Detailansicht

Arbeitsrechtliche, sozialversicherungsrechtliche und arbeitslosenversicherungsrechtliche Aspekte künstlerischer Tätigkeit
Andreas Gerhartl
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Martin Risak
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.9521
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30309.20503.685269-1
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit behandelt arbeits-, sozialversicherungs- und arbeitslosenversiche-rungsrechtliche Aspekte künstlerischer Tätigkeiten. Im Rahmen der Aufarbeitung dieses Themas zeigte sich, dass in allen drei Bereichen viele Fragen offen und zahlreiche Probleme ungelöst sind. So ist die Zuordnung der Verträge von Künstlern zu einem bestimmten Vertragstyp häufig strittig; die Unsicherheit über die - mit der Einreihung unter einen bestimmten Typus verbundenen - Rechtsfolgen erhöht sich zudem, wenn nicht bloß ein einzelner Künstler, sondern eine Gruppe von Künstlern zur Leistung verpflichtet ist. Im Zentrum des arbeitsrechtlichen Teils steht die Abgrenzung zwischen Arbeitsvertrag, freiem Dienstvertrag und Werkvertrag. Nach einem historischen Abriss werden die einzelnen von der Judikatur und Literatur herangezogenen Definitionsmerkmale und Abgrenzungskriterien wiedergegeben, bewertet und mit der eigenen Ansicht abgeglichen. Auch eigene Lösungsvorschläge werden unterbreitet; allerdings wird nicht der Anspruch erhoben, sämtliche Streitfragen in Zusammenhang mit der Abgrenzung der einzelnen Vertragstypen im Rahmen dieser Arbeit abschließend gelöst zu haben. Das historische Kapitel des sozialversicherungsrechtlichen Teils zeichnet die insbes in der zweiten Hälfte der 90er Jahre des 20. Jahrhundert andauernden Bestrebungen des Gesetz-gebers, möglichst viele selbständig Erwerbstätige in die gesetzliche Sozialversicherung einzubeziehen, inklusive der letztlich gescheiterten Versuche (Aufhebung der „Werkver-tragsregelung“ durch den VfGH), nach. Danach wird in diesem Teil ein Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, nach welchen selbständig oder unselbständig erwerbstätige Künstler in die gesetzliche Sozialversicherung (nach dem ASVG oder GSVG) einzubeziehen sind bzw einbezogen werden können, sowie die (auch) für Künstler relevanten Probleme, die die einzelnen eine Sozialversicherungspflicht begründenden Bestimmungen aufwerfen (zB mehrfache oder geringfügige Beschäftigung, Berufsschutzproblematik etc), gegeben. Dies inkludiert auch eine Gegenüberstellung zwischen dem arbeitsvertragsrechtlichen Arbeitnehmer- und dem für die Sozialversicherung relevanten Dienstnehmerbegriff. Abgeschlossen wird dieser Teil durch eine Analyse der Bestimmungen des speziell und ausschließlich für Künstler geltenden K-SVFG und der durch dieses Gesetz hervorgerufenen Fragen. Im Fokus des arbeitslosenversicherungsrechtlichen Teils steht zum einen die erst kürzlich vorgenommene Erweiterung des Anwendungsbereiches des AlVG auf Selbständig durch Ein-beziehung der arbeitnehmerähnlichen freien Dienstverträge in den Geltungsbereich des Gesetzes sowie durch Schaffung einer Optionsmöglichkeit in die Arbeitslosenversicherung für andere selbständig Erwerbstätige. Behandelt werden dabei sowohl die Vorgeschichte und die Motive für diese Entscheidung des Gesetzgebers als auch die dadurch gerade bei Ausübung künstlerischer Tätigkeiten verursachten Probleme. Der Rest dieses Teils widmet sich – ähnlich wie der sozialversicherungsrechtliche Teil – allgemeinen Fragen des Arbeitslosenversicherungsrechts, die auch bzw insbes bei künstlerischen Tätigkeiten eine Rolle spielen. Da die Darstellung sowohl die Erkenntnis zutage förderte, dass es sich bei der untersuchten Themenstellung einerseits um ein gesellschaftsrechtlich relevantes Phänomen handelt, als auch, dass sich die behandelten Fragestellungen nicht auf künstlerische Tätigkeiten beschrän-ken, werden im rechtspolitischen Teil – nach Analyse etwaiger dafür aus dem Gemeinschafts-recht erfließender Vorgaben und nach Durchführung eines Rechtsvergleiches - Überlegungen über Sinn und Nutzen einer Reform des Arbeitnehmerbegriffs angestellt. Schließlich werden Lösungsvorschläge für weitere, im Zuge dieser Arbeit aufgezeigte Probleme unterbreitet.
Abstract
(Englisch)
The present work deals with aspects of employment, social security and unemployment insurance law of artistic activities. As part of the workup of this theme is showed that in all three areas, many questions are unanswered and many problems remain unsolved. Thus, the assignement of contracts for artists to a certain type of contract is often controversial. This uncertainty increases if not only a single artist, but a group of artists is obliged to perform. In the center of the labor part is the distinction between service contract, free service contract and factory contract. After a historical overview, the criteria that are used by judicature and literature are reproduced, evaluated und cross-checked with the own opinion. Although own proposals are submitted, it is not the claim to have conclusively revolved all contentious ques-tions in connection with the delimitation of the various types of contracts in the context of this work. The historical chapter of the social security part traces the especially in the second half of the 90s of the 20th Century lasting efforts of the legislature in incorporate as many self-employed workers in the statutory social security schemes as possible, including the ultimately unsuccessful attempts (repeal of the “factory-contract-rule” by the Constitutional Court). This part is followed by an overview of the various ways in which employees or self-employed artists are or can be involved in the statutory social insurance and also of the – for artists relevant – problems that are caused by the single statutory provisions (for example multiple or marginal employment or job protection iusses). This also includes a comparison between the definition of employee relevant to labour law on the one hand and relevant to the social security concept on the other hand. This part is concluded by an analysis of the specially and exclusively for artists established provisions and the problems that are evoked by this law. One focus of the part about unemployment insurance is about the recently extending of the scope of the relevant statutory on self-employeds: The legislature has also taken parasubordi-nate free service contracts in the law and has created an option for other free service contracts and factory contracts. While both the prehistory and the motives for this decision deals. Also being treated are the problems that arise in the exercise of artistic activities. The remainder of this section is – similar to the part about social security – general issues of unemployment insurance law that play a role in particular or even also by implementation of artistic activities. The presentation has shown that it is investigated by a phenomenon in which subjects are so-cially relevant. But it has also become clear that there is no dealt with the problems confined to artists. Therefore, general considerations about the meaning and benefits of a reform of the employee-definition take place. This also includes an analysis of Community law and com-parative law aspects. Finally, solutions to other problems that were identified in the course of this work are submitted.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
service contract free service contract factory contract multiple empoyment marginal employment job protection parasubordinate free service contract
Schlagwörter
(Deutsch)
Arbeitsvertrag freier Dienstvertrag Werkvertrag Gruppenarbeitsvertrag arbeitnehmerähnlicher freier Dienstvertrag neue Selbständige mehrfache Beschäftigung geringfügige Beschäftigung Berufsschutz
Autor*innen
Andreas Gerhartl
Haupttitel (Deutsch)
Arbeitsrechtliche, sozialversicherungsrechtliche und arbeitslosenversicherungsrechtliche Aspekte künstlerischer Tätigkeit
Paralleltitel (Englisch)
Aspects of empolyment, social security and unemployment insurance law of artistic activities
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
355 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Martin Risak ,
Wolfgang Mazal
Klassifikationen
86 Recht > 86.01 Geschichte der Rechtswissenschaft ,
86 Recht > 86.75 Individualarbeitsrecht ,
86 Recht > 86.79 Sozialversicherungsrecht ,
86 Recht > 86.82 Sozialrecht: Sonstiges
AC Nummer
AC08164807
Utheses ID
8585
Studienkennzahl
UA | 083 | 101 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1