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Gehirn, Bewusstsein und Welt
zur Kritik des Neurozentrismus und zur systemtheoretischen Neubestimmung des Gehirns als Beziehungsorgan
Bünyamin Belova
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Natascha Gruver
DOI
10.25365/thesis.82035
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26252.88994.579978-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht die in der gegenwärtigen neurowissenschaftlich-philosophischen Debatte verbreitete Tendenz eines neurozentristischen Denkstils, der das Gehirn zum Ort, Träger oder Produzenten von Bewusstsein und Weltbezug erhebt. Ausgangspunkt ist die Frage, inwiefern der Neurozentrismus das Verhältnis von Gehirn, Bewusstsein und Welt verzerrt darstellt und wie sich die Rolle des Gehirns innerhalb dieses Zusammenhangs im Rahmen eines biologisch-systemtheoretischen Modells neu bestimmen lässt. Hierzu wird der Neurozentrismus zunächst als philosophisches Denkparadigma rekonstruiert und systematisch hinsichtlich seiner begrifflichen Voraussetzungen, argumentativen Strukturen und theoretischen Tragfähigkeit analysiert. Dabei zeigt sich, dass seine unterschiedlichen Ausprägungen – Neuroreduktionismus, Neurosubjektivismus und Neurokonstruktivismus – auf einer gemeinsamen Grundfigur beruhen, in der das leiblich verfasste, welterschließende Bewusstsein auf jeweils spezifische Weise dem Primat des Gehirns unterstellt wird. In kritischer Perspektive werden die zentralen Probleme dieser Positionen herausgearbeitet, sodass sich der Neurozentrismus schließlich als philosophisch unhaltbarer Bestimmungsversuch des Verhältnisses von Gehirn, Bewusstsein und Welt erweist. Als positive Alternative wird die von Thomas Fuchs entwickelte Konzeption des Gehirns als Beziehungsorgan herangezogen, der zufolge das Gehirn als systemisch eingebettete Vermittlungsinstanz innerhalb rekursiver Kausalzusammenhänge von Organismus, Körper und Umwelt zu verstehen ist.
Abstract
(Englisch)
The present study examines the widespread tendency in contemporary neuroscientific and philosophical discourse toward a neurocentric mode of thought that elevates the brain to the locus, bearer, or producer of consciousness and world-relatedness. It begins with the question of how neurocentrism distorts the relationship between brain, consciousness, and world, and how the role of the brain within this relation can be redefined within a biological systems-theoretical framework. To this end, neurocentrism is first reconstructed as a philosophical paradigm and systematically analyzed with regard to its conceptual presuppositions, argumentative structures, and theoretical plausibility. It is shown that its different variants – neuroreductionism, neurosubjectivism, and neuroconstructivism – share a common underlying structure in which embodied, world-disclosing consciousness is subordinated, in different ways, to the primacy of the brain. From a critical perspective, the central problems of these positions are developed, leading to the conclusion that neurocentrism must be regarded as a philosophically untenable account of the relationship between brain, consciousness, and world. As a positive alternative, the concept of the brain as a relational organ developed by Thomas Fuchs is introduced. According to this view, the brain is understood as a systemically embedded mediating instance within recursive causal relations between organism, body, and environment.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Neurozentrismus Philosophie des Geistes Bewusstsein Leiblichkeit Systemtheorie Welterschließung Neuroreduktionismus Neurosubjektivismus Neurokonstruktivismus Phänomenologie 4E-Kognition
Autor*innen
Bünyamin Belova
Haupttitel (Deutsch)
Gehirn, Bewusstsein und Welt
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Kritik des Neurozentrismus und zur systemtheoretischen Neubestimmung des Gehirns als Beziehungsorgan
Paralleltitel (Englisch)
Brain, consciousness and world
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
136 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Natascha Gruver
Klassifikation
08 Philosophie > 08.36 Philosophische Anthropologie
AC Nummer
AC18041127
Utheses ID
82252
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
