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Hans Gregor
die Ära des letzten Hofoperndirektors in Wien
Liselotte Regler
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Brigitte Marschall
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.10107
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29788.73398.351655-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Dissertation über Hans Gregor (1866-1945), der von 1911 bis 1918 die Wiener Hofoper leitete, werden Gregors Lebensgeschichte, sein Werdegang und seine Intentionen, der Oper am Beginn des 20. Jahrhunderts neue Impulse zu geben, dargestellt. Besonders seine Ära als letzter Wiener Hofoperndirektor wird ausführlich beschrieben. Aus den umfangreichen dokumentarischen Quellen des Österreichischen Haus-, Hof- und Staatsarchivs, die zu diesem thematischen Bereich bisher kaum so zahlreich herangezogen und veröffentlicht wurden, konnten viele Zusammenhänge erfasst und damit mehrere nicht den Tatsachen entsprechende Situationen und Abläufe historisch revidiert werden. Widerlegt konnte auch die verbreitete Behauptung der „Unmusikalität“ Gregors werden. Dieser Ruf eilte ihm von Berlin nach Wien voraus: Er sei in erster Linie am Darstellerischen und erst dann am Musikalischen interessiert. Sein Ausspruch, bei ihm werde „nicht gesungen“, wurde – meist willentlich – falsch verstanden. Gregors Bestreben war es, dem Bühnengeschehen in der Oper die gleiche Wertigkeit zu geben wie dem Gesang, denn seiner Meinung nach konnte – was heute als selbstverständlich gilt – das Eine ohne das Andere nicht existieren, wenn eine adäquate Darstellung des Werkes verwirklicht werden sollte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war dies eine revolutionäre und notwendige Neuerung. Gregor entdeckte vielversprechende Sängerinnen und Sänger und konnte diese an das Wiener Opernhaus binden. Manche dieser Künstler, wie Maria Jeritza, Lotte Lehmann, Alfred Piccaver und viele andere, wurden „Weltstars“ und sind bis heute nicht nur Opernfreunden noch immer ein Begriff. Die Direktionszeit Hans Gregors fiel zum größten Teil in die Zeit des Ersten Weltkriegs, womit zahlreiche Einschränkungen und Schwierigkeiten verbunden waren; trotzdem konnte Gregor zahlreiche künstlerisch hochwertige Aufführungen ermöglichen. Er hatte – wie die Quellen zeigen – für seine Mitarbeiter stets ein offenes Ohr und trug der Sensibilität seiner Künstler Rechnung; lediglich seine straffe Organisation und sein Bestreben, dadurch eine ausgeglichene Kassengebarung zu erreichen, fand in Wien wenig Zustimmung. Wenn ihn auch die Nachwelt großteils kritisch sah, so waren sich die Kritiker doch in einem Punkt einig: Ihm war es zu verdanken, dass Richard Strauss so oft seinen Weg nach Wien fand und dass dessen Werke zu gefeierten Höhepunkten im Wiener Opernleben wurden. Mit dieser Arbeit soll Hans Gregor eine kritische Würdigung erfahren.
Abstract
(Englisch)
This thesis presents Hans Gregor’s biography. Hans Gregor (1866-1945) was in charge of the Vienna Court Opera (Wiener Hofoper) from 1911 to 1918. His professional history and his endeavours to give fresh impetus to the opera at the beginning of the 20th century are presented in this paper. His time as the last director of the Hofoper, in particular, is described in detail. Several correlations and hence many situations and issues which did not concur with the facts were historically revised, using the extensive documentary sources of the “Haus-, Hof- und Staatsarchiv” which have hardly been drawn upon and published to such an extent. Similarily the widely spread allegation as to Gregor being unmusical, could be refuted. This reputation preceded him from Berlin to Vienna: he – so the general concensus would have it – was primarily interested in aspects of acting and presentation and only secondarily in music. His statement “no singing with him” was – mainly deliberately, misunderstood. His endeavour was to give the same merit to the play as to the vocal music in the opera. According to his opinion one of these could not exist without the other if the opus was to be performed adequately – a fact which nowadays is viewed as a forgone conclusion. At the beginning of the 20th century this was a revolutionary and necessary innovation. Gregor discovered promising female and male singers and was able to attach them to the Vienna Opera House. Some of these artists like Maria Jeritza, Lotte Lehmann, Alfred Piccaver und many others became world stars and up to the present time a byword for quality and not only for opera fans. The largest part of Gregor’s directorship coincided with the time of the First World War. Coupled with his there were many restrictions and difficulties. Gregor, however, was able to put on stage numerous artistically notable performances. He had – as the sources show – always an open ear for his colleagues and took the sensitivity of his artists into account. However his tight organisation and his endeavour consequently to achieve a satisfactory cash balance, found little consent in Vienna. Even though posterity saw him through critically harsh eyes, his critics agreed on one point: We owe it to him that Richard Strauss found his way so often to Vienna and that his operas became highlights if the Vienna opera life. This work is to be a laudatory and critical appraisal of Hans Gregor.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Hans Gregor Hofoperndirektor Hofoper Wien Komische Oper Berlin
Autor*innen
Liselotte Regler
Haupttitel (Deutsch)
Hans Gregor
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Ära des letzten Hofoperndirektors in Wien
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
350 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Brigitte Marschall ,
Walburga Litschauer
Klassifikation
24 Theater, Film, Musik > 24.06 Theatergeschichte
AC Nummer
AC08188707
Utheses ID
9129
Studienkennzahl
UA | 092 | 317 | |
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