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Verwendung von maschineller Übersetzung im wissenschaftlichen Schreibprozess am Beispiel Meereswissenschaften
Katharina Leeb
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Italienisch
Betreuer*in
Dagmar Gromann
DOI
10.25365/thesis.81956
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26234.77481.863366-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Englisch hat sich als Lingua franca der meisten Wissenschaftsbereiche etabliert. Dies erleichtert einerseits die Kommunikation in einer internationalen Wissenschaftsgemeinschaft, kann aber andererseits für Wissenschaftler*innen, die Englisch nicht als Erstsprache sprechen, eine zusätzliche Herausforderung in ihrem professionellen Alltag darstellen. Maschinelle Übersetzungstools (MÜ Tools) werden dabei als eine vielversprechende Lösung diskutiert, um sprachliche Barrieren zu überwinden und den Zugang zu wissenschaftlicher Kommunikation zu erleichtern. Trotz dieses Potenzials wurde bisher kaum untersucht, wie Wissenschaftler*innen MÜ Tools in ihrem professionellen Alltag und insbesondere im wissenschaftlichen Schreibprozess einsetzen. Diese Masterarbeit untersucht, ob und wie Wissenschaftler*innen im Bereich Meereswissenschaften MÜ Tools im wissenschaftlichen Schreibprozess einsetzen und welche Strategien sie für eine möglichst effiziente Nutzung entwickelt haben. Anhand eines qualitativen empirischen Forschungsdesigns wurden im Mai und Juni 2026 elf leitfadengestützte Interviews mit Wissenschaftler*innen eines portugiesischen Forschungsinstituts durchgeführt und anschließend mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass alle Interviewteilnehmer*innen MÜ Tools im privaten und beruflichen Kontext nutzen. Jedoch setzt nur etwa die Hälfte von ihnen diese Tools auch im wissenschaftlichen Schreibprozess ein. Nahezu alle Befragten nutzen MÜ Tools für die Assimilation zweitsprachiger Inhalte. Als zentrale Strategien wurden Pre-Editing, Post-Editing, Rückübersetzung und gezielte Prompt-Formulierung identifiziert. Darüber hinaus spielen soziale Netzwerke als Ressource für Feedback und Qualitätssicherung eine informelle, bisher kaum systematisch erforschte Rolle. Erfahrenere Wissenschaftler*innen setzen MÜ seltener für das eigentliche Schreiben ein und zeichnen sich durch eine kritischere Qualitätsbewertung aus. Sprachspezifische Unterschiede konnten nicht eindeutig nachgewiesen werden. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Wissenschaftler*innen kompetente Nutzer*innen von MÜ Tools sind, die entsprechende Nutzungsstrategien entwickeln und MÜ Ergebnisse bewerten und adaptieren können. Die Arbeit versteht sich auch als einen ersten Schritt für einen Dialog zwischen Translationswissenschaft und Naturwissenschaften.
Abstract
(Englisch)
English has been established as the lingua franca of most academic disciplines. Whilst this facilitates the communication within the international scientific community, it can also present an additional challenge in the day-to-day professional lives of researchers for whom English is not their first language. Machine translation tools (MT tools) are being discussed as a promising solution for overcoming language barriers and facilitating access to scientific communication. Despite this potential, there has been little research to date on how researchers use MT tools in their professional lives and the scientific writing process. This master’s thesis investigates whether and how researchers in the field of marine sciences use MT tools in the scientific writing process and which strategies they have developed for the efficient use of these tools. Using a qualitative empirical research design, eleven guided interviews with researchers at a Portuguese research institution were conducted in May and June 2026 and subsequently analysed using qualitative content analysis. The results show that all interviewees use MT tools in both personal and professional contexts. However, only around half of them use these tools in the academic writing process. Almost all respondents use MT tools to assimilate content in a second language. Pre-editing, post-editing, back-translation, and targeted prompt formulation were identified as key strategies. Furthermore, social networks play an informal role as a resource for feedback and quality assurance, a role which has been scarcely researched systematically so far. More experienced researchers use MT less frequently for the actual writing process and tend to assess quality more critically. No clear evidence of language-specific differences could be found. The results underscore the fact that researchers are competent users of MT tools, capable of developing appropriate usage strategies and evaluating and adapting MT outputs. This study is also intended as a first step towards a dialogue between translation studies and the natural sciences.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Machinelle Übersetzung Wissenschaftlicher Schreibprozess Machine Translation Literacy Nutzer*innenstrategien Qualitative Inhaltsanalyse Wissenschaftskommunikation
Schlagwörter
(Englisch)
Machine translation Scientific writing process User strategies Machine translation literacy Qualitative content analysis Scholarly communication
Autor*innen
Katharina Leeb
Haupttitel (Deutsch)
Verwendung von maschineller Übersetzung im wissenschaftlichen Schreibprozess am Beispiel Meereswissenschaften
Paralleltitel (Englisch)
The use of machine translation in the scientific writing process using marine sciences as an example
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
vii, 220 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Dagmar Gromann
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC18029242
Utheses ID
82243
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 348 |
