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Stayin' alive
aquatic fauna in terrestrial plants
Sven Dragon
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Naturschutz und Biodiversitätsmanagement
Betreuer*in
Michael Schagerl
Mitbetreuer*in
Carina Zittra
DOI
10.25365/thesis.81796
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16550.96106.171930-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Phytotelmata sind aquatische Mikrohabitate in und auf Pflanzen, die zwar oft übersehen werden, jedoch eine spezialisierte Artengemeinschaft beherbergen. Obwohl sie auch im gemäßigten Zentraleuropa zu finden sind, ist die Ökologie der mit ihnen assoziierten Taxa noch relativ wenig erforscht. In dieser Arbeit untersuchte ich wassergefüllte Baumhöhlen (Dendrotelmata) in einem urbanen Park innerhalb der Stadt Wien und in einem ländlichen Auwald außerhalb der Metropole, um herauszufinden, wie Urbanisierung die Wasserchemie und die aquatische Fauna prägt. Für einen Vergleich zwischen Mikrohabitaten wurden an denselben Standorten Kunststoffbehälter (Ovitraps) aufgestellt. Ich erfasste limnochemische Parameter in drei Jahreszeiten, erhob Insektenlarven morphologisch, ergänzte die Bestimmung durch eDNA-Metabarcoding und analysierte die Datenstruktur multivariat. Die abiotischen Bedingungen in Dendrotelmata waren nährstoffreich und sauerstoffarm, wobei die Umweltbedingungen und die Fauna signifikant durch Urbanisierung beeinflusst wurden. Vier Taxa wiesen signifikante Unterschiede auf: Der Sumpfkäfer Prionocyphon serricornis und die Stechmücke Aedes geniculatus waren häufiger am ländlichen Standort zu finden, während die Schwebfliege Myathropa florea und die Gnitzen der Gattung Dasyhelea mit dem städtischen Umfeld assoziiert wurden. Dasyhelea zeigte auch eine signifikante Präferenz für Ovitraps, die sich grundlegend von natürlichen Dendrotelmata unterschieden, da sie höhere Sauerstoffkonzentrationen, geringere Nährstoffwerte, größere Temperaturschwankungen und eine andere Artenzusammensetzung aufwiesen. Die Beziehungen zwischen Arten und Umwelt wurden vor allem durch die Leitfähigkeit (Nährstoffkonzentration) und die Sauerstoffkonzentration erklärt. Ein Methodenvergleich zeigte, dass das eDNA-Metabarcoding aquatische Insektentaxa weniger umfassend nachweisen konnte als die morphologische Bestimmung, dafür jedoch zusätzlich Rotifera und Nematoda erfasste. Diese Arbeit zeigt, dass Urbanisierung auch Mikrohabitate wie Dendrotelmata beeinflusst. Darüber hinaus zeigt sich, dass Ovitraps ein ökologischer Ersatz mit Einschränkungen und veränderten Artengemeinschaften sind, sich jedoch sehr wohl für das gezielte Monitoring gebietsfremder Stechmücken eignen. Um die Biodiversität dieser Mikrohabitate zu erfassen, bedarf das eDNA-Metabarcoding methodischer Weiterentwicklung. Für den Naturschutz bedeutet das, dass die Erhaltung natürlicher Baumhöhlenstrukturen von entscheidender Bedeutung ist und dass taxonomisches Fachwissen weiterhin wichtig bleibt.
Abstract
(Englisch)
Phytotelmata are aquatic microhabitats in and on plants, which are often overlooked but harbour specialised communities. Although they are found in Central Europe, the ecology of their associated taxa remains relatively unexplored. In this study I investigated the fauna of water-filled treeholes (dendrotelmata) in an urban park within the city of Vienna and in a rural floodplain forest outside the city to determine how urbanisation impacts water chemistry and aquatic fauna. For microhabitat comparison, plastic containers (ovitraps) were installed at the same locations. I recorded limnochemical parameters across three seasons, identified insect larvae morphologically, supplemented identifications with environmental DNA (eDNA) metabarcoding and analysed multivariate patterns. Dendrotelmata were nutrient-rich and oxygen-poor, with environmental conditions and fauna impacted by urbanisation, leading to taxon-specific responses. Four taxa differed significantly: the marsh beetle Prionocyphon serricornis and the mosquito Aedes geniculatus were more frequent at the rural location, whilst the hoverfly Myathropa florea and biting midges of the genus Dasyhelea were associated with the urban setting. Dasyhelea also significantly preferred ovitraps, which differed fundamentally from natural dendrotelmata by exhibiting higher oxygen concentrations, lower nutrient loading, greater temperature fluctuations and a different community composition. Species-environment relationships were primarily structured by conductivity (nutrient load) and oxygen concentration. A comparison of methods showed that eDNA metabarcoding detected aquatic insect taxa less comprehensively than morphological identification, but additionally recorded Rotifera and Nematoda. This study demonstrates that urbanisation affects microhabitats such as dendrotelmata. Furthermore, it is evident that ovitraps are ecological surrogates with limitations and altered biotic communities, yet they are suitable for targeted monitoring of non-native mosquitoes. To capture the biodiversity of these microhabitats, eDNA metabarcoding requires further methodological development. For nature conservation this means that the preservation of natural treehole structures is vital and that taxonomic expertise remains important.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Phytotelmata Mikrohabitat Urbanisierung Metabarcoding gebietsfremde Stechmücken
Schlagwörter
(Englisch)
phytotelmata microhabitat urbanisation metabarcoding non-native mosquitoes
Haupttitel (Englisch)
Stayin' alive
Hauptuntertitel (Englisch)
aquatic fauna in terrestrial plants
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
III, 98 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Michael Schagerl
AC Nummer
AC17986858
Utheses ID
82090
Studienkennzahl
UA | 066 | 879 | |
