deutlichen Rückgang Anzahl ihrer Berufungen im Vergleich zum Vorkrisenniveau. Darüber hinaus untersucht dieser Beitrag die drei bisher ergangenen Schiedssprüche in Berufungsverfahren – Colombia–Frozen Fries, China-IPRs Enforcement, und Turkey-Pharmaceutical Products – wobei der Schwerpunkt darauf liegt, inwiefern die Schiedsrichter von der Rechtsprechung des Berufungsgremiums abgewichen sind, um den Mitgliedstaaten mehr Spielraum einzuräumen. Die Schiedsrichter befinden sich in einer einzigartigen Position, um alternative Ansätze aufzuzeigen, die die Bedenken der Mitgliedstaaten, die zum Zusammenbruch des Berufungsgremiums geführt haben, ernst nehmen; und durch diese Fälle scheinen sie ein besseres Gleichgewicht zwischen staatlicher Autonomie und gerichtlicher Kontrolle zu signalisieren.
Abstract
(Englisch)
The United States disabled the Appellate Body (AB) of the World Trade Organization (WTO) by blocking the appointment of all new members, leaving it without the quorum required to hear appeals since December 2019. In response to the crisis, a subset of WTO Members created the Multi-Party Interim Appeal Arbitration Arrangement (MPIA) as an alternative appeals procedure. Dispute settlement is now fragmented between Members who have submitted to mandatory appeal arbitration ex ante and those who have not. Five years since the AB paralysis, there is now a sufficient body of dispute settlement practice to analyse the experience gathered in this new environment. Drawing on available WTO data from 2020 to 2025, this contribution analyses how WTO Member States and arbitrators are approaching dispute settlement without a functioning AB. It shows that Member States have normalised the blocking of panel rulings by so-called appeals into the void, and examines the incentives and game theory dynamics that drive this behaviour. It also shows that MPIA participants are underutilising the arrangement and suggests reasons for the marked decline in the number of appeals compared to pre-crisis levels. Furthermore, this contribution examines the three appeals arbitration awards issued to date – Colombia–Frozen Fries, China-IPRs Enforcement, and Turkey-Pharmaceutical Products – with an emphasis on how the arbitrators departed from AB jurisprudence so as to afford greater deference to Member States. The arbitrators are in a unique position to demonstrate alternative approaches that take seriously the Member concerns that led to the AB collapse; and through these cases they appear to signal a better balance between state autonomy and judicial oversight.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
China–IPRs Enforcement Colombia–Frozen Fries Turkey–Pharmaceutical Products WTO Multi-Party Interim Appeal Arbitration Arrangement Internationales Handelsrecht Multilaterales Handelssystem Schiedsverfahren 'Appeals into the void'
Schlagwörter
(Englisch)
WTO Multi-Party Interim Appeal Arbitration Arrangement 'Appeals into the Void' Appeal Arbitration International Trade Law Multilateral Trading System Colombia–Frozen Fries China–IPRs Enforcement Turkey–Pharmaceutical Products
Autor*innen
Beatrice Hendrika Anne Hamburg
Haupttitel (Englisch)
How WTO member states and arbitrators approach dispute resolution without a functioning appellate body
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
115 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Gabriel Lentner
Klassifikation
86 Recht > 86.91 Recht der internationalen Organisationen
AC Nummer
AC18026982
Utheses ID
82077
Studienkennzahl
UA | 999 | 082 | |
