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"Was noch niemals war: kein Ende"
Strukturen der Zeiterfahrung in Ingeborg Bachmanns Hörspiel "Der gute Gott von Manhattan"
Andreas Karl Niedermayr
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Roland Innerhofer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.9541
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30248.76784.320364-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
„GEHEN BEI GRÜNEM LICHT WEITERGEHEN / DENK DARAN SOLANGE ES ZEIT IST / DU KANNST ES NICHT MIT DIR NEHMEN / WEITERGEHEN SCHNELLER SCHLAFEN / SCHNELLER TRÄUMEN […].“ Diese von gestaltlosen Stimmen „ohne Timbre, ohne Betonung, klar und gleichmäßig“ vorgetragenen Wortfloskeln aus der Werbe- und Mediensprache machen in Ingeborg Bachmanns Hörspiel Der gute Gott von Manhattan unmissverständlich klar, welche Art von Zeitsignatur den alles bestimmenden Ton in der Gesellschaft angibt: Es ist das Diktat eines weitverzweigten Macht- und Ordnungssystems, welches das menschliche Zeit- und Selbsterleben in einer bisher nie da gewesenen Beschleunigungseuphorie fundamental beschneidet und einengt. Die Verwirklichung individueller Sehnsüchte erfährt in dieser ausschließlich zweck- und gewinnorientierten Gesellschaftsform eine ebenso klare Absage wie auch der Wunsch nach den „sinnerfüllten Augenblicken“ weitgehend von den omnipräsenten Verheißungen einer kapitalistischen Konsumindustrie kanalisiert wird. Indem die beiden Liebenden (Jan und Jennifer) die vom Guten Gott als ewig und natürlich angesehene Zeitordnung negieren, vollziehen sie einen „Grenzübertritt“ in einen „anderen Zustand“, um alle entfremdenden Zwänge und Einengungen im gesellschaftlichen Alltag abzustreifen. Ob mit dem Ausbruch der „Gegenzeit“, der Loslösung von den Bedingungen der Wirklichkeit, auch wirklich dauerhaft ein tragfähiges Fundament für eine neue, ganzheitliche Existenzweise geschaffen werden kann, das die Grenzen einer repressiven Zeit- und Gesellschaftsordnung zu transzendieren imstande ist, soll in der vorliegenden Arbeit differenziert beleuchtet und kritisch hinterfragt werden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
(Post-)Moderne Zeitsignaturen Utopie des "anderen Zustands" "Gegenzeit" Diskrepanz zwischen Individuum und Gesellschaft Zeit- und Gesellschaftskritik postreligiöse Erlösungsformen
Autor*innen
Andreas Karl Niedermayr
Haupttitel (Deutsch)
"Was noch niemals war: kein Ende"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Strukturen der Zeiterfahrung in Ingeborg Bachmanns Hörspiel "Der gute Gott von Manhattan"
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
XI, 162 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Roland Innerhofer
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.99 Literaturwissenschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC08122759
Utheses ID
8604
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 020 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1