Detailansicht
Tabuthema "Imperativer Stuhldrang"
eine qualitative Untersuchung zum Erleben des Phänomens des imperativen Stuhldrangs bei PatientInnen mit der Diagnose Reizdarmsyndrom
Susanne Ninaus-Meznik
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Hanna Mayer
DOI
10.25365/thesis.9567
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30022.11817.114669-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ausgangslage: Dem Phänomen des imperativen Stuhldrangs wird in der medizinischen
und pflegewissenschaftlichen Forschungsliteratur nur wenig Raum gewidmet. Der imperative
Stuhldrang ist ein Phänomen, das neben dem Reizdarmsyndrom, einer funktionellen
Störung, auch bei anderen Krankheitsbildern, wie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen,
im Zuge von Nahrungsmittelintoleranzen oder in Folge von Chemotherapien
unterschiedlichster Krebserkrankungen auftritt.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, von Patienten und Patientinnen mit der Diagnose
Reizdarmsyndrom in Erfahrung zu bringen, wie sie das Phänomen des imperativen Stuhldrangs
erleben, welche Auswirkungen es auf ihr Alltagsleben hat und wie sie das Phänomen
des imperativen Stuhldrangs in ihr Leben integrieren.
Methodologie: Es wurden episodische Interviews nach Flick, sowohl persönlich als auch
per Email mit Betroffenen durchgeführt und in Anlehnung an die zusammenfassende Inhaltsanalyse
nach Mayring analysiert.
Ergebnisse: Die Krankheit Reizdarmsyndrom und damit verbunden das Phänomen des
imperativen Stuhldrangs stellen für die Betroffenen das dominierende Lebensthema dar,
das in Wechselwirkung mit dem Management der täglichen Probleme, dem Umgang mit
Einschränkungen und Verlusten, dem Thema „Krankheit als Prozess“, dem Phänomen der
Unklarheit und dem unterschiedlichen Umgang mit dem Umfeld steht. Darüber hinaus
wurden auch die Erlebnisse der Betroffenen mit unkontrolliertem Stuhlverlust in Erfahrung
gebracht.
Schlussfolgerungen: Das Phänomen des imperativen Stuhldrangs stellt in unserer Gesellschaft
ein großes Tabu dar, das sich auch darin zeigt, dass es in den Pflegediagnoseklassifikationssystemen
kaum berücksichtigt wird. Eine Erweiterung der Pflegediagnosen stellt
nach Meinung der Autorin einen wesentlichen Beitrag zur Enttabuisierung dieses Phänomens
dar. Diese Forderung ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass Nahrungsmittelintoleranzen
stark im Steigen begriffen sind und Zahlen darüber, wie viele Personen vom
Phänomen des imperativen Stuhldrangs betroffen sind, vollkommen fehlen.
Abstract
(Englisch)
Synopsis: The phenomenon of stool urgency is hardly discussed in medical or nursing
sciences. Stool urgency does not only occur with patients of irritable bowel syndrome
(IBS) but also with inflammatory bowel diseases, food intolerances or after chemotherapeutical
treatment of different cancerous diseases.
Objectives: The objective of this master thesis is to learn from patients diagnosed with an
irritable bowel syndrome how they experience the phenomenon of stool urgency, how it
influences their workday life and how they integrate it into their every day existence.
Data collection and analysis: Affected patients were interviewed on a personal basis and
via e-Mail based on Flick’s episodic interview and the results were subsequently analysed
according to Mayring’s recapitulatory content analysis.
Main results: The irritable bowel syndrome aligned with the phenomenon of stool urgency
represents a central topic which influences the workday life and interacts with the
management of workday problems, the handling of limitations and losses, the topic of
“illness as a process”, the phenomenon of uncertainty and the different handling of the
environment. In addition patients spoke about their experience with stool incontinency.
Author’s conclusions: The phenomenon of stool urgency represents a major tabu in our
society. This can also be seen by the fact that stool urgency is hardly considered in nursing
diagnosis classification systems. In the author’s opinion an enhancement of the existing
nursing diagnoses represents an essential contribution towards bringing this topic to
the mindset of our society. This must also be seen against the background of the fact that
the number of patients with food intolerances has been rising increasingly over the past
years and that data on how many people actually suffer from the phenomenon of stool
urgency is not available
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Imperativer Stuhldrang Reizdarmsyndrom
Autor*innen
Susanne Ninaus-Meznik
Haupttitel (Deutsch)
Tabuthema "Imperativer Stuhldrang"
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine qualitative Untersuchung zum Erleben des Phänomens des imperativen Stuhldrangs bei PatientInnen mit der Diagnose Reizdarmsyndrom
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
116 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hanna Mayer
Klassifikationen
44 Medizin > 44.63 Krankenpflege ,
44 Medizin > 44.87 Gastroenterologie
AC Nummer
AC08158077
Utheses ID
8629
Studienkennzahl
UA | 057 | 122 | |
