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Boundary Work im Laiendolmetschen
Grenzziehungsarbeit aus der Sicht von Laiendolmetscher*innen
Karoline Lehmann
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Tschechisch
Betreuer*in
Sonja Pöllabauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81941
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21905.90295.736989-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die zunehmende sprachliche und kulturelle Diversität und Mehrsprachigkeit in Österreich führt dazu, dass Dolmetscher*innen für Privatpersonen, insbesondere im Kommunalbereich, wie dem Gesundheitswesen und bei Sicherheitsbehörden eine wichtige Rolle bei der sprachlichen Verständigung zwischen fremdsprachigen Personen und Institutionen übernehmen. Oft wird gerade in diesem Bereich die Rolle des Dolmetschenden von Laiendolmetscher*innen ohne diesbezügliche formale Ausbildung, übernommen. Obwohl ihre Tätigkeit damit für die Kommunikation in diesem Gebiet von großer Bedeutung ist, richtet sich translationswissenschaftliche Forschung bislang überwiegend auf sogenannte professionelle Dolmetscher*innen und die Perspektiven von Laiendolmetscher*innen wurden vergleichsweise wenig berücksichtigt. (vgl. Grbić 2023: 11; Grbić & Kujamäki 2019: 113–127; Antonini 2015: 279) Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorliegende Masterarbeit das Ziel zu untersuchen, wie Laiendolmetscher*innen ihre eigene Tätigkeit und Rolle wahrnehmen und abgrenzen, ihren Handlungsrahmen definieren und ihr Expert*innentum gegenüber professionell ausgebildeten Dolmetscher*innen sowie Akteur*innen im institutionellen Kontext konstruieren und legitimieren. Den Analyserahmen bildet das Konzept des Boundary Work von Thomas F. Gieryn (1983; 1999), das Grenzziehungen als soziale Praktiken versteht, mit denen Akteur*innen Zuständigkeiten, Legitimität und Expetise Aushandeln. Während dieses Konzept ursprünglich für die Unterscheidung zwischen Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft entwickelt wurde, wurde es bereits von Nadja Grbić (2023) erfolgreich auf die Translation übertragen. Auch in dieser Arbeit erwies sich dieses Konzept als ein geeigneter Zugang, um Grenzziehungsprozesse im Laiendolmetschen und neue Perspektiven translatorischer Professionalität sichtbar zu machen. Die empirische Untersuchung basiert auf vier leitfadengestützten qualitativen Interviews mit Laiendolmetscherinnen. Die Auswertung erfolgte mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018). Dabei wurde softwaregestützt mit MAXQDA codiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die interviewten Laiendolmetscherinnen den Wert einer fundierten Dolmetschausbildung, sowie der dabei vermittelten fachlichen, sprachlichen und translatorischen Kompetenzen ausdrücklich anerkennen. Gleichzeitig stehen sie einer ausschließlich formalen Ausbildung als Definition von Professionalität kritisch gegenüber und kritisieren vor diesem Hintergrund die Bezeichnung „nicht-professionell“. Sie betonen, dass sich auch Laiendolmetscher*innen bestimmte als professionell geltende Kompetenzen, durch langjährige Praxis, wiederholte Einsätze in ihrem Gebiet und kontinuierliche Weiterentwicklung aneignen. Das reflektierte Selbstverständnis ihrer Rolle im Dolmetschen ist geprägt von hohem Verantwortungsbewusstsein mit an gesellschaftliche und selbst auferlegte Prinzipien wie Genauigkeit, Neutralität, Verschwiegenheit sowie einer reflektierten Einschätzung der eigenen sprachlichen und fachlichen Kompetenzen orientiertem Handeln.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Laiendolmetschen Laiendolmetscher*innen Nicht-professionelles Dolmetschen Boundary Work Grenzziehungsarbeit
Autor*innen
Karoline Lehmann
Haupttitel (Deutsch)
Boundary Work im Laiendolmetschen
Hauptuntertitel (Deutsch)
Grenzziehungsarbeit aus der Sicht von Laiendolmetscher*innen
Paralleltitel (Englisch)
Boundary-work in lay interpreting
Paralleluntertitel (Englisch)
boundary-work from the perspective of lay interpreters
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
120 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sonja Pöllabauer
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC18027261
Utheses ID
82163
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 369 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1