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Die Schmerzensmutter in der Gruppe 91 des Wiener Zentralfriedhofs
Erinnerungspraktiken am Denkmal im Kriegsgräberfeld für die gefallenen Soldaten des ersten Weltkriegs
Iman Elghonemi-Toker
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Geschichte
Betreuer*in
Marko Demantowsky
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81973
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21869.81938.166658-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht Anton Hanaks Kriegerdenkmal der Schmerzensmutter in der Kriegsgräberanlage für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs (Gruppe 91) am Wiener Zentralfriedhof und fragt, welche Gedenkpraktiken sich an diesem Denkmal beobachten lassen und wie darin politische Interessen, historische Deutungen und gesellschaftliche Aneignungen sichtbar werden. Während die kunsthistorische Forschung zu Hanak dessen Werk vor allem formal-stilistisch untersucht hat, fehlt bislang eine Analyse, die das Denkmal als lebendigen Erinnerungsort in seiner Nachgeschichte bis in die Gegenwart verfolgt. Diese Lücke schließt die vorliegende Arbeit, indem sie das Denkmal ausgehend vom Konzept des kollektiven Gedächtnisses und der Denkmalsforschung als Teilgebiete der Public-History-Forschung, verbunden mit ikonographischen und ikonologischen Ansätzen, nicht nur als Kunstwerk, sondern als Ort begreift, an dem Bedeutungen durch Erinnerungspraktiken gestiftet, umkämpft, verändert und teilweise vergessen werden. Methodisch verbindet die Arbeit historische und gegenwartsbezogene Zugänge: Archivalische Quellen aus dem Nachlass des Künstlers sowie zeitgenössische Presseberichte rekonstruieren Entstehung und intendierte Wirkung des Denkmals; ikonographische Analyse und kunsthistorische Einordnung erschließen seine Form- und Motivsprache; teilnehmende Beobachtung und Field Interviews erfassen gegenwärtige Gedenkpraktiken vor Ort; Social-Media-Beiträge und Wikipedia-Zugriffsdaten dienen als Indikatoren für digitale Rezeption und Erinnerungspraktiken. Die Untersuchung zeigt, dass das 1925 errichtete Denkmal ursprünglich als sozialdemokratisch gerahmtes Trauer- und Mahnmal mit pazifistischer Stoßrichtung entstand. Seine heutige Wahrnehmung ist dagegen von affektiven Deutungen, institutionellen Ritualen, digitalen Rahmungen und transnationalen Erinnerungsspuren geprägt und wird von politisch heterogenen Gruppen für unterschiedliche Deutungen genutzt. Damit erweist sich die Schmerzensmutter als vielschichtiger Erinnerungsort, dessen Bedeutung nicht allein in Form und Inschrift liegt, sondern im Zusammenspiel von Entstehungskontext, künstlerischen Motiven, politischer Deutung und gegenwärtigem Gebrauch immer wieder neu erzeugt wird.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines Anton Hanak’s war monument, the Schmerzensmutter, located in the war graves section for fallen soldiers of the First World War (Group 91) at Vienna’s Central Cemetery. The study examines which commemorative practices are evident at this monument and how political interests, historical interpretations, and social appropriations become visible through them. While art-historical research on Hanak has primarily examined his work in formal and stylistic terms, there has so far been no analysis that traces this monument as a living site of memory through its afterlife into the present. This thesis addresses that gap by approaching the monument through the concepts of collective memory and monument studies within the field of public history studies, combined with iconographic and iconological perspectives. It understands the monument not only as a work of art, but as a site where meanings are created, contested, transformed, and at times partially forgotten through commemorative practices. Methodologically, the thesis combines historical reconstruction with an analysis of contemporary commemorative practices: archival sources from the artist’s estate and contemporary newspaper reports reconstruct the monument’s creation and intended impact; iconographic analysis and art-historical contextualization examine its formal and symbolic language; participant observation and field interviews document present-day commemorative practices on site; and social media posts as well as Wikipedia page-view data serve as indicators of digital reception and memory practices. The study shows that the monument, erected in 1925, was originally conceived as a Social Democratic memorial of mourning and admonition with a pacifist alignment. Its contemporary perception, however, is shaped by affective interpretations, institutional rituals, digital framings, and transnational traces of remembrance, while politically heterogeneous groups appropriate the monument for divergent interpretations. The Schmerzensmutter thus emerges as a multi-layered site of memory whose meaning lies not only in its form and inscription, but is continually produced through the interplay of its historical context, artistic motifs, political interpretation, and present-day use.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Denkmalsforschung Anton Hanak Public History Zentralfriedhof Schmerzensmutter Kriegerdenkmal Wien Public History Forschung Kollektives Gedächtnis
Schlagwörter
(Englisch)
Monument Research Anton Hanak Public History Vienna Central Cemetery War Monument Vienna Public History Research Collective Memory
Autor*innen
Iman Elghonemi-Toker
Haupttitel (Deutsch)
Die Schmerzensmutter in der Gruppe 91 des Wiener Zentralfriedhofs
Hauptuntertitel (Deutsch)
Erinnerungspraktiken am Denkmal im Kriegsgräberfeld für die gefallenen Soldaten des ersten Weltkriegs
Paralleltitel (Englisch)
The Mourning Mother in Group 91 of the Vienna Central Cemetery: Memory Practices at the Monument for the Fallen Soldiers of World War I
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
163 Seiten, Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marko Demantowsky
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.23 Erster Weltkrieg ,
20 Kunstwissenschaften > 20.20 Ikonographie
AC Nummer
AC18031250
Utheses ID
82153
Studienkennzahl
UA | 066 | 803 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1