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Das tschechische Vokalsystem und die Bedeutung der Vokalquantität bei der derivativen Wortbildung und Formenbildung im Tschechischen
eine qualitative und quantitative Analyse der Vokalalternation im Tschechischen, untersucht anhand von Beispielen ausgewählter Wortkategorien insbesondere in Hinblick auf ihre semantische Funktion im Rahmen der Wort- und Formenbildung
Thomas Strauch
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Stefan-Michael Newerkla
DOI
10.25365/thesis.10832
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30085.95052.922566-8
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die einzelnen Wortbildungstypen sowie Paradigmen der Formenbildung hinsichtlich der Vokalalternation jeweils gesondert betrachtet werden müssen, da sie sich in Bezug darauf ganz unterschiedlich verhalten. Offenbar existiert kein allgemeingültiges Gesetz, das die Lautalternation bei der Wort- und Formenbildung regeln würde. Allerdings konnten innerhalb der untersuchten Wortbildungstypen und Paradigmen gewisse Regelmäßigkeiten, Tendenzen oder Gesetzmäßigkeiten festgestellt werden, wobei es bei einigen der untersuchten Kategorien jedoch auch zahlreiche Ausnahmen gibt (Diminutiva, deverbative Substantiva, Deklination der weiblichen Substantiva), bei anderen wiederum bestehen in Bezug auf die Vokalalternation strenge Gesetzmäßigkeiten, zu denen keinerlei Abweichungen festgestellt werden konnten (Bildung deverbativer Adjektiva mit dem Suffix -í, Bildung des adjektivischen und adverbialen Komparativs mit dem kurzen Suffix -ší).
Die in meiner Arbeit angeführten zahlreichen Dublettformen im Zusammenhang mit der Vokalalternation bei der Wort- und Formenbildung könnten eine sprachliche Entwicklung mit der Tendenz zur Beibehaltung der Struktur des Wurzelmorphems andeuten. Ebenso spielt hierbei auch die Neigung zur Kürzung von Langvokalen (v. a. í>i, vgl. S. 13) sowie eine Tendenz zur Umlautung von é>í in der Alltags- bzw. Umgangssprache eine Rolle. Für eine systematische Überprüfung der These, dass sprachliche Entwicklungsphänomene für das Auftreten von Unregelmäßigkeiten sowie die zahlreichen Ausnahmen bei der Vokal-alternation im Rahmen der Wort- und Formenbildung im heutigen Tschechischen ver-antwortlich sind, wäre jedoch ein diachroner Forschungsansatz notwendig. Dies würde zwar den Rahmen der vorliegenden Arbeit überschreiten, könnte jedoch Thema für eine weiterführenden Arbeit sein.
Dokulil bezeichnet die Lautalternation als tertiäres Wortbildungsmittel (neben dem primären der Suffigierung und dem sekundären einer Änderung der morphologischen Zu-sammensetzung eines Wortes). Durch die Lautalternation werde die semantische Unter-
scheidung des fundierten vom fundierenden Wort zusätzlich betont (vgl. DOKULIL 1962: 159f.). Bei der Vokalalternation geht es also offenbar darum, die Intonation des fundierten Wortes (templatischer Wert, Änderung der Rhythmik durch Vokalkürzung oder Vokal-dehnung) von jener der Wortbildungsbasis kontrastiv abzugrenzen, um die geänderte Semantik für den Hörer akustisch zu unterstreichen. Ähnliches kann zur Vokalalternation bei der Formenbildung gesagt werden, wo es um die semantische Unterscheidung der jeweiligen Formen von der neutralen Grundform eines Wortes geht.
Jenseits der semantischen Funktion könnte die Verteilung der Vokaltquantität im Tschechischen sowie ihre Bedeutung für den Sprachrhythmus jedoch auch als ästhetische Sprachfunktion diskutiert werden, welche zum Beispiel in der tschechischen Lyrik (und auch Prosa) ausgiebig als poetisches Mittel genutzt wird.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Vokalsystem Vokalquantität Vokalalternation Wortbildung Formenbildung Tschechisch semantische Funktion
Autor*innen
Thomas Strauch
Haupttitel (Deutsch)
Das tschechische Vokalsystem und die Bedeutung der Vokalquantität bei der derivativen Wortbildung und Formenbildung im Tschechischen
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine qualitative und quantitative Analyse der Vokalalternation im Tschechischen, untersucht anhand von Beispielen ausgewählter Wortkategorien insbesondere in Hinblick auf ihre semantische Funktion im Rahmen der Wort- und Formenbildung
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
112 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Stefan-Michael Newerkla
AC Nummer
AC08286162
Utheses ID
9766
Studienkennzahl
UA | 243 | 370 | |
