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Demokratie im Wandel
Parteien, Verbände und Medien als Synthese
Gerlinde Gruber
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Johann Wimmer
DOI
10.25365/thesis.9917
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30427.42766.537466-3
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ziel der vorliegenden Arbeit war die Beschreibung der Entwicklung des öster-reichischen politischen Systems ab 1945 und parallel dazu die Erschließung der demokratischen Qualität vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels. Hauptaugenmerk wurde bei dieser Untersuchung auf die demokratiepolitische Beziehungskonstellation zwischen Parteien, Verbänden und Medien gelegt.
Eine Demokratie ohne Parteien ist prinzipiell unvorstellbar. Das Versagen der ersten Republik führte zu einer Politik des Konsens’ und der Kompromissfin-dung - vorwiegend zwischen ÖVP und SPÖ. Daraus entwickelte sich eine Ultrastabilität, die im internationalen Vergleich herausragend war. Kennzeichen dieser erfolgreichen Phase war unter anderem die ausgeprägte loyale Gesinnung der Bürger gegenüber den Parteien, womit jegliches Verhalten der politischen Entscheidungsträger legitimiert wurde. Dabei wird die Politik des elitären Konsenses der Nachkriegsjahre zwischen den politischen Eliten mit einem geringen plebiszitären Charakter in Verbindung gebracht.
Der gesellschaftliche Wandel, begleitet von den Phänomenen der Selbstver-wirklichung, Individualität, Differenzierung usw., führte zu einer Enttraditionalisierung und Entstabilisierung - das sind nur einige Begrifflichkeiten, die den Wandel ab den 80er, 90er Jahren beschreiben. Parallel dazu kommt es zu einer Ausweitung der Parteienlandschaft sowie zum Anstieg von Bürgerinitiativen und demonstrativen Interessensbekundungen. Die Möglichkeiten von Initiativen wird vor allem von einer Minderheit in Anspruch genommen und die Mehrheit verfällt und verharrt bis heute in einer „Ohne-mich-Haltung“. Reformvorschläge sind zwar vielfältig, um einen demokratiepolitischen Zuwachs zu erzielen und um folglich der Verdrossenheit und Politikmüdigkeit entgegenzuwirken, aber die Umsetzbarkeit wird wegen geringer Bereitschaft zur Demokratisierung des politischen Systems doch angezweifelt.
Auch die ausgeprägte Sozialpartnerschaft der Nachkriegsjahre - impliziert die Zusammenarbeit zwischen den großen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberdachverbänden mit der Regierung - ist heute in abgeschwächter Form vorhanden.
In dem Geflecht komplexer Wechselbeziehungen zwischen Medien und Politik scheinen die Medien, im Gegensatz zu den Parteien und Verbänden, keinen Verlust an Bedeutsamkeit hinnehmen zu müssen, sondern haben bezogen auf ihre Selbstbestimmung an Macht sogar noch zugenommen.
Der gesellschaftliche Wandel schreitet zwar kontinuierlich voran, aber das politische System lässt aus demokratiepolitischer Sicht kaum einen Wandel zu. Trotz vielfacher Kritik und Reformdebatten halten die politischen Eliten im Großen und Ganzen an ihrem „starren System“ fest. Seit den Nachkriegsjahren ist der Anstieg von demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger nur in einem geringen Ausmaß geschehen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Democracy change parties media unions
Schlagwörter
(Deutsch)
Demokratie Wandel Parteien Medien Verbände
Autor*innen
Gerlinde Gruber
Haupttitel (Deutsch)
Demokratie im Wandel
Hauptuntertitel (Deutsch)
Parteien, Verbände und Medien als Synthese
Paralleltitel (Englisch)
Democracy changing
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
119 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johann Wimmer
Klassifikationen
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie ,
89 Politologie > 89.39 Politische Systeme: Sonstiges
AC Nummer
AC08215911
Utheses ID
8947
Studienkennzahl
UA | 300 | | |
