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"Die geliebteste aller lebenden Maschinen"
Jean Epstein und das Kino, das die Welt verändert
Madeleine Potganski
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Klemens Gruber
DOI
10.25365/thesis.10043
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29841.59712.754363-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit präsentiert die Kinotheorie des Philosophen, Poeten und Regisseurs Jean Epstein (1897-1953). Obwohl Epstein der französischen Avantgarde zugerechnet werden kann und mit Größen des Films wie Abel Gance, Louis Delluc, Jean Cocetau oder Luis Buñuel verkehrte, ist er jahrzehntelang, selbst in wissenschaftlichen Kreisen kaum erwähnt worden; seine Schriften sind fast durchweg unübersetzt geblieben und der Großteil seiner noch erhaltenen Filme ist nur in der Cinémathèque Française zu sehen.
Epstein veröffentlichte 1921 sein erstes Kinomanifest „Bonjour Cinéma“ und schrieb in der Folge unzählige Texte, die sich mit dem Phänomen Kino beschäftigen und die Möglichkeiten dieses Mediums untersuchen. Der Fokus liegt dabei auf dem Verständnis des Kinos als eines Instruments, das in der Lage ist, die Welt, anders als gewohnt, zu entdecken; hinter die Maske der Dinge zu blicken und auf ganz neue Art und Weise Erkenntnis davon zu gewinnen. Das Kino operiert gleichsam wie ein Chirurg, legt die Seele der abgebildeten Gegenstände offen und verfügt gleichzeitig über die Kraft, das Bewusstsein, das Denken selbst zu transformieren, indem es eine neue Ebene von Zeit und Raum schafft.
Beginnend mit einem kurzen Überblick über Epsteins Werdegang und der Beantwortung der Frage, weshalb er in der Kinoforschung bis jetzt so unbekannt geblieben ist, werden einige seiner frühen Kinotexte analysiert und analog dazu zwei seiner Filme, „La Glace à trois faces“ und „La Chute de la Maison Usher“, untersucht. Seine frühen Schriften lassen erkennen, wie modern Epsteins philosophische Ansätze sind, die sich nicht darauf beschränken, Kino als Abbild von Welt oder als Maschine zum Geschichtenerzählen in bewegten Bildern zu definieren. Epsteins Vision von Kino bedeutet, nicht nur Dinge besser und anders zu sehen, sondern das Sehen selbst zu verändern – den menschlichen Blick sowie das intellektuelle und emotionale Begreifen von Welt.
Diese Arbeit möchte eine Grundlage für weitere Forschungsunternehmen zu Epsteins Kinovisionen legen, indem seine theoretischen Ansätze anhand seines Frühwerks herausgearbeitet werden, wobei sein Verständnis vom Kino als einem Mechanismus des universalen Erkenntnisgewinns im Mittelpunkt steht.
Abstract
(Englisch)
This diploma thesis presents the cinematic theory of philosopher, poet and director Jean Epstein (1897-1953). Even though Epstein was part of the French avantgarde and consorted, among others, with Abel Gance, Louis Delluc, Jean Cocteau and Luis Buñuel, he is rarely mentioned even in academic circles; few of his writings have been translated and the greatest part of his surviving films can only be watched in the Cinémathèque Française.
Epstein published his first manifesto “Bonjour Cinéma” in 1921 and subsequently went on to write a great variety of texts on the cinema and its possibilities. Many of these texts elaborate a notion of the cinema as an instrument which is capable of discovering the world in an unaccustomed way, of looking behind the mask of things – an instrument which opens up new insights in a different mode of thought. Cinema hence operates like a surgeon, laying open the soul of the depicted objects; simultaneously, it is capable of transforming thought itself by creating a new level of time and space.
After giving an initial overview over Epstein's career and engaging with the question why he has remained so unknown in cinematic research, the thesis proceeds to an analysis of his early cinematic texts as well as of two of his films, “La Glace à trois faces” and “La Chute de la Maison Usher”. His early writings show the modernity of Epstein's philosophical approaches; cinema isn't simply conceived of as a representation of the world or as a machine for storytelling by means of moving images. Epstein's vision of cinema doesn't only involve seeing things better and differently, but changing seeing itself – the human eye and the intellectual and emotional understanding of world.
This work endeavours to provide a basis for further research concerning Epstein's cinematic vision through its analysis of his theoretical approaches in his early works in particular – focusing on his understanding of cinema as a new mechanism of gaining knowledge.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Epstein Cinema Film Theory
Schlagwörter
(Deutsch)
Epstein Kino Filmtheorie
Autor*innen
Madeleine Potganski
Haupttitel (Deutsch)
"Die geliebteste aller lebenden Maschinen"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Jean Epstein und das Kino, das die Welt verändert
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
164 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klemens Gruber
Klassifikation
24 Theater > 24.37 Film: Sonstiges
AC Nummer
AC08225632
Utheses ID
9066
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
