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Biomacht im 21. Jahrhundert
wie neue Reproduktionstechnologie biologische Staatsbürgerschaft in Österreich formen
Anna Schoiswohl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Aurelia Weikert
DOI
10.25365/thesis.10019
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29073.83889.233062-7
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ist es möglich die Qualität und den Wert von Leben zu berechnen? Diese Arbeit stellt
Fragen nach Norm und Abnorm, nach Stigmatisierung, staatsbürgerlichen Pflichten und
gesellschaftlichen Zwängen.
Basierend auf Michel Foucaults Theorie der Biomacht, die im 21. Jahrhundert das Leben
der Menschen zunehmend transparenter und kontrollierbarer macht, zeige ich auf wie in
unserer (österreichischen) individualisierenden Gesellschaft Ego hinsichtlich
gesundheitlicher Vorgänge in den Hintergrund rückt. In der Folge forme ich, am Beispiel
der neuen Reproduktionstechnologien, die biologische österreichische Staatsbürgerin und
den biologischen österreichischen Staatsbürger.
Das Wohlbefinden des Gesellschaftskörpers wird durch das Wohlbefinden der
Staatsbürger/innen realisiert. Innerhalb eines Gesellschaftskörpers ist das Idealbild der
Norm erstrebenswert, Abnorm hingegen unerwünscht.
Die neuen Reproduktionstechnologien sind Techniken, die es ermöglichen Leben pränatal
zu (be)werten. Sollten die Zellen des Ungeborenen von unzureichender Qualität sein,
besteht die Möglichkeit ihm ein leidvolles Leben zu ersparen. Basierend auf einer
diagnostizierten Wahrscheinlichkeit wird ein mangelhafter Fötus, um dem Risiko einer
Behinderung vorzubeugen, meist prophylaktisch abgetrieben. Es muss eine Entscheidung
zwischen dem, was leben darf, und dem, was sterben soll, getroffen werden – mit dieser
Differenzierung wird Abtreibung der Abnormalen legitimiert. Ein Test, eine Diagnose,
eine Entscheidung – so einfach ist es heute über den Lebenswert zu urteilen.
Abstract
(Englisch)
Is it possible to assess the quality of life? My thesis questions norm and abnormality,
stigmatization, civic duties and social necessities.
Based on Michel Foucault’s theory of biopower, which makes human life in the 21st
century increasingly more transparent and controllable, I will, from an Austrian point of
view, show how in an individualistic society, Ego as to public health matters, becomes less
important. Subsequently I form the biological Austrian citizen – illustrated by new
reproductive technologies.
The well being of the society is implemented by the well being of the citizens. Within this
society norm is desirable – abnormality is unwanted.
New reproductive technologies are techniques that allow prenatal judgment of life. If the
cells of an unborn are of insufficient quality it is possible to spare it a miserable life full of
suffering. Based on a diagnosed probability and to prevent the risk of disability, a faulty
foetus is mostly prophylactic aborted. It has to be decided between those who should live
and those who should die – this distinction legitimates abortion. One test, one diagnosis,
one decision – today it is that easy to judge the quality of life.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Biopower Michel Foucault new reproductive technologies norm and abnormality biological citizenship society and individual eugenic Austria
Schlagwörter
(Deutsch)
Biomacht Michel Foucault neue Reproduktionstechnologien Norm und Abnorm biologische Staatsbürgerschaft Gesellschaft und Individuum Eugenik Österreich
Autor*innen
Anna Schoiswohl
Haupttitel (Deutsch)
Biomacht im 21. Jahrhundert
Hauptuntertitel (Deutsch)
wie neue Reproduktionstechnologie biologische Staatsbürgerschaft in Österreich formen
Paralleltitel (Englisch)
Biopower in the 21st century ; how new reproductive technologies form biological citizenship in Austria
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
117 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Aurelia Weikert
AC Nummer
AC08155229
Utheses ID
9043
Studienkennzahl
UA | 307 | | |
