Detailansicht
Wirkungen von Lampenfieber bei Musiker:innen im Rahmen der Kontroll-Wert-Theorie
Annica Zorzi
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Thomas Götz
DOI
10.25365/thesis.81913
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25316.83934.854799-5
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Lampenfieber zählt zu den am häufigsten berichteten psychologischen Stressoren bei Musiker:innen und wird mit zahlreichen Wirkungen in Verbindung gebracht, die bislang kaum theoretisch integriert wurden. Daher widmete sich diese Arbeit der empirischen Überprüfung der Zusammenhänge des Lampenfiebers mit den durch die Kontroll-Wert-Theorie postulierten Wirkungen. Hierzu gehören die subjektive Leistung, die körperlichen Angstreaktionen, die Sorgengedanken, die Hingabe an die Musik und die interaktiven Ressourcen während Aufführungen, die intrinsische und extrinsische Aufführungsmotivation, die Aufführungsstrategien sowie die körperliche Gesundheit und das psychische Wohlbefinden der Musiker:innen. Es wurde hypothetisiert, dass stärkeres Lampenfieber mit ungünstigeren Ausprägungen dieser Variablen assoziiert ist; mit Ausnahme der extrinsischen Motivation. Im Rahmen einer querschnittlichen Online-Erhebung mittels Selbstbericht wurden gültige Daten von N = 397 Musiker:innen (Durchschnittsalter: 28.93 Jahre, SD = 13.46) unterschiedlicher Erfahrungs- und Leistungsniveaus erhoben. Neben etablierten Erhebungsinstrumenten wurden für mehrere Konstrukte neu entwickelte Skalen eingesetzt. Die statistische Überprüfung der Hypothesen mittels einfacher linearer Regressionsanalysen zeigte signifikante Zusammenhänge zwischen Lampenfieber und allen postulierten Wirkungen mit kleinen bis großen Effektstärken (R2 = .02 – .52). Lampenfieber war negativ mit der subjektiven Leistung, der Hingabe an die Musik, den interaktiven Ressourcen, der intrinsischen Motivation, den spielerischen Aufführungsstrategien sowie dem psychischen Wohlbefinden assoziiert; demgegenüber war es positiv mit körperlichen Angstreaktionen, Sorgengedanken, extrinsischer Motivation, rigiden Aufführungsstrategien und körperlichen Gesundheitsproblemen assoziiert. Diese Befunde liefern erste umfassende empirische Hinweise dafür, dass sich die Kontroll-Wert-Theorie als theoretischer Rahmen zur Beschreibung der Wirkungen von Lampenfieber bei Musiker:innen eignet. Obwohl das querschnittliche Studiendesign keine kausalen Schlussfolgerungen erlaubt, verdeutlichen die Ergebnisse die weitreichende Bedeutung von Lampenfieber für die Leistung, das Erleben und die Gesundheit von Musiker:innen.
Abstract
(Englisch)
Stage fright or music performance anxiety is one of the most frequently reported psychological stressors among musicians and is associated with numerous effects that have lacked theoretical integration to date. Therefore, this study aimed to empirically examine the relationships between stage fright and the effects postulated by the control-value theory. These include subjective performance, physiological anxiety responses, worrisome thoughts, dedication to music and interactive resources during performance, intrinsic and extrinsic performance motivation, and performance strategies, as well as the physical health and psychological well-being of musicians. It was hypothesised that higher levels of stage fright would be associated with less favourable manifestations of these variables, with the sole exception of extrinsic motivation. Within a cross-sectional online survey using self-reports, valid data were collected from N = 397 musicians (mean age: 28.93 years, SD = 13.46) of varying experience and performance levels. In addition to established assessment instruments, newly developed scales were employed for several constructs. Statistical testing of the hypotheses using simple linear regression analyses revealed significant relationships between stage fright and all postulated effects, with small to large effect sizes (R2 = .02 – .52). Stage fright was negatively associated with subjective performance, dedication to music, interactive resources, intrinsic motivation, playful performance strategies and psychological well-being; conversely, it was positively associated with physiological anxiety responses, worrisome thoughts, extrinsic motivation, rigid performance strategies and physical health problems. These findings provide initial, comprehensive empirical evidence that the control-value theory serves as a suitable theoretical framework for describing the effects of stage fright in musicians. Although the cross-sectional study design does not permit causal conclusions, the results underscore the far-reaching significance of stage fright for the performance, experience and health of musicians.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Lampenfieber Musiker:innen Kontroll-Wert-Theorie
Schlagwörter
(Englisch)
stage fright music performance anxiety musicians control-value theory
Autor*innen
Annica Zorzi
Haupttitel (Deutsch)
Wirkungen von Lampenfieber bei Musiker:innen im Rahmen der Kontroll-Wert-Theorie
Paralleltitel (Englisch)
Effects of stage fright in musicians within the control-value theory framework
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
79 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Götz
Klassifikation
77 Psychologie > 77.46 Emotion
AC Nummer
AC18019112
Utheses ID
82203
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
