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Ecological release from predation drives shifts in foraging behavior in the critically endangered medium tree finch
Marcel Vockner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Cognition, Behavior and Neurobiology
Betreuer*in
Sonia Kleindorfer
Mitbetreuer*in
Lauren Common
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.82024
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27098.76759.932847-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Risiko, von Raubtieren gefressen zu werden, bestimmt, wie Tiere Raum und Ressourcen nutzen; dennoch sind die verhaltensbezogenen Folgen der Entfernung von Raubtieren in natürlichen Systemen bislang nur unzureichend quantifiziert. Ozeanische Inseln bieten ideale Rahmenbedingungen für die Untersuchung eines solchen ökologischen Entlastungsphänomens. Wir nutzten einen 20-jährigen Datensatz (2005–2025) vom Aussterben bedrohten Mittelbaumfink (Camarhynchus pauper), um zu untersuchen, wie langfristige Veränderungen des Prädationsdrucks, der Lebensraumstruktur und der Renaturierungsmaßnahmen auf der Insel Floreana das Futtersuchverhalten im Rahmen eines „Landschaft der Angst“-Modells beeinflussen. Wir haben Beobachtungen der ersten Nahrungssuche mit Daten aus Verfolgungstunneln zur Rattenaktivität abgeglichen und prognostiziert, dass ein verringerter Prädationsdruck nach der Entfernung invasiver Säugetiere im Jahr 2023 und dem Management der einheimischen Kurzohreule (Asio flammeus galapagoensis) mit einer größeren Breite der Nahrungsnische und Verschiebungen in der Futtersuchehöhe einhergehen würde. Die Rattennachweise zeigten ein ausgeprägtes quadratisches Muster: Sie stiegen von niedrigen Werten im Jahr 2006 auf hohe Werte in der Mitte des Untersuchungszeitraums an, bevor sie nach der gezielten Beseitigung bis 2025 auf sehr niedrige Werte zurückgingen. Auch die Substratvielfalt und die Futtersuchhöhe des Mittleren Baumfinken wiesen signifikante nichtlineare zeitliche Muster auf. Die Substratvielfalt sank 2019 auf ein Minimum, bevor sie bis 2025 wieder anstieg, während die Futtersuchhöhe zwischen 2012 und 2024 relativ hoch blieb, bevor sie 2025 wieder in tiefere Schichten zurückkehrte. Im Gegensatz dazu blieb die Vielfalt der Futtersuchtechniken über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg stabil. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Mittlere Baumfinken als Reaktion auf sich verändernde ökologische Einschränkungen anpassen, wo – aber nicht wie – sie nach Nahrung suchen. Der zeitliche Zusammenhang zwischen einer geringeren Anzahl von Rattennachweisen, einer zunehmenden Substratvielfalt und einer geringeren Futtersuchhöhe im Jahr 2025 könnte ein früher Verhaltenshinweis auf eine ökologische Entlastung sein, obwohl auch Lebensraumveränderungen, Niederschlagsschwankungen, die Dynamik invasiver Arten und Renaturierungsmaßnahmen wahrscheinlich zu den beobachteten Mustern beigetragen haben. Dieser Langzeitdatensatz unterstreicht den Wert der Kombination von Verhaltenskennzahlen mit der Überwachung von Raubtieren, um frühe Reaktionen des Ökosystems während der Renaturierung von Inseln zu erkennen.
Abstract
(Englisch)
Predation risk shapes how animals use space and resources, yet the behavioral consequences of predator removal in natural systems remain poorly quantified. Oceanic islands provide powerful contexts for examining such ecological release. We used a 20-year dataset (2005–2025) on the critically endangered Medium Tree Finch Camarhynchus pauper to test how long-term changes in predation pressure, habitat structure, and restoration efforts on Floreana Island influence foraging behavior within a “landscape of fear” framework. We paired first-foraging observations with tracking-tunnel data on rat activity and predicted that reduced predation pressure following the 2023 removal of invasive mammal and management of the native Short-eared Owl (Asio flammeus galapagoensis), would be associated with increased foraging-niche breadth and shifts in foraging height. Rat detections showed a pronounced quadratic pattern, increasing from low levels in 2006 to high levels during the middle of the study period, before declining to very low levels by 2025 following targeted removal. Medium Tree Finch substrate diversity and foraging height also showed significant non-linear temporal patterns. Substrate diversity declined to a minimum in 2019 before increasing toward 2025, while foraging height remained relatively high between 2012 and 2024 before returning to lower strata in 2025. In contrast, foraging technique diversity remained stable across the study period. These results suggest that Medium Tree Finches adjust where—but not how—they forage in response to shifting ecological constraints. The temporal correspondence between reduced rat detections, increasing substate diversity, and lower foraging height in 2025 may represent early behavioural evidence of ecological release, although habitat alteration, rainfall variation, invasive species dynamics and restoration actions likely also contributed to the observed patterns. This long-term dataset highlights the value of combining behavioural metrics with predator monitoring to detect early ecosystem responses during island restoration.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Landschaft der Angst Renaturierung von Inseln Futtersuchhöhe Verhaltensvielfalt invasive Raubtiere Darwins Finken
Schlagwörter
(Englisch)
landscape of fear island restoration foraging height behavioral diversity invasive predators Darwin’s finches
Autor*innen
Marcel Vockner
Haupttitel (Englisch)
Ecological release from predation drives shifts in foraging behavior in the critically endangered medium tree finch
Publikationsjahr
2026
Umfangsangabe
69 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Sonia Kleindorfer
Klassifikation
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.30 Naturwissenschaften in Beziehung zu anderen Fachgebieten
AC Nummer
AC18040401
Utheses ID
82258
Studienkennzahl
UA | 066 | 878 | |
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