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Auf dem Schachbrett der Literatur
zu den Anfängen und der Entwicklung Vera Ferra-Mikuras phantastischer Erzählungen
Petra Niederberger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Ernst Seibert
DOI
10.25365/thesis.1130
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29674.22879.542164-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit setzt sich mit der österreichischen Schriftstellerin Vera Ferra-Mikura (1923-1997) auseinander. Nach einem Überblick über die Forschungsdiskussion zur literarischen Phantastik, in die sowohl der Diskurs zur Kinder- als auch zur Erwachsenenliteratur einbezogen wird, werden die Ursprünge des phantastischen Genres aufgezeigt. Es wird deutlich, dass die Ursprünge kinderliterarischer Phantastik nicht nur in den deutschen Kunstmärchen besonders E. T. A. Hoffmanns, sondern – vor allem bei spezifisch österreichischen Texten – im Alt-Wiener Volkstheater, im Magischen Realismus, in der so genannten schwarzen Romantik und – nicht zuletzt aufgrund biografischer Details – im Phantastischen Realismus zu finden sind.
Anschließend wird die Entwicklung der kinderliterarischen Phantastik in Deutschland und Österreich unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg skizziert. Es folgt eine knappe Biografie der Wiener Autorin – mit deutlicher Referenz auf ihr Gesamtwerk.
Im letzten und umfangreichsten Kapitel der Diplomarbeit geht es um die Entstehung und Entwicklung von Ferra-Mikuras kinderliterarischer Phantastik. Anhand fünf repräsentativer Werke soll eine Entwicklung aufgezeigt werden, die sich – beeinflusst vom Erbe österreichischer Literaturtraditionen – schon zu Beginn der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in eine vollkommen neue, innovative Richtung bewegt hat. Die Erzählungen werden nicht ausschließlich werkimmanent interpretiert, sondern werden in den Kontext der theoretischen und gattungsgenealogischen Überlegungen gestellt, die dem Werkanalyse-Kapitel vorangestellt sind.
Als „Vorstufe“ (Seibert 2005, 321) zu dem von Ferra-Mikura geprägten Stil phantastischen Erzählens kann die frühe phantastische Erzählung Bürgermeister Petersil (1952) betrachtet werden. Neben Erica Lilleggs Vevi gilt Ferra-Mikuras Erzählung Zaubermeister Opequeh (1956), mit der der Autorin ein literarischer Durchbruch gelungen ist, in der Fachliteratur als wesentlicher Impuls zur Begründung des phantastischen Genres in Österreich. In der Erzählung Der seltsame Herr Sauerampfer (1957) arbeitet die Autorin zunehmend mit dem Motiv der verkehrten Welt, dem Mundus inversus-Motiv, das in ihrer elf Jahre später erschienen Erzählung Opa Heidelbeer gähnt nicht mehr (1968), einem Werk voller Skurrilitäten, die im Urlaub des Opas vom Erwachsensein gipfeln, seinen Höhepunkt erreichen wird. Bevor die Schriftstellerin sich mit diesem Werk endgültig vom Märchengenre – bezeichnenderweise im Jahr 1968 – verabschiedet hat, hat sie Ende der 50er Jahre ein Werk geschaffen, das einen weniger kindlichen Ton anschlägt und aus dem literarischen Schaffensrahmen der Autorin fällt: Willi Einhorn auf fremden Straßen (1958) nimmt sozusagen eine Sonderstellung im Schaffen der Autorin ein. Weniger phantastische, unwirkliche, als vielmehr irrationale, magische und teilweise kafkaeske Elemente treten in dieser Erzählung in den Vordergrund.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Vera Ferra-Mikura phantastische Kinderliteratur Österreich
Autor*innen
Petra Niederberger
Haupttitel (Deutsch)
Auf dem Schachbrett der Literatur
Hauptuntertitel (Deutsch)
zu den Anfängen und der Entwicklung Vera Ferra-Mikuras phantastischer Erzählungen
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
152 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ernst Seibert
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.80 Literarische Gattungen: Allgemeines
AC Nummer
AC07040753
Utheses ID
865
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
