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Die Rolle von Religion in politischen Konflikten
Kathrin Böswart
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Silvia Michal-Misak
DOI
10.25365/thesis.10541
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29525.49507.881660-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ausgehend von der Tatsache, dass der Konfliktbegriff in den Sozialwissenschaften eine bedeutende Rolle spielt und Religion in den letzten Jahren verstärkt mediale, aber auch wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren hat, versucht diese Diplomarbeit eine Beziehung zwischen diesen beiden Begriffen herzustellen und die Rolle von Religion in politischen Konflikten zu analysieren. Die Aufgabe der Arbeit ist es daher, zu untersuchen, welche Rolle Religion in politischen Konflikten einnimmt, wobei der zentrale Analyseaspekt der Frage gewidmet wird, ob religiöse Auseinandersetzungen den tatsächlichen Konfliktgrund darstellen oder ob hinter den Kontroversen verschiedener Glaubensrichtungen andere Motive stehen können. Dabei wird von drei Thesen ausgegangen: (a) Religion weist ein höheres Gewalt- als Friedenspotential auf; (b) Religion ist oftmals zwar ein wesentlicher Auslöser politischer Konflikte, gerät während des Konflikts zugunsten anderer Interessen jedoch immer mehr in den Hintergrund; (c) Die Mobilisierung von BürgerInnen in politischen Konflikten gestaltet sich vor einem religiösen Hintergrund leichter als aufgrund strategischer, (macht)politischer oder wirtschaftlicher Interessen.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Begriffen Konflikt und Religion, deren Komplexität aufgezeigt und ihr Verhältnis zu Politik untersucht wird. Dabei zeigt sich, dass Konflikte auch nach ihrer Art, Funktion, Eskalation und Möglichkeit der Intervention unterschieden werden müssen. In Hinblick auf den schwer zu fassenden Religionsbegriff werden nicht nur unterschiedliche Herangehensweisen an den Begriff aufgezeigt, sondern auch sein Gewalt- und Friedenspotential erläutert. Danach wird das Verhältnis von Konflikt, Religion und Politik untersucht. Im Anschluss an diese theoretische Zugangsweise zur Rolle von Religion in Konflikten erfolgt die Analyse von zwei Konflikten, die vor einem vermeintlich religiösen Hintergrund stattfanden. Dabei handelt es sich um den hinduistisch-muslimischen Konflikt rund um den Ram-Tempel in Ayodhya in Indien und den sudanesischen Bürgerkrieg. Die Ergebnisse der beiden Konfliktanalysen weisen einige Parallelen auf und zeigen vor allem, dass Religion vor dem Hintergrund machtstrategischer Interessen in vielen Fällen instrumentalisiert wird.
Anhand der Verbindung der Theorie mit den Konfliktanalysen können die Thesen und schließlich die Fragestellung beantwortet und die Ergebnisse der Arbeit wie folgt zusammengefasst werden: Bei der Beschäftigung mit dem Gewalt- bzw. Friedenspotential von Religionen ist eine Differenzierung zwischen Religion per se, ihrer Interpretation sowie ihrer Verwendung bzw. Instrumentalisierung von entscheidender Bedeutung. Religiöse Faktoren stellten in den analysierten Konflikten zu keiner Zeit die einzigen Konfliktursachen dar, vielmehr wurde Religion oftmals als politisches Werkzeug benutzt. Was die Mobilisierung in politischen Konflikten betrifft, so gestaltete sie sich in den beiden Konflikten vor einem religiösen Hintergrund verhältnismäßig leicht, doch müssen auch potentiell existierende andere als religiöse Faktoren Berücksichtigung finden. Insgesamt gesehen nimmt Religion in den untersuchten politischen Konflikten eine eher konflikt- und gewaltfördernde als eine konfliktregelnde und friedensstiftende Rolle ein, wobei sie dabei stets durch die (politischen) Akteure gemäß ihrer Interessen interpretiert wird.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Konflikt Religion Politik religiöser Konflikt Indien Sudan
Autor*innen
Kathrin Böswart
Haupttitel (Deutsch)
Die Rolle von Religion in politischen Konflikten
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
151 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Silvia Michal-Misak
Klassifikationen
AC Nummer
AC08279206
Utheses ID
9519
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
