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Zwischen den Fronten
Dolmetschen im fiktionalen Kriegssetting
Milena Trailovic
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Bosnisch/Kroatisch/Serbisch
Betreuer*in
Klaus Kaindl
DOI
10.25365/thesis.82034
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16514.76942.636511-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht die fiktionale Darstellung von Kriegs- und Krisendolmetscher*innen in ausgewählten Spielfilmen und analysiert deren filmnarratologische Konstruktion anhand einer vereinfachten Version des Figurenanalysemodells von Eder (2014). Im Mittelpunkt steht die Figur der Dolmetscher*in als fiktives Wesen, deren Eigenschaften, Funktionen und Handlungsspielräume im Kontext bewaffneter Konflikte untersucht werden. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Annahme, dass fiktionale Medien nicht nur gesellschaftliche Realitäten widerspiegeln, sondern zugleich zur Entstehung und Verfestigung von Vorstellungen, Typisierungen und Stereotypen über Berufe und soziale Rollen beitragen. Angesichts der globalen Reichweite des Films kommt dessen Darstellung von Dolmetscher*innen daher eine besondere Bedeutung zu. Grundsätzlich lässt sich die Struktur dieser wissenschaftlichen Arbeit in zwei Teile aufspalten, die das übergreifende Thema jeweils auf eigne Art und Weise behandeln. Der erste Abschnitt dieser Masterarbeit ist der Schaffung eines theoretischen Rahmens gewidmet. Während der erste Teil die thematische Grundlage für die abschließende Filmanalyse darstellt, wird im zweiten Abschnitt der Schwerpunkt auf die Methodik gelegt und im Zuge dessen das Analysematerial und die kinematografischen Mittel, die als Analysekategorien fungieren, vorgestellt. Es sei hierbei anzumerken, dass der Untersuchungskorpus aus englischsprachigen Filmen besteht, die nach dem Jahr 2000 veröffentlich wurden, und zwar Kriege thematisieren, jedoch nicht zwingend dem gleichen Genre dazugehören. Die Arbeit verortet sich an der Schnittstelle von Translations- und Filmwissenschaft. Sie knüpft an aktuelle translationswissenschaftliche Ansätze an, die Übersetzer*innen und Dolmetscher*innen als zentrale Akteur*innen transkultureller Kommunikation und als Symbolfiguren einer globalisierten Welt verstehen. Vor diesem Hintergrund wird zunächst die translatorische Realität von Kriegs- und Krisendolmetscher*innen beleuchtet. Dabei stehen insbesondere ihre Rollen und ihr Status in unterschiedlichen Kriegsszenarien, ihre translatorische Agency sowie die daraus resultierenden ethischen Herausforderungen, Machtverhältnisse und beruflichen Kompetenzen im Fokus. Darüber hinaus werden die für die Untersuchung relevanten methodischen Grundlagen vorgestellt. Anschließend richtet sich der Blick auf die fiktionale Ebene. Es wird die Wechselwirkung zwischen Film und Sprache sowie die Bedeutung von Dolmetscher*innen als narrative Figuren in audiovisuellen Medien diskutiert. Darauf aufbauend werden die theoretischen Grundlagen der filmnarratologischen Figurenanalyse nach Eder (2014) erläutert. Im Zentrum steht die Analyse der Figur als fiktives Wesen, deren Eigenschaften und Wirkung durch unterschiedliche filmische Gestaltungsmittel erzeugt werden und beim Publikum ein bestimmtes mentales Bild entstehen lassen. Die empirische Untersuchung basiert auf einem Korpus von drei Spielfilmen, die Dolmetscher*innen im Kontext bewaffneter Konflikte ins Zentrum ihrer Handlung stellen: Guy Ritchie's The Covenant (Ritchie 2023), Hyena Road (Gross 2015) und The Hunting Party (Shepard 2007). Mithilfe der filmnarratologischen Figurenanalyse werden die jeweiligen Dolmetscher-Figuren hinsichtlich ihrer narrativen Funktion, ihrer Charakterisierung und ihrer Einbettung in die dargestellten Machtstrukturen untersucht. Im Fokus stehen insbesondere die Fragen, welche Rollen und welchen Status Dolmetscher*innen innerhalb der filmischen Erzählungen einnehmen, wie Machtverhältnisse zwischen militärischen und zivilen Akteur*innen dargestellt werden und welchen Einfluss die Dolmetscher-Figuren auf diese Dynamiken ausüben. Die Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Filme Dolmetscher*innen überwiegend als unverzichtbare Vermittlungsfiguren zwischen militärischen und kulturellen Akteur*innen inszenieren. Gleichzeitig offenbaren sich deutliche Unterschiede hinsichtlich ihrer narrativen Bedeutung, ihres Handlungsspielraums und ihrer Position innerhalb der Machtstrukturen. Während einzelne Figuren als moralische und handlungsbestimmende Akteur*innen auftreten, bleiben andere auf eine unterstützende oder instrumentelle Funktion reduziert. Insgesamt verdeutlicht die Untersuchung, dass die filmische Repräsentation von Kriegs- und Krisendolmetscherinnen zahlreiche Elemente ihrer translatorischen Realität aufgreift. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Erforschung der fiktionalen Darstellung translatorischer Berufe und zeigt auf, wie filmische Narrative das gesellschaftliche Bild von Dolmetscher*innen in Konflikt- und Kriegskontexten prägen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kriegsdolmetschen Narration Filmwissenschaft Rolle Status
Autor*innen
Milena Trailovic
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen den Fronten
Hauptuntertitel (Deutsch)
Dolmetschen im fiktionalen Kriegssetting
Paralleltitel (Englisch)
Between the front lines
Paralleluntertitel (Englisch)
interpreting in fictional wartime settings
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
105 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klaus Kaindl
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.37 Film. Video
AC Nummer
AC18041119
Utheses ID
82080
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 363 |
