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Die Verwendung der direkten und indirekten Rede beim Dialogdolmetschen mit besonderem Fokus auf das Gerichtsdolmetschen
Lena Stampfl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Italienisch
Betreuer*in
Mira Kadric-Scheiber
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81820
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16532.78229.285336-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Verwendung direkter und indirekter Rede beim Dialogdolmetschen mit besonderem Fokus auf das Gerichtsdolmetschen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass in professionellen Normvorstellungen zwar häufig die direkte Rede als Standard gilt, in der gerichtlichen Dolmetschpraxis jedoch auch indirekte Rede und Wechsel zwischen beiden Redeformen auftreten können. Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, unter wel-chen Bedingungen direkte und indirekte Rede im Gerichtsdolmetschen verwendet werden, wel-che Funktionen die indirekte Rede übernehmen kann und welche Auswirkungen Redeform-wechsel auf Rollenverteilung, Neutralität und Verständigung im Gerichtssaal haben. Die Arbeit verbindet eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Gericht als institutionellem Kommunikationsraum, dem Gerichtsdolmetschen, Beteiligungsrollen und der direkten sowie indirekten Rede im Deutschen, Italienischen und Englischen mit einer empirischen Untersu-chung. Grundlage der empirischen Analyse bilden zehn beobachtete Strafverfahren in Wien mit unterschiedlichen Arbeitssprachen. Das Material wurde qualitativ ausgewertet und anhand rele-vanter Dolmetschsequenzen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass direkte Rede vor allem dort verwendet wird, wo unmittelbare Adressierung, Verständlichkeit und Beteiligung im Vordergrund stehen. Indirekte Rede tritt insbesondere bei Zusammenfassungen, Quellenmarkierungen, berichtenden Wiedergaben und institutioneller Einordnung von Aussagen auf. Sie kann SprecherInnenpositionen voneinander abgrenzen und deutlich machen, wem eine Aussage zuzurechnen ist. Gleichzeitig kann indirekte Rede zu Unklarheiten führen, wenn die Adressierung nicht eindeutig ist. Die Arbeit zeigt damit, dass direkte und indirekte Rede im Gerichtsdolmetschen nicht nur grammatische Formen dar-stellen, sondern zentrale Bedeutung für SprecherInnenrollen, Verantwortlichkeit und kommuni-kative Teilhabe im Gerichtssaal besitzen.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines the use of direct and indirect speech in dialogue interpreting, with a particular focus on court interpreting. The starting point is the observation that direct speech is often regarded as the professional standard in interpreting training and professional norms, while actual interpreting practice in court may also involve indirect speech and shifts between both forms. The aim of this thesis is to analyse under which conditions direct and indirect speech are used in court interpreting, which functions indirect speech may fulfil, and how shifts between speech forms can affect role distribution, neutrality and understanding in the court-room. The thesis combines a theoretical discussion of the courtroom as an institutional communication space, court interpreting, participation roles and direct and indirect speech in German, Italian and English with an empirical study. The empirical analysis is based on ten observed criminal court hearings in Vienna involving different working languages. The material was examined qualita-tively and analysed through selected interpreting sequences relevant to the research questions. The findings show that direct speech is mainly used in situations in which immediate address, comprehensibility and participation are central. Indirect speech occurs particularly in summaries, source marking, reported renderings and the institutional framing of statements. It can separate the interpreter’s own speaking position from that of the interpreted person and make clear to whom a statement is attributable. At the same time, indirect speech may lead to ambiguity when the addressee is not clearly identifiable. The thesis therefore shows that direct and indirect speech in court interpreting are not merely grammatical forms, but are closely connected to speaker roles, responsibility and communicative participation in the courtroom.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Gerichtsdolmetschen Direkte und indirekte Rede Direkte Rede Indirekte Rede Dialogdolmetschen Dolmetschpraxis Rollenverteilung Neutralität Gerichtssaal SprecherInnenrollen Verantwortlichkeit
Schlagwörter
(Englisch)
Court interpreting Direct and indirect speech Direct speech Indirect speech Dialogue interpreting Role distribution Neutrality Court room Speaker roles Responsibility
Autor*innen
Lena Stampfl
Haupttitel (Deutsch)
Die Verwendung der direkten und indirekten Rede beim Dialogdolmetschen mit besonderem Fokus auf das Gerichtsdolmetschen
Paralleltitel (Englisch)
The use of direct and indirect speech in dialogue interpreting, with a particular focus on court interpreting
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
118 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Mira Kadric-Scheiber
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC18005243
Utheses ID
82082
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 348 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1