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Hat das Geschlecht einen Einfluss auf die Rechenfertigkeit bei 4- bis 6-jährigen Kindern?
Madeleine Puchebner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ursula und Deimann, Pia Kastner-Koller
DOI
10.25365/thesis.9382
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30191.71274.437661-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit geht der zentralen Frage nach, ob Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Rechenfertigkeit, gemessen mit der Skala Rechnen des Wiener Entwicklungstests (WET; Kastner-Koller & Deimann, 2002), bei 4- bis 6-jährigen Kindern existieren. Weiters interessiert, ob sich ein Alterstrend in der Skala Rechnen des WET abzeichnet sowie, ob Geschlechtsunterschiede in Abhängigkeit des Alters festzustellen sind.
Im theoretischen Teil dieser Arbeit erfolgt eine eingehende Auseinandersetzung mit der Entwicklung mathematischer Fähigkeiten, wobei zwischen der kognitiven und neurologischen Entwicklung differenziert wird. Weiters werden Vorläuferfertigkeiten mathematischer Schulleistungen im Vorschulalter vorgestellt, wobei zwischen spezifisch-mathematischen und unspezifischen Faktoren, welche sich ebenso auf die Schriftsprachleistungen auswirken, unterschieden wird. Anschließend werden Studienergebnisse zum Kerngebiet der vorliegenden Arbeit, welche sich auf Geschlechtsunterschiede bezüglich numerischer Fähigkeiten beziehen, vorgestellt. Dabei wird deutlich, dass mit steigendem Alter, kognitiven Anspruchsniveau der Aufgaben sowie der Begabung Geschlechtsunterschiede zugunsten der Männer wachsen. Darauffolgend wird auf mögliche Ursachen von Geschlechtsunterschieden eingegangen, welche affektive, soziale und kognitive Faktoren beinhalten. Schließlich werden diagnostische Verfahren, welche zur Erhebung der mathematischen Fähigkeiten bei Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren herangezogen werden können, beschrieben.
Im empirischen Teil dieser Arbeit wird die Untersuchung näher ausgeführt. Für die Studie der vorliegenden Arbeit wurden 80 Kinder im Alter von 4;0 bis 5;11 Jahren in Landeskindergärten in Niederösterreich untersucht. Zur Erfassung der mathematischen Fähigkeiten der Kinder wurde der neue Subtest Rechnen des Wiener Entwicklungstests vorgegeben.
Wie in zahlreichen vorhergehenden Untersuchungen von Geschlechtsunterschieden in Verfahren zu mathematischen Kompetenzen von Kindergartenkindern wurden keine signifikanten Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern im Subtest Rechnen gefunden. Dieses Ergebnis von nichtsignifikanten Geschlechtsunterschieden im Kindergartenalter steht allerdings im Gegensatz zu den Ergebnissen anderer Untersuchungen, welche Geschlechtsunterschiede sowohl zugunsten der Mädchen als auch zugunsten der Jungen feststellten. Die Annahme von Leistungssteigerungen in der Rechenfähigkeit mit zunehmendem Alter der Kinder, konnte in der vorliegenden Untersuchung bestätigt werden. Wobei anzumerken ist, dass in der Altersgruppe der 4;6 bis 4;11 jährigen Kinder ein Deckeneffekt festzustellen war, das bedeutet, dass das Verfahren für Kinder dieser Altersgruppe im oberen Bereich des Leistungsspektrums nur eingeschränkte Differenzierungsfähigkeit besitzt. Die Vermutung, dass bei jüngeren Kindern noch keine, bei älteren Kindern aber signifikante Geschlechtsunterschiede in der Rechenleistung bestehen, konnte in der vorliegenden Studie, in der die Geschlechtsunterschiede über die Altersgruppen hinweg ähnlich verliefen, nicht gestützt werden. Der Grund für die nicht signifikanten Ergebnisse könnte in der geringen Stichprobengröße der Jungen und Mädchen, aufgeteilt auf die vier Altersgruppen, liegen.
Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen daher einen Anstoß dazu geben, eine größere Anzahl an Kindern in den Teilstichproben der beiden Geschlechter und Altersgruppen zu erheben. Zudem wären Längsschnittstudien wünschenswert, um die mathematische Entwicklung der beiden Geschlechter hinsichtlich ihrer Stabilität zu verfolgen. Abschließend wäre aufgrund des Deckeneffekts in der Altersgruppe der 4;6 bis 4;11-jährigen Kinder eine Überprüfung der Lösungswahrscheinlichkeit der Aufgaben in diesem Altersbereich anzuraten.
Abstract
(Englisch)
The aim of this study was to analyse possible gender differences in math competency of children aged between four and six.
For this purpose, a study with 80 children of the ages 4;0 and 5;11 was conducted in Lower Austria kindergartens. The mathematics competency was assessed with the newly developed scale Computation, which is designed as an extension oft the Wiener Entwicklungstest (WET; Kastner-Koller & Deimann, 2002).
As reported in many previous studies regarding gender differences in mathematical abilities in this study there were no significant differences between girls and boys found. However this non-significant result is in contrast to studies, which found differences with an advantage for girls or boys. An increase in achievement with rising ages of the children got due to a ceiling-effect in the age group 4;6-4;11 years only partial confirmed. Regarding the rest of the age groups there was a constant growth of mathematical abilities found. The assumption that younger children show hardly any gender differences but older sigificant differences in math competency found in this study no support. The differences between girls and boys ran over the age groups similarly. One is inclined to presume, that very low numbers of children (boys and girls divided into four age groups) in this study have led to the non-significant results.
The findings therefore are supposed to motivate further studies with a larger number of children to prove a satisfying analysis. In addition, more longitudinal studies concerning the development of mahtematical skills of boys and girls would be desirable in consideration of stability. Furthermore due to the ceiling-effect in the age group 4;6-4;11 years there should occur an examination of the problem difficulty for this age group.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Gender differences mathematical abilities children aged between 4 and 6
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlechtsunterschiede mathematische Fähigkeiten Kindergartenalter
Autor*innen
Madeleine Puchebner
Haupttitel (Deutsch)
Hat das Geschlecht einen Einfluss auf die Rechenfertigkeit bei 4- bis 6-jährigen Kindern?
Paralleltitel (Englisch)
An analysis of gender differences in mathematical abilities of children aged between 4 and 6
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
V, 115 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ursula Kastner-Koller
AC Nummer
AC08114529
Utheses ID
8457
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
