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Segeln - ein Ritual auf dem Wasser
eine ethnologische Bestandsaufnahme unter Berücksichtigung ergologischer, ethnohistorischer und ethnographischer Komponenten
Ingrid Kanoun
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Manfred Kremser
DOI
10.25365/thesis.9503
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30057.87347.504159-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Dissertation – „Segeln – Ein Ritual auf dem Wasser“ nähert sich aus der ethnologischen Perspektive dem Bereich Segeln und dem heutigen Segelsport – vor allem dem Regattasport – an.
Die Hypothese der Arbeit, dass Segeln strukturell grundsätzlich ein Ritual ist und der Ritualbegriff auf den Segelsport als Ritual in komplexen Gesellschaften übertragen werden kann, basiert auf den Forschungen von van Gennep (1999), die drei Phasen des Übergangsrituals sowie Victor Turners Ansatz des existenziellen, spontanen, normativen und ideologischen Communitas (Turner 2000). Später stellte er fest, dass rituelles Handeln in komplexen Gesellschaften andere Strukturen hat als in nicht komplexen Gesellschaften.
Krieger/Belliger erweitern den Ritualbegriff um den Aspekt, dass das Ritual heute vielmehr als ein Phänomen sui generis betrachtet wird, das eigene theoretische Klärung und methodologische Zugänge verlangt. Herlyn hingegen ist der Überzeugung, dass die formale Gestaltung der Riten noch so unterschiedlich sein kann, ist doch die allgemeine Existenz der Übergangsriten zu verzeichnen. Jan Platvoet wies in seiner Arbeit auf die drei Phasen der Ritualtheorie hin.
Das vorläufige Ergebnis, Segeln als ein Übergangsritual zu definieren, welches zur Bildung einer Communitas führt, die einer vorgegebenen Route und einem Ziel folgt und von einem Ritualführer – in diesem Falle dem Kapitän – angeleitet wird, kann aus weiteren Gebieten der Ethnologie untermauert werden.
Die zeitnahen Forschungen Brombergers legen den Grundstein für die theoretische Beweisführung von Ritualen im Sportgeschehen genauso, wie die ethnohistorische Annäherung an die historische Entwicklung des Sports – von der Antike bis zur Gegenwart – sowie der Segellschifffahrt – auch hier betrachtet von den Anfängen bis zum Heute – und der Auswertung von Logbucheintragungen und Reiseberichten großer Forschungsreisender.
Im empirischen Teil werden den theoretischen Annahmen zum Segeln als einem Ritual auf dem Wasser durch Erlebnisberichte von Regattateilnehmern und Einhandsegler untermauert. Durch die Auswertung narrativer und literarischer Daten kann eine Zuordnung des Erlebten beim Segeln durch eine Gegenüberstellung mit den einzelnen Ritualphasen nach van Gennep erfolgen. Die praktischen Erfahrungen und Erlebnisse der Segler manifestieren die theoretischen Ritualkonzepte und erbringen den Beweis für die Hypothese, dass Segeln ein Ritual auf dem Wasser ist.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Ritualtheorien Bootsbau Entdecker berühmte Schiffe Ergologie Einhandsegler Teamsegler
Autor*innen
Ingrid Kanoun
Haupttitel (Deutsch)
Segeln - ein Ritual auf dem Wasser
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine ethnologische Bestandsaufnahme unter Berücksichtigung ergologischer, ethnohistorischer und ethnographischer Komponenten
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
207
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Manfred Kremser ,
Hermann Mückler
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
73 Ethnologie > 73.00 Ethnologie: Allgemeines
AC Nummer
AC08121742
Utheses ID
8570
Studienkennzahl
UA | 092 | 307 | |
