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Arbeitsrechtliche Aspekte einer Pensionskassenlösung
über Pensionskassenbeiträge in Abhängigkeit von Prämienzahlungen und Gewinnbeteiligungssystemen in beitragsorientierten Pensionskassensystemen
Tatjana Schrefl
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Wolfgang Mazal
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.10007
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30381.20181.306764-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In einem beitragsorientierten Pensionskassensystem sind die Beiträge entsprechend § 3 (1) Z2 2. und 3. TS BPG (Betriebspensionsgesetz) festzulegen. Die Zusammenschau sämtlicher pensionskassenrelevanten Bestimmungen ergibt, dass die Beiträge in einem beitragsorientierten Pensionskassensystem grundsätzlich zu einer laufenden Pensionsleis-tung führen sollten. Dabei ist die Beurteilung, inwieweit Beiträge der Höhe nach schwan-ken dürfen, auf Grund der interpretationsbedürftigen Bestimmungen umstritten. Die hA und das einzige höchstgerichtliche Erkenntnis dazu gehen davon aus, dass eine ausschließliche Beitragsleistung in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung des Arbeitgebers nicht zulässig ist. ME sind der Höhe nach schwankende Beitragszahlungen denkbar, wenn der Beitrag in fester Relation zu einer – allenfalls auch von wirtschaftlichen Ergebnissen abhängigen - Grundlage festgelegt wird, die als laufender Entgeltbestandteil zu qualifizieren ist, weil sie für die Zurverfügungstellung der Arbeitskraft mit einer gewis-sen Regelmäßigkeit gebührt. Diese Beurteilung hat ex ante zu erfolgen. Stellt sich die Ein-schätzung im Verlauf als unrichtig heraus, haben die Vertragspartner eine Adaption der Grundlagenvereinbarung sowie des Pensionskassenvertrages herbeizuführen, widrigenfalls der Pensionskassenvertrag potenziell mit Nichtigkeit bedroht ist. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zusätzliche variable Beiträge, die die Anforderun-gen an die Basisbeiträge (Beiträge in Relation zu laufenden Entgelten oder Entgeltbestand-teilen oder an die betragsmäßig fixierten Beiträge) nicht erfüllen, festzulegen. Die Grund-lagenvereinbarung hat diese zu konkretisieren und die Begrenzung der Höhe nach zu be-achten. Einschränkungen der Basisbeiträge (Beiträge gem § 3 (1) Z2 2. TS BPG) haben die Rege-lungen des § 6 (1) bzw (6) BPG einzuhalten. Diese Bestimmungen verbieten Beitragsein-schränkungen im Ermessen des Arbeitgebers, außer bei Existenzgefährdung bzw zwingen-der wirtschaftlicher Gründe. Ein Einschränken der Beitragsleistungen iSv § 6 BPG liegt bei Beiträgen in Relation zu laufenden Entgeltbestandteilen dann vor, wenn die Relation reduziert wird, nicht aber, wenn die Beitragsgrundlage (laufende Entgeltbestandteile) der Höhe nach sinkt. § 6 BPG verhindert daher nicht die Möglichkeit, laufende Entgeltbestand-teile als Beitragsgrundlage heranzuziehen, die der Höhe nach schwanken. Von großer Bedeutung für die Gestaltung von Pensionskassensystemen ist die Qualifikati-on von Betriebspensionen als Entgelt auf europarechtlicher Ebene. Art 141 EG-Vertrag (gleiches Entgelt für Männer und Frauen bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit) ist nach ständiger Judikatur des EuGH unmittelbar anwendbar. Weiters haben viele EU-Richtlinien in die zwingenden Vorschriften des GlBG bzw B-GlBG Eingang gefunden, die Regelun-gen zur Vermeidung von unmittelbaren und mittelbaren Diskriminierungen enthalten. Dar-über hinaus bietet auch unsere Verfassung einige Differenzierungsverbote, die wie der Gleichheitssatz insbesondere bei der Gestaltung kollektiver Grundlagenvereinbarungen mittelbar von Bedeutung sind. Als eine der zentralsten Bestimmungen für Pensionskassen-systeme ist die zwingende Bestimmung des § 18 (2) BPG zu qualifizieren. Diese Regelung gebietet es, unabhängig von der Art der Grundlagenvereinbarung, sowohl bei der Einbe-ziehung in ein Pensionskassensystem als auch bei der Ausgestaltung unterschiedlicher Zu-sagen innerhalb eines Pensionskassensystems, Unterscheidungen zur Bildung von Arbeit-nehmergruppen nur unter Ausschluss von Willkür und sachfremden Differenzierungen vorzunehmen. Bei Ausgestaltung der Zusagen ist in einem zweiten Schritt die Ausgewo-genheit der Zusagen zueinander zu prüfen. Bei Einbeziehung wie auch bei der Ausgestal-tung bleibt Raum für sachliche Differenzierungen, die am Zweck des Pensionskassensys-tems, der unter dem Hauptzweck der Ergänzung der gesetzlichen Pensionssicherung sub-sumierbar sein muss, zu messen sind. Dabei handelt es sich gezwungenermaßen um Wert-vorstellungen, die im Zeitverlauf Veränderungen unterliegen können und von dem es den Beurteiler zu überzeugen gilt. Die Verletzung des § 18 BPG führt zu Angleichungsansprü-chen „nach oben“ und damit zu einem nicht unerheblichen finanziellen Risiko für den Ar-beitgeber. Bei allen Überlegungen zu beitragsorientierten Pensionskassensystemen in Abhängigkeit von Prämienzahlungen und Gewinnbeteiligungssystemen ist zu bedenken, dass die Einhal-tung arbeitsrechtlicher Bestimmungen des BPG auf Grund der Verknüpfung mit dem Pen-sionskassengesetz auch von der Finanzmarktaufsicht und der Verknüpfung mit dem Ein-kommensteuergesetz 1988 sowie dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz von der Betriebsprüfung überwacht werden. Die Interpretation der relevanten Bestimmungen des BPG obliegt daher nicht nur den Arbeitsgerichten und in letzter Instanz dem OGH, sondern auch dem VwGH.
Abstract
(Englisch)
Contributions of a defined benefit pension fund plan should be determined according to § 3 (1) Z2 2. und 3. TS BPG (“Betriebspensionsgesetz”, Company Pension Act). A synop-sis of all regulations concerning pension fund systems implies that contributions of a de-fined benefit pension fund plan should be that high that they normally lead to an annuity. Hereby the question how far contributions may vary is answered controversial because of interpretation needed regulations. It is prevailing opinion and statement of the only sentence of one of the highest courts that contributions only depending on economic development of the employer are not allowed. For my personal opinion varying contributions are thinkable, if contribution is fix-related to a basis which has to be qualified as an ongoing wage (because it is paid for putting the manpower at the employer´s disposal with some regularity), also if ongoing wage depends on economic results. Legal assessment has to be done ex ante. If time course turns out that estimation was inaccurate, contracting parties should adopt the base contract and the pen-sion fund contract otherwise the pension fund contract is threatened with invalidity. Furthermore it is possible to agree additional variable contributions which do not meet the requirements of base contributions (contributions fix-related to ongoing wage or parts of wage or contributions accorded to amount). The base contract should concrete these con-tributions considering the limit for maximum variable contributions. Restrictions of base contributions (contributions according to § 3 (1) Z2 2. TS BPG) should comply to § 6 (1) respectively (6) BPG. These regulations outlaw restrictions at employer´s discretion except in case of danger to the employer´s existence respectively mandatory economic reasons. Restriction of contribution within the meaning of § 6 BPG is constituted by contributions fix-related to ongoing parts of wage only if the fix-relation is restricted but not if amount of contribution base (ongoing parts of wage) decreases. There-fore § 6 BPG does not prevent using ongoing parts of wage as contribution base, even if the amount of these parts of wage is varying. For designing a pension fund system it is important to consider that company funded pen-sion fund annuities are parts of (suspended) wage. Art 141 EC Treaty (equal pay for male and female workers for equal work or work of equal value) is directly applicable to con-stant jurisprudence of ECJ. Also many EU-Directives have been taken to compulsory rules of GlBG (“Gleichbehandlungsgesetz”, Equal Treatment Act for civil employments) respec-tively B-GlBG (“Bundes-Gleichbehandlungsgesetz”, Equal Treatment Act for public em-ployments), regulations to avoid direct and indirect discrimination. Furthermore our consti-tution contents some differentiation bans as „Gleichheitssatz“ (principle of equality) indi-rect applicable for collective base contracts. The compulsory rule of § 18 (2) BPG is one of the key regulations for designing pension fund systems. Regardless the kind of base con-tract it mandates for inclusion into a pension fund system as well as for designing different promises within a pension fund system differentiations only free from arbitrariness and without unjustified distinctions. In a second step the balance between different promises has to be proved. At inclusion and at designing different promises justified distinctions are allowed. These differentiations should be measured at the purpose of the pension fund sys-tem (main purpose is the provision for old-age additional to legal system of Social Secu-rity). When designing justified different promises the distinctions are always based on val-ues which change typically overtime; the appraiser has to get convinced of these values. Contravening § 18 BPG leads to alignment requirements „to top“ and therefore to not neg-ligible risks for the employer. All reflections to defined contribution pension fund plans depending on bonus payments or profit sharing systems should consider that the compliance of BPG (which is part of labour law) is because of linking with PKG (“Pensionskassengesetz”, Pension Fund Act) also controlled by financial market supervision and because of the linking with EStG 1988 (“Einkommensteuergesetz 1988”, Income Tax Act 1988 ) and with ASVG (“Allgemeines Sozialversicherungsgesetz”, General Social Insurance Act) also controlled by Tax and So-cial Auditing. The interpretation of relevant regulations of BPG is therefore not only juris-diction of labour courts and in the last instance of OGH (“Oberster Gerichtshof”, Supreme Court for civil rights) but also of VwGH (“Verwaltungsgerichtshof”, higher administrative court).

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
pension fund pension fund contributions defined contribution bonus profit-sharing
Schlagwörter
(Deutsch)
Pensinskasse Pensionskassenbeiträge beitragsorientiert Prämien Gewinnbeteiligung
Autor*innen
Tatjana Schrefl
Haupttitel (Deutsch)
Arbeitsrechtliche Aspekte einer Pensionskassenlösung
Hauptuntertitel (Deutsch)
über Pensionskassenbeiträge in Abhängigkeit von Prämienzahlungen und Gewinnbeteiligungssystemen in beitragsorientierten Pensionskassensystemen
Paralleltitel (Englisch)
Aspects of labour law concerning pension fund systems
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
173 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Wolfgang Mazal ,
Walter Schrammel
Klassifikation
86 Recht > 86.77 Arbeitsrecht: Sonstiges
AC Nummer
AC08222575
Utheses ID
9031
Studienkennzahl
UA | 083 | 101 | |
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